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Bauen – Bauarbeiter bei eisigen Temperaturen

Tief “Cooper” lässt noch immer ganz Europa frösteln. Eisige Zeiten herrschen damit auch für Bauarbeiter. Einige fleißige Helfer werden in diesen arktischen Zeiten noch immer auf die Baustellen gescheucht. Die Regel sei dies aber nicht, erklären Experten.

Winterbaustelle

Arktische Zustände herrschen auch auf Winterbaustellen (Foto: Foto: ftwitty / istockphto.com)

“Die Bauarbeiter sitzen bei Minusgraden auf dem kürzeren Ast”, erklärt Josef Muchitsch im österreichischen Online-Magazin “der Standard”. Der Experte führt aus, dass Baumaterial bei eisigen Temperaturen Frostschutzmittel beigemengt werde. So erleide das teure Gut keinen Schaden.

Bauen -
sind Menschen “wurscht”?

“Aber was ist mit den Menschen? Die sind manchen Betrieben völlig wurscht”, beklagt der Experte. Muchitsch war einst selbst Maurer. Nun ist er der neue Chef der österreichischen Gewerkschaft Bau-Holz. In diesen eisigen Zeiten sieht er sich mit einer Vielzahl an Beschwerden und Klagen der Kollegen vom Bau konfrontiert.

Bauen –
Klagen führen oft ins Leere

Demnach würden viele Bauarbeiter trotz Kältewelle zur Arbeit auf die eisigen Baustellen gedrängt. “Oft auf Anweisung von Baustellenleitern, die selber im warmen Container sitzen”, resümiert der Gewerkschaftschef. Bauarbeiter, die den Forderungen nicht nachkommen, riskieren die Kündigung, glaubt er. “Rechtlich gesehen hat man keine Chance. Einige Klagen schon wurden deswegen verloren”, bedauert der Experte weiter.

Bauen – Kälte am Bau wird teuer

Manfred Katzenschlager, Geschäftsführer des Verbands der Bauindustrie, hält indes dagegen. Er gibt sich überzeugt davon, dass kein Bauunternehmer seine Arbeiter bei diesen arktischen Temperaturen “mutwillig auf die Baustellen” schickt. Die Erklärung liefert er gleich mit. Demnach seien die Kosten für die Beheizung und auch für das Material viel zu hoch und zusätzlich mögliche Fehlerquellen zu riskant.

Bauen – Unzumutbarkeitsregeln nicht bindend

Zur Unzumutbarkeitsregeln für Bauarbeiter gibt es Richtlinien. In Österreich gilt demnach, dass Temperaturen von minus zehn Grad bei einer gleichzeitigen Windgeschwindigkeit von 6,5 Stundenkilometern zu widrigen Wetterlagen zählen. Dann spätestens sollten die Arbeiten am Bau eingestellt werden. Ist dies der Fall, erhalten Bauarbeiter Ersatz für den entgangenen Lohn in Höhe von 60 Prozent.

Bauherren – kompromissbereite Bau-Innung

Allerdings entscheide stets der Bauherr, ob und für wie lange die Arbeiten tatsächlich eingestellt werden, erläutert Muchitsch und pocht auf gesetzliche Regeln, die es bisher nicht gibt. Nur so ließen sich schwarze Schafe in Schach halten, glaubt er. Erfreulicherweise signalisiert die Bau-Innung Kompromissbereitschaft und stellt eine für alle Beteiligten tragbare Lösung in Aussicht.

Verweise:

Immobilien – so friert das Haus nicht ein
Baurbeiten – Hausbesitzer trägt Betriebskosten
Baurbeiten – Mietkürzung bei Lärm?
Bauarbeiten – Amtsgericht spricht Machtwort
Baustelle – Anwohner müssen Lärm ertragen
Schimmel-Alarm auf Baustellen<
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Autor: Ursula Pidun
Veröffentlicht in: Hausbau
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