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Die ideale Grundstücksform

Welches ist die ideale Grundstücksform?
Ein rechteckiger Bauplatz mit einem Seitenverhältnis von 4:3, wie gemeinhin behauptet wird?
Oder gar kreisförmig oder quadratisch, wie im Feng Shui – zumindest theoretisch – gewünscht?

Grundstücksform als Chance

Grundstücksform als Chance für spektakuläre Konzepte (Foto: Friedrich Plechschmidt / Pixelio.de)

Fakt ist: Die Grundstücksform hat erheblichen Einfluss auf das architektonische Gesamtkonzept ihres Eigenheims.
Fakt ist auch: Geht ein Architekt mit seinem Entwurf nicht auf die Besonderheiten des Bauplatzes ein, wird das Projekt bestenfalls gewöhnlich!

Zuschnitt als Chance

Ein Grundstück mit besonderem Zuschnitt bietet die Chance auf außergewöhnliche Gestaltungskonzepte.

Selbstverständlich sind solche auch auf einer "idealen" Grundstücksform möglich, unter Umständen werden aber Bauherr und Planer nicht zu kreativen Lösungen gezwungen und optieren daher für das Naheliegende.

Wenn sie also keine "perfekten" Verhältnisse für ihren Hausbau vorfinden, sehen sie dies als Herausforderung außergewöhnliche Architektur zu schaffen.

Denn fürs Bauen gilt: Die Kreativität von Bauherr und Planer sind Garant für tolle Architektur und nicht die Grundstücksform an sich.

Extrem schmale und lange Grundstücke

Extrem schmale und lang gezogene Baugrundstücke fordern den Planer insofern, als er einerseits die Abstandsflächen berücksichtigen und andererseits die Räume in vernünftigen Breiten halten muss, um trotzdem noch angenehme Raumdimensionen zu bekommen.

Dennoch kann daraus Architektur mit besonderem Reiz entstehen, die bei ausreichendem Platzangebot nicht versucht werden würde.

Naheliegend ist hier das Streben in die Vertikale, also in die Höhe und in die Tiefe. Schmal und hoch mag zunächst nach einem Widerspruch hinsichtlich der geometrischen Proportionen des Hauses klingen, kann aber im Kontext mit den umliegenden Gebäuden durchaus sinnvoll sein.

Überhohe Räume werden hier wenig angebracht sein, da sonst eine kaminartige Raumoptik entsteht.

Eine offene Bauweise ist hier aber sicher das Konzept der Wahl. Durch eliminieren von Wänden und den Wegfall von Durchgangstüren generieren sie nutzbaren Platz und schaffen eine ausgeglichene Raumgeometrie.

Durch einen zusätzlichen Verzicht auf Gangflächen und Integration der Durchgangsfunktion in Wohnräume können Hausbreiten von lediglich vier Metern realisiert werden.

Ein Grundstück mit einer Breite von zwölf Metern lässt sich somit bereits Nutzen. Mit einer einseitigen Abstandsnachsicht vom Nachbarn kann sogar eine Breite von zehn Metern bereits ausreichend sein.

Dreieckige oder trapezförmige Grundstücksform

Sehr spitz zulaufende oder dreieckige Grundstücke lassen sich vielleicht durch einen dreieckigen Sitzplatz nutzen, dessen Überdachung ebenfalls eine Dreiecksform besitzt und der dadurch sehr unkonventionell wirkt.

Weiters kann bei einer solchen Grundstücksform die Integration von Parkplätzen und Verkehrswegen zu einer optimierten und besonderen Gestaltung führen.

Auch ein trapezförmiger Grundriss eines Hauses kann reizvoll sein. Dies Allerdings nur dann, wenn die Winkel nicht mehr als 20-25° von 90° abweichen, da sonst sehr viel Wohnfläche entsteht, die nicht ideal genutzt werden kann.

Höhensprünge und Niveauunterschiede

Weist ein Grundstück Höhensprünge auf, so können diese auf unterschiedlichste Weise im Projekt berücksichtigt werden.

Beispielsweise ist zu prüfen, ob der Höhensprung hinreichend groß ist, um als ganzes Geschoss im Konzept berücksichtigt zu werden.

Bei natürlichen Höhensprüngen ab eineinhalb Metern könnte durch einen Abtrag von Erdreich der Niveauunterschied auf eine Geschosshöhe erweitert werden.

Somit wäre durch eine L-förmige Anordnung von Ober- und Untergeschoss ein Konzept möglich, das den ebenerdigen Austritt von allen Wohnräumen aus erlaubt – im Ober- wie auch im Untergeschoß!

Hinterfüllte Stützmauern, deren Höhe einen Meter übersteigt können optisch sehr monumental und dominant wirken – wenn sie durchgängig aus dem gleichen Material sind.

Eine optische "Höhenreduktion" könnte durch die Wahl zweier unterschiedlicher Baustoffe erreicht werden. Denkbar ist eine betonierte Mauer in Kombination mit Gabionen (Drahtschotterkörben).

 

Wir empfehlen ihnen zu diesem Thema auch den Artikel Am Anfang ist das Grundstück!

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Autor: Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Hausbau
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