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Umkehrdarlehen – das Eigenheim als Geldquelle

Hausbesitzer, die in finanzielle Engpässe geraten, müssen nicht unbedingt gleich an einen Verkauf der geliebten Immobilie denken. Im Zweifel kann ein Umkehrdarlehen die Situation entspannen. Entsprechende Angebote sollten jedoch genau unter die Lupe genommen werden.

Umkehr-Darlehen

Ein Umkehrdarlehen kann bei finaziellen Engpässen hilfreich sein ( Foto: Yuri_Arcurs / istockphoto.com)

Wenn Einkommen oder Rente nicht mehr ausreichen, um halbwegs ordentlich über die Runden zu kommen, dann ist guter Rat oftmals teuer. Doch es hilft nichts – eine Lösung muss her. Für Hausbesitzer, die ihre Immobilie nicht unbedingt vererben wollen, bietet sich ein Umkehrdarlehen an. Damit wird das eigene Haus beliehen und Hausbesitzer sind wieder finanzkräftig.

Umkehrdarlehen bei finanziellen Engpässen

Allerdings sollten Interessenten gründlich prüfen, ob es nicht doch eine andere Alternative zum Umkehrdarlehen gibt. Sind die Zinssätze zu hoch, gibt es möglicherweise bessere Lösungen, um finanzielle Engpässe zu überwinden. “Ein Umkehrdarlehen lohnt sich für Rentner, die zwar eine Immobilie besitzen, diese aber nicht unbedingt vererben möchten, denn die Umkehrhypothek mindert die Erbmasse”, erklärt Hartmut Schwarz, Experte bei der Verbraucherzentrale in Bremen. Hausbesitzer, die sich für ein solches Umkehrdarlehen interessieren, möchten natürlich wissen, nach welchem Prinzip der Deal mit der Bank überhaupt funktioniert.

Einmalzahlung oder Rente

Dabei gestaltet sich das Prozedere recht einfach: Der Hausbesitzer beleiht seinen Immobilienbesitz und erhält als Gegenleistung eine monatliche Rentenzahlung oder aber einen einmaligen Betrag, erläutert Jörg Sahr von der Stiftung Warentest in Berlin. Das hat durchaus Vorteile, denn der Betroffene bleibt Eigentümer und kann als solcher auch weiterhin seine eigene Immobilie bewohnen.

Umkehrdarlehen in Deutschland wenig bekannt

Stirbt der Darlehensnehmer eines Tages oder er verkauft das Haus oder zieht aus, so wird das Umkehrdarlehen genau zu diesem Zeitpunkt inklusive Zinsen fällig. Ein weiterer Vorteil besteht in der Steuerfreiheit der monatlichen Rente oder des Einmalbetrages. Zu Lebenszeiten fallen demnach auch keine Zins- oder Tilgungszahlungen. Das Umkehrdarlehen ist als Finanzierungsmodell in anderen Ländern wie etwa den Vereinigten Staaten stark verbreitet. In Deutschland hingegen ist diese Finanzierungsmöglichkeit nur wenig bekannt und wird daher auch nicht häufig genutzt. Etwa seit fünf Jahren kommt dieses Produkt als Nischenprodukt nur langsam zum Einsatz.

Umkehrdarlehen nur für Rentner

Als Begründung für den sehr sparsamen Einsatz geben Experten vor allen zwei Gründe an: Das Darlehen ist nur für Rentner bestimmt, die über eine Immobilie verfügen. Hinzu kommen die schwierigen rechtlicher Rahmenbedingungen in der BRD. Die Messlatte für Anbieter ist immens, daher ist die Zahl der Angebote auch deutlich beschränkt. Im Wesentlichen werden solche Darlehen überregional von der Immokasse sowie von der R+V-Versicherung angeboten, erläutern Experten.

Umkehrdarlehen sind relativ teuer

Kunden werden zudem mit einem deutlichen Nachteil konfrontiert, denn es handelt sich um ein recht teures Produkt, erklärt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Dies betrifft sowohl den Einsatz als auch alle die anfallenden Gebühren des Darlehens. Damit sichern sich Anbieter gegen das sogenannte Risiko der Langlebigkeit ab. Die Höhe des Kredits hängt von unterschiedlichen Kriterien ab. Hierzu zählen der Zustand der Immobilie ebenso wie die Lage des Objekts und sein Wert sowie die Tatsache, ob die Immobilie schuldenfrei ist. Auch der Blick auf mögliche künftige Entwicklungen darf nicht fehlen. So lässt sich absichern, dass die Immobilie nicht an Wert verliert. Schließlich schützt ein zusätzlicher Sicherheitsabschlag vor einer Überbewertung der Immobilie.

Beispielrechnung schafft Klarheit

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schafft anhand eines Beispiels Klarheit über die mögliche Konditionen: Als Beispiel wird eine Immobilie mit einen Wert von 200.000 Euro zu Grunde gelegt. Dabei beträgt der Risikoabschlag 25 Prozent. Somit steht eine Darlehenshöhe von 150.000 Euro zur Verfügung. Doch der Betrag wird nicht etwa ausgezahlt. Vielmehr handelt es sich hierbei um die Höhe, die am Ende der Laufzeit nicht überschritten werden darf. Beträgt die Laufzeit des Darlehens 19 Jahre, so steht bei einer Verzinsung von sechs Prozent eine Summe von knapp 50.000 Euro als Einmalauszahlung zur Verfügung. Alternativ erhält der Darlehensnehmer eine Rente von monatlich 340 Euro. Hierbei wurden Gebühren allerdings noch nicht berücksichtigt.

Verweise:

Immobilien – Verkehrswert bestimmt den Preis
Immobilien – Webportal informiert bei Verkauf
Preisindex für Immobilien gestiegen
Immobilien-Zustand vor Kauf gründlich prüfen
Haus & Grund als Komplettangebot
Bauvertrag – schwarze Schafe auf der Messe
Bauvertrag aus dem Internet
Der schlüsselfertige Bauvertrag
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Autor: Ursula Pidun
Veröffentlicht in: Finanzierung, Hausbau, Wohnen
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