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  • 21. Oktober 2011

    Grunderwerbsteuer erschwert Immobilienkauf

    Der Traum vom Eigenheim wird in Europa für immer mehr Menschen Realität. Mit einer Ausnahme: In Deutschland ist die Eigenheim-Quote noch immer deutlich geringer als in den Nachbarländern. Die Höhe der Grunderwerbsteuer macht den Menschen zu schaffen und lässt den Wunsch nach der eigenen Immobilie schnell platzen.

    Steuern für Grund

    Die Grunderwerbsteuer kann in der BRD flexibel festgelegt werden. (Foto: erwo1 / Clipdealer.com)

    Schlechte Bilanz für den Staat

    “Dabei würde die Mehrzahl der jungen Familien mit Nachwuchs gerne ein Haus bauen, auch viele Singles betrachten einen Immobilienerwerb als beste Altersvorsorge. Der Staat ist an dieser schlechten Bilanz nicht unschuldig“, erklärt hierzu Felix Pakleppa. Er ist Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und weiß von er spricht. Denn vor der Föderalismusreform, die im Jahre 2006 erfolgte, wurde in der BRD ein einheitlicher Grunderwerbsteuersatz erhoben. Er betrug damals 3,5 Prozent.

    Flexible Steuer der Bundesländer

    Diese Regelung hat sich für Betroffene deutlich und negativ geändert. Denn nunmehr dürfen die jeweiligen Bundesländer den Steuersatz nach eigenem Ermessen festlegen. So erhöhte das Land Berlin bereits im Jahre 2007 den Grunderwerbsteuersatz auf 4,5 Prozent. Andere Länder folgten schnell diesem Vorbild und erhöhten die Steuer sogar auf bis zu 5 Prozent. Bisher haben sich nur vier Bundesländer mit einer Erhöhung zurückgehalten. Hessen, Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern bleiben dem ursprünglichen Steuersatz von 3.5 Prozent noch treu. Alle anderen Länder haben die Grunderwerbsteuer bereits erhöht oder planen die dies in Kürze. Nicht nur das: In Berlin wird bereits eine erneute Erhöhung dieser Steuer diskutiert.

    Grunderwerbsteuer plus Maklergebühr

    In Hinblick auf die relativ hohe Maklergebühr, die in Berlin und Brandenburg beispielsweise mit inzwischen 7,14 Prozent zu Buche schlägt, sprengt solche Kosten so manches Familien-Budget. Wer noch die Notar- und Grundbuchkosten mit durchschnittlich 1,7 Prozent sowie die Grunderwerbsteuer mit 5 Prozent hinzurechnet, wirft nicht selten das Handtuch, wenn es um die Erfüllung des Traumes vom Eigentum geht. Denn es summieren sich dann schnell 13,5 Prozent an Nebenkosten auf.

    Grunderwerbsteuer – Beispiel offenbart Problem

    Bauherren, die ein Einfamilienhaus (inklusive Grundstück) für einen Kaufpreis 325.000 Euro erwerben, müssen summa summarum satte 41.275 Euro entsprechend 12,7 Prozent zusätzlich an Nebenkosten auf den Tisch legen.

    Diese Kosten setzen sich zusammen aus:

    • Notar- und Grundbuch = 5.525 Euro
    • durchschnittlich Maklerprovision von 6 Prozent = 19.500 Euro
    • Grunderwerbsteuer = 16.250 Euro (bei einem Satz von 5 Prozent)

    Grunderwerbsteuer – Nachbarn weniger gierig

    Ein Vergleich mit beispielsweise den niederländischen Nachbarn lohnt. Hier wurde der Wohnungsmarkt kräftig angekurbelt und die Grunderwerbsteuer für Wohn-Immobilien von 6 auf drastische 2 Prozent gesenkt. “Deutschland könnte sich daran ein Beispiel nehmen. Statt durch ständige Erhöhungen der Grunderwerbsteuer Bauwillige abzuschrecken, sollte die öffentliche Hand Familien den Bau eines Eigenheims erleichtern und zugleich einen Beitrag zur Altersvorsorge ermöglichen”, erklärt ZDB-Experte Paklerppa.

    Verweise:

    Hauskauf – Instandhaltungskosten einkalkulieren
    Wahl der geeigneten Immobilienfinanzierung
    Eigentumsübertragung – wichtige Regeln beachten

    Ferienimmobilien mit Bedacht auswählen
    Ratgeber für den Grundstückskauf
    Grundbuch und Grundbuchauszug

    Grundstück kaufen


    Verfasst von Ursula Pidun

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