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Nachhaltig einrichten: Worauf Sie beim Kauf von Holzmöbeln achten sollten

Holzmöbel liegen im Trend genauso wie eine nachhaltige Inneneinrichtung. Beides lässt sich sehr einfach miteinander verbinden. Denn Holzmöbel bestehen aus einem natürlichen, nachwachsenden Rohstoff. Allerdings sollten Sie beim Kauf genau hinsehen und auf vertrauenswürdige Gütesiegel achten, die garantieren, dass das Holz für die Möbel auch aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Beim Kauf von Holzmöbeln sollte man auf vertrauenswürdige Gütesiegel achten.

Massivholzmöbel und natürliche Materialien sind wieder voll im Trend. (Bildnachweis: Paha L / clipdealer.de)

Seit einiger Zeit liegen Massivholzmöbel wieder im Trend, denn nahezu jeder Geschmack kann mit Möbeln aus dem natürlichen Material bedient werden. Dies liegt zum einen daran, dass die Auswahl an Hölzern enorm gewachsen ist. Sie reicht von klassischer Eiche bis zu exotischem Sheesham. Zum anderen werden Holzmöbel in allen erdenklichen Stilrichtungen gefertigt und passen zum traditionellen Landhausstil ebenso wie zum modernen Loftstil. Nicht zuletzt ist für viele Verbraucher auch das Thema Nachhaltig-Einrichten von Bedeutung, wofür sich Möbel aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz eigentlich geradezu anbieten. Doch in Bezug auf die Nachhaltigkeit sind nicht alle Holzmöbel empfehlenswert. Viel zu oft noch wird gerade bei Tropenhölzern wie Teak oder Bangkirai Raubbau betrieben oder das Kriterium einer sozialverträglichen Fertigung wird nicht erfüllt.

Welche Hölzer sind empfehlenswert?

Heimische Hölzer wie Eiche, Lärche oder Buche sind aus Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten Tropenhölzern wie Teak, Mahagoni oder Bangkirai vorzuziehen, da der sehr lange, die Umwelt stark belastende Transportweg entfällt. Zudem ist es bei heimischen Hölzern meist einfacher nachzuvollziehen, woher sie stammen und wie sie verarbeitet wurden. Wer auf den außergewöhnlichen, exotischen Look von Tropenhölzern nicht verzichten möchte oder wem diese einfach besser gefallen, sollte unbedingt auf Gütesiegel achten, die garantieren, dass die Hölzer nicht illegal geschlagen wurden.

Einige Länder, die mit Tropenhölzern und Produkten aus diesen handeln, verlagern die Fertigung inzwischen auf Alternativen zu den Holzarten, die vom Raubbau betroffen sind. Beispiele hierfür sind Sri Lanka, wo man den schnell wachsenden Gummibaum für die Herstellung von Kunsthandwerk verwendet, sowie Ghana, wo verstärkt der ebenfalls schnell wachsende Osesse für die Produktion von Holzprodukten zum Einsatz kommt. Andere Länder konzentrieren sich in der Holzproduktion auf Arten, die in Plantagen angebaut werden können, wie Mango, Haldu oder Sheesham. Die Kooperationspartner im Fairen Handel wirken hier als Förderer und setzen sich ebenfalls dafür ein, dass sich schnell nachwachsende Hölzer als Alternativen zu Tropenhölzern in der Produktion von Kunsthandwerk, Kinderspielzeug oder Möbeln etablieren.

Beim Kauf auf anerkannte Gütesiegel achten

Egal ob aus der Heimat oder aus den Tropen – wer sichergehen möchte, dass die für die Möbel verwendeten Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen, sollte auf anerkannte Siegel achten. Das wichtigste Gütesiegel ist hier das Siegel des Forest Stewardship Council®, kurz FSC®. Die internationale Nichtregierungsorganisation setzt sich weltweit für die nachhaltige Forstwirtschaft ein. Sie zertifiziert deren Produkte, um die ökologisch und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung für Verbraucher sichtbar zu machen. Zunehmend mehr Händler verkaufen Möbel, welche das FSC-Siegel tragen, und weisen gezielt daraufhin. Ein Beispiel hierfür ist der Online-Shop naturloft.de, welcher beispielsweise Kleiderschränke aus FSC®-zertifiziertem Holz anbietet.

Daneben gibt es weitere Gütesiegel, welche deutlich machen, dass es sich um Holz mit vertrauenswürdiger Herkunft handelt und die Produktion den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht. Hierzu gehören das Siegel des „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, kurz PEFC, “Der Blaue Engel” sowie das Europäische Umweltzeichen.

Wenn Sie Wert auf Möbeln aus massivem Holz legen, sollten Sie neben den Nachhaltigkeits-Siegeln auch auf die DIN-Norm 68871 achten. Nur Möbel, die dieser Norm entsprechen, sind tatsächlich aus einer einzigen massiv gewachsenen Holzart gefertigt (Ausnahmen sind Rückwände und Schubladenböden) und dürfen als Massivholzmöbel bezeichnet werden.

Vorsicht bei Schnäppchen

Bei Billig-Möbeln ist Vorsicht geboten, denn Holz, das nicht zertifiziert ist oder tatsächlich aus Raubbau stammt, ist in der Regel günstiger im Einkauf als Holz aus nachhaltigem Anbau. Kauft man das Material günstig ein, lassen sich Möbel selbstverständlich auch günstiger produzieren, was sich dann oft im Preis niederschlägt. Darüber hinaus entsprechen die Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Billig-Möbeln in vielen Fällen nicht den fairen und sozialen Kriterien des Nachhaltigkeitsgrundsatzes. Natürlich kann man nicht generell davon ausgehen, dass Möbel-Schnäppchen aus Hölzern bestehen, die nicht nachhaltig angebaut wurden. Sie sollten jedoch bei diesen besonderen Wert auf eine ausgewiesene Zertifizierung achten.

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Autor: Beatrice Isgro
Veröffentlicht in: Wohnen
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