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Die Kunst des richtigen Schlafens

Mehr als ein Drittel unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen. Kein Wunder also, dass die Auswahl einer richtigen Schlafunterlage immer mehr Bedeutung zufällt. Während man lange Zeit getreu dem Motto „Je härter desto besser“ vorging, gibt es heute eine Vielzahl unterschiedlicher Matratzenarten von unzähligen Herstellern. Dabei den Überblick zu behalten, stellt viele Laien vor ein echtes Problem.

Kunst des Schlafens

Welches Matratzenkonzept ist für Sie das richtige? (Foto: Rob_Stark/clipdealder.de)

Viele Menschen der älteren Generation kennen sie noch, Matratzen gefüllt mit Rosshaar oder billig verarbeiteten Sprungfedern, welche man schon nach kurzer Zeit deutlich im Rücken spüren konnte. Seitdem hat sich vieles geändert. Heute gleicht die Matratzenfertigung einer wahren Wissenschaft aus dutzenden Materialien, Fertigungsprozessen und Liegeeigenschaften. Dennoch bleibt auch hier zu beachten, dass die beste Matratze nur so gut ist wie der Lattenrost darunter. Beim Kauf sollte man also darauf schauen, ein System aus Matratze und Lattenrost zu wählen, welches sehr gut aufeinander abgestimmt ist. Fachberater aus Möbelhäusern und Online-Shops können einem hier oftmals weiterhelfen.

Individuell an den Körper angepasst – die Kaltschaummatratze

Kaltschaummatratzen werden aus Kaltschaum im so genannten Blockschaumverfahren gefertigt. Dabei gibt es sehr viele Arten von Kaltschaum, die natürlich alle eine unterschiedliche Qualität aufweisen. Ein Kriterium zur Qualitätskontrolle hinsichtlich der Langlebigkeit und Haltbarkeit ist das Raumgewicht, welches bei einer guten Kaltschaummatratze 40 kg/m³ nicht unterschreiten sollte. Dank einer hohen Punktelastizität passt sich die Kaltschaummatratze hervorragend an den Körper an. Punktelastizität bedeutet in diesem Fall, dass man nur an der Stelle einsinkt, auf der man auch wirklich aufliegt und der Körper somit perfekt gestützt wird.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist eine sinnvolle Zonierung, meist in 7 Zonen, welche ermöglicht, dass die jeweiligen Körperpartien (Lordose, Schulter, etc.) individuell gestützt werden. Diese gute Druckentlastung ist ein Grund dafür, dass die Kaltschaummatratze heute die meistverkaufte Matratzenart in Deutschland ist. Weitere Vorteile sind die sehr gute Atmungsaktivität, was ein angenehmes Schlafklima verspricht, und die Tatsache, dass Kaltschaummatratzen für alle Lattenroste, also auch elektrisch verstellbare, geeignet sind.

Federkernmatratzen – Bonell- und Taschenfederkern

Generell unterscheidet man 3 Typen von Federkernmatratzen. Angefangen bei der preisgünstigen Bonellfederkernmatratze, über die berühmte Taschenfederkernmatratze bis hin zum König unter den Federkernmatratzen, der Tonnentaschenfederkern-Matratze. Der Aufbau ist bei allen 3 Typen gleich: ein innerer Federkern wird von einer äußeren Schaumstoffpolsterung umgeben. Jedoch gibt es zum Teil eklatante Unterschiede in der Qualität.

Während die Bonellfederkernmatratze aufgrund des zusammenhängenden Federkerns nur flächenelastisch ist und zum Teil mit minderwertigen Schäumen ummantelt ist, bestechen die einzelnen Taschenfederkerne durch eine ausgezeichnete Punktelastizität und sind darüber hinaus oftmals durch hochwertige Kalt- oder Visco-Schäume umgeben. So entsteht also oftmals eine Matratzen-Mischform. Zudem verfügen Federkernmatratzen über einen hervorragenden Luftaustausch. Jede Bewegung erzeugt eine innere Ventilation und sorgt somit für ein angenehmes Klima im Schlaf. Für verstellbare Lattenroste sind Federkernmatratzen aber meistens ungeeignet, da diese so in ihrer Funktion eingeschränkt sind und sich schneller abnutzen.

Visco-Matratzen – abhängig von der Raumtemperatur

Eine viscoelastische Matratze ist eine Matratze, welche eine Schaumstoffschicht mit viscoelastischen oder thermoplastischen Eigenschaften besitzt. Da der viscoelastische Schaum aber keinerlei Gegendruck bietet, ist zwingend immer noch eine Schicht aus Kaltschaum notwendig, um den Körper ausreichend zu stützen. Viscoelastisch bedeutet kurz gesagt, dass sich der Visco-Schaum unter dem Einfluss von Wärme und dem Druck des Körpers verformt und exakt an die Körperkonturen anpasst. Anschließend nimmt die Matratze wieder ihre ursprüngliche Form an, was jedoch relativ langsam und träge passiert.

Visco-Matratzen eignen sich vor allem für Seitenschläfer mit breiten Schultern oder Menschen mit Schulterproblemen, welche auf einer taschenfederkern- oder Kaltschaummatratze nicht tief genug einsinken können. Da man durch das tiefe Einsinken eine große Kontaktfläche erreicht, erhöht sich auch die Wärmeentwicklung. Deshalb ist eine Visco-Matratze für Menschen die stark schwitzen nur mit einem besonders atmungsaktiven Bezug zu empfehlen. Bei der Auswahl eines Lattenrostes braucht man allerdings nichts zu beachten, da die Matratze sowohl auf einem starren als auch auf einem verstellbaren Lattenrost problemlos funktioniert.

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Autor: Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Wohnen
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