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Fensterarten im modernen Wohnungsbau

Früher waren Fenster Holzrahmen mit Glasscheiben, die zum Lüften von Wohnräumen, für den Lichteinfall und die Sicht nach draußen zuständig waren. Heute sieht das ganz anders aus: Fenster sind multifunktionale Bauteile, die zur Energieeffizienz sowie zum Hitze- und Einbruchschutz beitragen. Dementsprechend unterscheiden sich die Fensterarten in ihrer Bauweise, dem verwendeten Rahmen-Material und der Verglasung. Doch das war noch lange nicht alles. Auch in Bezug auf die Form, die Funktion oder den Öffnungsmechanismus stehen unterschiedlichste Fenster zur Auswahl.

Fensterarten unterscheiden sich in ihrer Bauweise, dem verwendeten Rahmen-Material, der Verglasung, der Form, der Funktion oder im Öffnungsmechanismus.

Die Vielfalt an Fensterformen und -arten ist sehr groß (Fotoquelle: krsmanovic / clipdealer.de)

Die Vielfalt moderner Fenster

Sie denken, es gibt nur ein- oder zweiflügelige Fenster mit oder ohne Sprossen? Weit gefehlt: Die Vielfalt an Fensterformen ist wesentlich größer. Dabei lassen sich moderne Fenster auf unterschiedlichste Weise unterscheiden zum Beispiel nach dem Einsatzort, der Bauweise oder dem Öffnungsmechanismus. Auch wenn man die Verglasung oder das für den Rahmen verwendete Material berücksichtigt, ergeben sich unterschiedliche Fensterarten. Einige davon möchten wir Ihnen im Folgenden beschreiben und deren Vor- und Nachteile aufzeigen:

Fensterarten nach der Verglasung

Nach der Art der Verglasung lassen sich folgende Fensterformen unterscheiden:

  • Einfachverglasung
  • Doppelverglasung bzw. Verbundfenster
  • Mehrscheiben-Isolierverglasung.

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Fenster mit Einfachverglasung können keine ausreichende Wärmedämmung gemäß der EnEV (Energiesparverordnung) erreichen und werden daher fast nicht mehr verwendet. Ausnahmen sind Gebäude, bei denen keine bauchrechtlichen Vorschriften in Bezug auf die Wärmedämmung bestehen. Mit Doppelverglasung, bei der zwei einfach verglaste Fensterflügel zu einem sogenannten Verbundfenster zusammengesetzt sind, erreichen Sie einen besseren Wärmeschutz. Nachteilig ist bei dieser Fensterart jedoch, dass sich an der Innenseite Kondenswasser bildet, weil die beiden Scheiben nicht luftdicht miteinander verbunden sind. Im modernen Wohnungsbau setzt man aus diesen Gründen nur noch Fenster mit Isolierverglasung ein. Bei diesen sind zwei bis drei Scheiben luftdicht hintereinander angeordnet.

Fensterarten nach dem Rahmen-Material

Das Rahmen-Material ist neben der Verglasung ein wichtiger Faktor für die Energieeffizienz von Fenstern.

Holzfenster, Aluminium-Fenster, Kunststoff-Fenster und Fenster aus Materialkombinationen haben ganz unterschiedliche Eigenschaften.

Das Rahmen-Material ist ein wichtiger Faktor für die Energieeffizienz von Fenstern (Fotoquelle: serp / clipdealer.de)

Die Unterscheidung nach dem Rahmen-Material ist damit eine sehr wesentliche Unterscheidungs-Variante. Sie können folgende Fensterarten unterscheiden:

  • Holzfenster
  • Aluminium-Fenster
  • Kunststoff-Fenster
  • Fenster aus Materialkombinationen

Holzrahmen besitzen die besten Dämmeigenschaften. Kunststoffrahmen haben ebenfalls in der Regel gute Dämmwerte, im Gegensatz zu Fenstern mit Aluminiumrahmen. Aluminium ist nämlich sehr wärmeleitfähig. Daher sollten Sie darauf achten, dass die Aluminiumprofile durch isolierende Kunststoffstege thermisch getrennt sind. Außerdem ist es wichtig, Aluminiumfenster ordentlich abzudichten, um ein Entweichen der Wärme über die Fugen zu verhindern.

Fensterarten nach dem Öffnungsmechanismus

Es kommen eine ganze Reihe unterschiedlicher Öffnungsmechanismen bei Fenstern zum Einsatz. Je nach Öffnungsweise eignen sich die Fensterformen für unterschiedliche Zwecke und Wohnsituationen.

Frei stehende Fenster

  • Lassen sich nicht öffnen.
  • Eignen sich nur als Lichteinlass, nicht aber zum Lüften.
  • Lassen sich nur von außen reinigen, weshalb sie für das Obergeschoss eher ungeeignet sind.

Unser Praxis-Tipp

Sie können freistehende Fenster als zusätzliche Glasflächen in Kombination mit Schiebe- oder Drehfenster verwenden, beispielsweise bei einer breiten Fensterfront im Erdgeschoss. Auch im Eingangsbereich als Lichteinlass neben der Haustür sind frei stehende Fenster gut geeignet.

Drehflügelfenster, Kippflügelfenster und Drehkippflügelfenster

  • Die häufigsten verwendeten Fensterformen
  • Bei Drehflügelfenstern öffnen Sie die Fensterflügel bis zu 90 Grad zur Seite.
  • Bei Kippflügelfenstern können Sie den Fensterflügel nur kippen, d.h. der Lufteinlass ist relativ gering.
  • Drehkippflügelfenster können Sie sowohl kippen als auch vollständig zur Seite öffnen.
  • Variabler Lufteinlass bei Drehkippflügelfenstern.

Vertikal- und Horizontalschiebefenster

  • Sehr platzsparende Fensterarten.
  • Lassen sich durch horizontales oder vertikales Verschieben der Fensterelemente öffnen.
  • Einfache Handhabung, da das Fensterelement sich beim Verschieben auf Schienen bewegt.
  • Gibt es auch als motorbetriebene Varianten.
  • Horizontalschiebefenster eignen sich wie Fenstertüren bei einem Balkon und im Terrassenbereich und sorgen für eine freie Raumoptik.
  • Vertikalschiebefenster eignen sich als Dachfenster und schaffen eine großzügige Raumoptik.
  • Keine räumliche Beeinträchtigung, da die geöffneten Fensterflügel nicht in den Raum hineinragen.
  • Besonders große Lüftungsfläche.

Schwingfenster und Schwingflügelfenster

  • Lassen sich nach oben schwingen.
  • Der untere Flügelteil schwingt nach außen, der obere nach innen.
  • Fensterflügel lässt sind bis zu 180 Grad drehen.
  • Sind mittig auf beiden Seiten des Rahmens oder entlang der Oberkante des Rahmens befestigt.
  • Werden in der Regel als Dachfenster in Dachschrägen verwendet, da sie platzsparend sind.
  • Schnelle und effektive Lüftung, da die verbrauchte, in der Regel wärmere Raumluft im oberen Bereich des Fensters direkt nach draußen strömen kann, während frische Luft im unteren Teil einströmen kann.

Wendeflügelfenster

  • Die Fensterseite, die normalerweise nach außen zeigt, wird ins Hausinnere gewendet.
  • In der Regel bis zu 170 Grad um die eigene Achse zu drehen.
  • Platzsparender als Drehfenster.
  • Große Öffnung für optimale Lüftung.
  • In der Regel mit einer Kindersicherung ausgestattet.

Fensterarten nach dem Einsatzort

Ein Einfamilienhaus besteht in den meisten Fällen aus Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss und Dach. Für die unterschiedlichen Etagen gibt es verschiedene Fensterformen:

  • Kellerfenster und Lichtschächte
  • Fenstertüren für Terrassen und Balkone
  • Liegende Dachfenster
  • Gauben- und Erkerfenster.

Kellerfenster sind beliebte Einstiegsmöglichkeiten von Einbrechern. Deshalb müssen Sie bei diesen Fenstern besonderen Wert auf die Einbruchsicherheit legen. Gitter an den Fenstern und Lichtschachtabdeckungen, die von unten verschraubt oder mit Ketten befestigt sind, sind dringend zu empfehlen.

Fenstertüren bilden den fließenden Übergang zwischen Wohnraum und Garten. Je mehr Fenstertüren oder bodentiefe Fenster Sie verbauen, desto großzügiger und offener wirkt der Wohnbereich. Diese Fensterformen besitzen aber auch Nachteile. Sie sind wie Kellerfenster potentiell einbruchgefährdet, weshalb Sie diese mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen wie abschließbaren Griffen und Rollläden versehen sollten. Außerdem benötigen sie im Sommer einen Hitzeschutz, da durch große Glasflächen Wärmestrahlung in den Wohnraum eindringt und diesen unangenehm aufheizen kann. Getönte Sonnenschutzgläser, Jalousien, Markisen oder Vorhänge sind geeignete Maßnahmen für den Sonnenschutz an diesen Fenstern.

Diese Fensterarten eignen sich für Ihr Dach

Bei Wohnhäusern, die keine zwei Vollgeschosse besitzen, sondern im Obergeschoss einen Kniestock haben, spielen Dachfenster eine wichtige Rolle. Man unterscheidet sie in liegende und stehende Dachfenster.

Unser Praxis-Tipp

Je flacher Ihr Dach ist, desto länger können die Dachliegefenster sein. Damit Sie die Fenster komfortabel bedienen können und eine schöne Aussicht haben, planen Sie die Fensteroberkante idealerweise auf einer Höhe von zwei Metern.

Stehende Fenster verbaut man aufrecht in einer Dachgaube oder einem Erker. Dabei stehen Ihnen alle üblichen Öffnungsmechanismen offen. Ein nachträglicher Einbau einer Dachgaube oder eines Erkers ist jedoch mit hohem Kosten- und Arbeitsaufwand verbunden. Dafür erhalten Sie dadurch etwas mehr Wohn- und Stellfläche.

Dachfenster geben den Blick in die Landschaft und den Himmel frei, wodurch eine helle und großzügige Atmosphäre entsteht.

Liegende Fensterarten setzt man direkt in die Dachschräge ein. (Fotoquell: hasenonkel / clipdealer.de)

Liegende Fensterarten setzt man direkt in die Dachschräge ein. Sie geben dadurch den Blick in die Landschaft und den Himmel frei, wodurch eine helle und großzügige Atmosphäre entsteht. Sie können liegende Dachfenster auch durch eine feststehende Verlängerung bis zum Boden erweitern, wodurch sich diese Wirkung noch verstärkt. Bei den Öffnungsmechanismen haben Sie die Wahl zwischen

  • Schiebefenstern
  • Schwingfenstern
  • und Wendefenstern.

Liegende Dach-Fensterarten sind Öffnungen in Ihrem Dach, außerdem scheint den ganzen Tag die Sonne darauf. Deshalb sollten Sie bei Dachliegefenstern sowohl die Energieeffizienz als auch den Hitzeschutz berücksichtigen. Wählen Sie Fenster mit einem U-Wert unter 1,3, um eine gute Wärmedämmung sicherzustellen.Vor Überhitzung im Sommer schützt entweder eine spezielle Sonnenschutzverglasung oder Sie bringen Rollläden oder einen anderen innenliegenden Sonnenschutz am Fenster an.

Diese Sicherheitsvorkehrungen müssen Sie einhalten

Bei einigen Fensterarten müssen Sie bestimmte Sicherheitsvorschriften beachten. Dies gilt zum einen generell für großflächige Fenster wie Panorama- oder Schiebefenster, zum anderen für bodentiefe Fenster, die Sie in oberen Etagen einbauen lassen. Panorama-, Schiebefenster und Fenstertüren im Erdgeschoss sollten aus einbruchhemmendem Sicherheitsglas bestehen, um vor Einbruch zu schützen, aber auch um beim Zerbrechen der Fensterscheibe das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Bodentiefe Fenster im Obergeschoss müssen ebenfalls aus Verbundsicherheitsglas bestehen, um das Unfallrisiko zu minimieren. Außerdem müssen Sie diese Fensterformen laut Bauverordnung immer mit einer Absturzsicherung, die auf durchschnittlicher Hüfthöhe sitzt, versehen.

Bei der Absturzsicherung von bodentiefen Fenstern haben Sie die Wahl zwischen einem sogenannten französischen Balkon oder einem feststehenden Unterteil.

Bodentiefe Fenster mit französischem Balkon

    Unser Praxis-Tipp

    Wenn Sie kleine Kinder haben, sollten auch normal große Fenster im Obergeschoss sichern um lebensgefährliche Stürze zu verhindern. Denn das Erklettern von Fensterbänken ist für Kinder sehr reizvoll. Entweder wählen Sie Fenster mit abschließbarem Griff oder Sie versehen die Fenster mit einer Kindersicherung.

  • Fenstertür lässt sich komplett öffnen.
  • Absturzsicherung bietet ein Gitter, das vor dem Fenster angebracht ist.
  • Wirkt wie ein kleiner Balkon.
  • Die Gitter sind von außen markante Bauelemente des Hauses.

Bodentiefe Fenster mit feststehendem Unterteil

  • Nur die obere Hälfte des Fensters lässt sich öffnen.
  • Nur Optik einer Fenstertür.
  • Sind im Erdgeschoss die gleichen bodentiefen Fenster, ergibt sich ein harmonisches Bild.
  • Ideal, wenn die Gitter bei einem französischen Balkon als störend empfunden werden.

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Checkliste: Diese Dinge sollten Sie bei der Wahl der Fensterarten beachten

  • Verglasung: Zwei- oder Drei-Scheiben-Isolierverglasung
  • Rahmenmaterial: Holz, Kunststoff, Metall oder Material-Kombinationen
  • Öffnungsmechanismus in Abhängigkeit von der Wohnraumsituation
  • Größe der Fenster in Bezug auf Lichtausbeute und Sichtschutz
  • Notwendiger Einbruchschutz bei Kellerfenstern und Fenstertüren
  • Sonnenschutz bei bodentiefen Fenstern und Fenstertüren
  • Fensterarten fürs Dach: Stehende oder liegende Fensterformen
  • Sicherheitsvorkehrungen: Verbundsicherheitsglas für bodentiefe Fenster und Fenstertüren
  • Feststehendes Unterteil oder französischer Balkon für bodentiefe Fenster im Obergeschoss
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Autor: Beatrice Isgro
Veröffentlicht in: Ratgeber

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