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Haustürkauf Ratgeber

Eine Haustür ist nicht nur der Eingang in Ihr Haus. Sie ist die Visitenkarte Ihres Hauses. Sie sperrt den Lärm aus, wenn Sie hinter sich die Tür schließen. Und Sie trägt dazu bei, dass es in Ihrem Haus angenehm warm ist. Eines steht also fest: Haustüren sollten optisch und technisch überzeugen! Aber worauf müssen Sie achten, damit Ihre Eingangstür für Sie genau diese Funktionen erfüllt?

Die Haustüre als Visitenkarte

Die Haustüre als Visitenkarte Ihres Hauses (Foto: jodiejohnson / clipdealer.de)

Ist die Haustür genügend gedämmt?

Haustüren sind Öffnungen im Mauerwerk. Damit sie verhindern, dass kostbare Heizungswärme nach draußen entweicht, müssen sie eine ausreichende Wärmedämmung besitzen. Die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Gebäudekomponenten gibt zudem Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Eingangstüren vor. Damit diese eine hohe Energieeffizienz erreichen, ist ihr Wärmedämmvermögen entscheidend.

Das Wärmedämmvermögen von Haustüren hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • den verwendeten Materialien
  • der Bauweise
  • der Qualität der Dichtungen

Gemessen wird es mit dem Wärmedurchgangskoeffizienten oder U-Wert. Je geringer dieser Wert, desto besser das Dämmvermögen der Tür.

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Wie berechnet man den U-Wert von Haustüren?

Haustüren bestehen aus mehreren Teilen, die wiederum aus unterschiedlichen Materialien (Holz, Glas, Kunststoff etc.) bestehen. Aus diesem Grund setzt sich der Wärmedurchgangskoeffizient der gesamten Tür aus den Wärmedurchgangskoeffizienten der einzelnen Bestandteile zusammen.

Schon gewusst?

Haustüren bestehen …

  • aus dem Rahmen bzw. dem Haustürprofil
  • der Füllung, die bei den meisten modernen Eingangstüren auch einen Glaseinsatz beinhaltet

Die Wärmedurchgangskoeffizienten sind:

  • der Uf-Wert für den Türrahmen (f steht für das Englische „frame“ für „Rahmen“)
  • der Ug-Wert für die Füllung (g steht für das Englische „glass“ für „Glas“ bzw. „Füllung“)
  • der Ud-Wert für die Gesamtdämmung (d steht für das Englische „door“ für „Tür“)

Besondere Bedeutung besitzt das Dämmvermögen des Türrahmens, da dieser fest mit der Hauswand verbunden ist. Mit einem entsprechend gedämmten Rahmen erreichen moderne Haustüren U-Werte von 0,7 bis 0,8 W/m²K. Hochwärmegedämmte Bauteile erreichen sogar niedrigste U-Werte von 0,62 W/m2K. Solche Türen empfehlen sich für Passivhäuser.

Unser Praxistipp

Moderne Haustüren erreichen U-Werte zwischen 0,7 bis 0,8 W/m²K. Experten raten daher, sich nicht mit einem Ud-Wert, der größer als 2,0 W/m²K ist, zufrieden zu geben, auch wenn laut der EU-Richtlinie derzeit noch höhere Werte zugelassen sind.

Wenn Sie eine Haustür kaufen, die einen oder mehrere Glaseinsätzen hat, sollten Sie darauf achten, dass diese aus speziellem Isolierglas, zum Beispiel aus Dreifach-Wärmeschutzglas, bestehen. Ein ISO-Wärmeschutzglas erreicht Ug-Werte von sehr guten 0,7 W/m2K.

Das Dämmvermögen positiv beeinflussen

  • Einbautiefen ab 7,5 Zentimetern
  • Ein innenliegender Dämmkern
  • Dampfsperren und Holzplatten , die den Dämmkern abdecken
  • Mehrfache Dichtungen
  • Zusätzliche Absenkdichtungen am unteren Teil der Tür
  • Bei Aluminiumtüren: Eine Kunststoff-Dämmschicht als Trennung für die Profile. Sie leitet keine Wärme und dient als Puffer zwischen Innen- und Außenraum.
  • Bei Aluminiumtüren: Polyurethan-Schaum als Füllung für die Profile
  • Bei Kunststofftüren: Kammern, die Luft einschließen
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Auf die Isolierung kommt es an!

Das Dämmvermögen von Haustüren ist nicht allein dafür verantwortlich, dass die kostbare Heizungswärme in Hausinneren bleibt und nicht entweichen kann. Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz leistet die Isolierung im Bodenanschluss. Denn hier ist die Schwachstelle der Tür, deren Rahmen nur an 3 Seiten mit der Hauswand fest verbunden ist.

Wenn Sie eine Haustür kaufen, sollten Sie sich am besten gleichzeitig um die Isolierung für den Bodenanschluss kümmern. Für diesen eignen sich

  • Schlauchdichtungen oder
  • Anschlagsdichtungen

Sie schützen vor Zugluft und Witterung. Die ideale Wahl ist die Schlauchdichtung, da Sie mit ihr die vorgeschriebenen Dämmwerte in jedem Fall erreichen. Lippendichtungen sind hingegen für die Isolierung des Bodenanschlusses ungeeignet.

Schlauchdichtungen und Anschlagsdichtungen wirken sich zudem positiv auf die Formstabilität der Tür aus. Sie verhindern, dass sich die Haustür bei starken Temperaturschwankungen verzieht.

Vor Schall geschützt

Die zweite wichtige Funktion von Haustüren ist der Schallschutz. Auch hier kommt es wieder darauf an, dass alle Teile der Tür dazu beitragen, dass der Straßenlärm ausgesperrt wird.

Schon gewusst?

Der Schallschutzwert …

… wird als Rw-Wert angegeben. Je höher dieser Wert, desto besser. Ihre Haustür sollte mindestens einen Rw-Wert von 27 Dezibel haben.

Schallschutz gewährleisten:

  • Abdichtungen zwischen Zarge und Türfalz sowie zwischen Tür und Fußboden
  • Spezielle schallisolierende Türfüllungen
  • Schallschutzgläser bei Türen mit Glaseinsätzen

Wenn Sie in der Nähe von Autobahnen, Flughäfen und Eisenbahngleisen oder an viel befahrenen Straßen wohnen, ist der Einbau von Schallschutztüren sinnvoll. Diese bieten durch ihren speziellen ein- oder zweischaligen Aufbau zusätzlichen Schutz vor Verkehrslärm.

Das Material für Ihre Haustür will gut überlegt sein

Haustüren sind in Holz, Kunststoff oder Aluminium erhältlich. Je nachdem für welches Material Sie sich entscheiden, hat die Tür verschieden Vor- und Nachteile. Denn das Material beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch zahlreiche technischen Eigenschaften Ihrer Eingangstür.

Unser Praxistipp

Wenn Sie eine Haustür aus Holz kaufen, dann eine mit Stahlkern. Dieser dient als Einbruchschutz und verhindert, dass sich die Tür mit der Zeit verzieht.

Holztüren: Vorteile …

  • Das natürliche Material strahlt Wärme aus.
  • Es besitzt hervorragende Dämmeigenschaften.
  • Holz ist langlebig.

… und Nachteile

  • Holz ist empfindlich gegen Witterung und UV-Licht.
  • Holztüren sind pflegeintensiv und müssen regelmäßig neu gestrichen werden.
  • Holztüren verziehen sich bei Temperaturschwankungen sehr leicht.

Unser Praxistipp

Achten Sie beim Kauf einer Kunststofftür darauf, dass sie einen umlaufenden Stahlkern besitzt. Dieser sorgt für Stabilität und verhindert das Verziehen der Tür.

Kunststofftüren: Vorteile …

  • Kunststofftüren sind relativ preisgünstig.
  • Sie sind pflegeleicht und verursachen geringe Wartungs- und Instandhaltungskosten.
  • Kunststoff hat gute Dämmeigenschaften.

… und Nachteile

  • Kunststoff ist ein dehnbares Material ist, das sich verziehen kann.

Unser Praxistipp

Wenn Sie eine Haustür aus Aluminium kaufen, sollten Sie auf eine Isolierschicht achten, die für ausreichenden Wärmeschutz sorgt. Achten Sie bitte genau auf die angegebenen Dämmwerte des Herstellers, um sicherzustellen, dass die Tür für ein Niedrigenergie- oder ein Passivhaus geeignet ist.

Aluminiumtüren: Vorteile …

  • Aluminium ist sehr pflegeleicht.
  • Es ist beständig gegen Witterungseinflüsse.
  • Es ist sehr stabil.

… und Nachteile

  • Das Material besitzt schlechte Dämmeigenschaften.

Bedienbarkeit und komfortable Handhabung

Unterschätzen Sie nicht die einfache Bedienbarkeit und komfortable Handhabung einer Haustür!
Wie oft öffnen und schließen Sie die Haustür? Dass sich die Eingangstür einfach bedienen lässt, wird nämlich oft unterschätzt. Eine leichtgängige Tür erhöht jedoch immens den Komfort. Wer bepackt nach Hause kommt, möchte sich nicht erst noch mit der Eingangstür herumplagen. Dann ist es hingegen von Vorteil, wenn sich diese leicht und einhändig öffnen lässt. Auch für Kinder und ältere Menschen sind leichtgängige Haustüren eine enorme Erleichterung.

Damit Haustüren leicht zu bedienen sind, sind folgende Punkte von Bedeutung:

  • Qualität und Verarbeitung der Materialien – geben Sie besser etwas mehr aus!
  • Der fachgerechte Einbau – am besten lassen Sie einen Profi ran!
  • Ein leicht zugängliches Türschloss.
  • Ein einfach zu bedienender Türgriff.

Am besten ist es, wenn Sie im Bemusterungszentrum oder im Ausstellungsraum eines qualifizierten Fachhändlers die Türen erst einmal ausprobieren können. Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Wie lassen sich die Türen öffnen? Sind sie schwer oder leicht? Lässt sich das Schloss einfach erreichen? Liegt der Griff gut in der Hand?

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Die Haustür der Zukunft

Besonderen Komfort bieten automatisierte Öffnungs- und Schließsysteme. Sie lassen sich per Knopfdruck öffnen und schließen sowie ent- und verriegeln. Die Steuerung ist sogar mittels einer App per Smartphone oder Tablet möglich. Und das sogar dann, wenn man sich nicht in unmittelbarer Nähe befindet. Ihr Partner hat seinen Haustürschlüssel vergessen? Ihr Kind kommt früher von der Schule nach Hause? Das ist dann kein Problem mehr, denn Sie können die Tür via App von überall aus öffnen.

Und zum Schluss: Die Optik

Neben all den Materialeigenschaften und technischen Werten ist zum Schluss auch die Optik der Haustür entscheidend. Die Eingangstür ist die Visitenkarte Ihres Hauses. Deshalb soll sie auch repräsentativ und einladend sein.
Die Auswahl an unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten ist riesig, da fällt die Entscheidung oft schwer. Da die Eingangstür jedoch mit der Stil- und Farbgestaltung des gesamten Hauses harmonieren soll, ist diese eine sehr gute Entscheidungshilfe.

Checkliste: Was ist beim Haustürkauf zu beachten?

  • Wärmedämmung: Liegt der Ud-Wert deutlich unter 2,0 W/m²K?
  • Bei Niedrigenergiehaus: Ist der Ud-Wert ? 1,0 W/m2K?
  • Bei Passivhaus: Ist der Ud-Wert ? 0,8 W/m2K?
  • Bestehen die Glaseinsätze der Haustür aus speziellem Wärmeschutzglas?
  • Haben Sie an die Isolierung im Bodenanschluss gedacht?
  • Schallschutz: Ist der Rw-Wert ? 27 Dezibel?
  • Hat Ihre Haustür aus Holz einen Stahlkern?
  • Hat Ihre Kunststofftür einen umlaufenden Stahlkern?
  • Hat Ihre Aluminium-Tür eine ausreichende Isolierschicht?
  • Lässt sich die Haustür leicht bedienen?
  • Ist das Schloss einfach zu erreichen?
  • Passt die Optik der Eingangstür farblich und stilistisch zu Ihrem Haus?
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Autor: Beatrice Isgro
Veröffentlicht in: Hausbau, Ratgeber, Wohnen
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