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Terrasse betonieren – so wird’s gemacht

Beton ist ein gerade sehr angesagter Werkstoff in der Haus- und Gartengestaltung, der für Terrassen sehr gut geeignet ist. Ob puristisch zum Industrie- und Bauhausstil oder als Kontrast zu natürlichen Materialien – eine Beton-Terrasse setzt in jedem Garten Akzente. Wer sich für diesen Look entscheidet, kann entweder Platten verlegen oder die Terrasse aus Beton direkt gießen. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Der Beton sollte auf einmal und von einer Seite in die Verschalung gegossen werden, da sich sonst einzelne Platten bilden. (Fotoquelle: rfoxfoto / clipdealer.de)

Der Beton sollte auf einmal und von einer Seite in die Verschalung gegossen werden, da sich sonst einzelne Platten bilden. (Fotoquelle: rfoxfoto / clipdealer.de)

Planung der Terrasse

Eine Terrasse aus Beton zu gießen, klingt einfach. Tatsächlich muss aber sauber gearbeitet werden, damit die Oberfläche vollständig eben wird und der Werkstoff mit der Zeit keine Risse bekommt. Grundsätzlich kann ein Heimwerker diese Arbeit mit einem handelsüblichen Betonmischer auch selber erledigen. Soll Ihre Terrasse sehr groß werden, sollten Sie jedoch überlegen einen Profi ran zu lassen, der mittels einer Pumpe den Werkstoff auf der vorgesehenen Fläche aufbringt.

Die Festlegung der Terrassen-Größe ist damit auch der erste Schritt der Planung. Berücksichtigen sollten Sie dabei:

  • Die Größe des Grundstücks, damit dieses nicht nur aus Terrasse besteht
  • Die Größe des Hauses, damit die Proportionen stimmen
  • Die Anzahl der Personen, die im Haushalt leben
  • Persönliche Vorliebe wie große Feste, wuchtige Lounge-Möbel, Sonnenliegen oder Hängematten

Wenn Sie die Größe festgelegt haben, spannen Sie am besten gleich mal ein Schnurgerüst. So sehen Sie sehr gut, wie die Terrasse wirken wird und ob sie zu groß oder zu klein dimensioniert ist. Berücksichtigen Sie auch, circa 10 Zentimeter rund um die Terrasse für die Verschalung einzuplanen. Diese ist notwendig, damit der flüssige Werkstoff nicht davonläuft.

Stehen die Außenmaße, geht es an die Tiefe, die Sie ausheben müssen. Hierbei ist auch relevant, wie die Terrasse mit dem umgebenden Gartenbereich abschließen soll. Soll sie etwas höher sitzen oder möchten Sie ebenerdig auf den Rasen treten? Dies müssen Sie beim Ausheben der Fläche berücksichtigen. Die Stärke der Betonplatte sollte mindestens 15, besser 20 Zentimeter betragen. Wenn Sie sehr schwere Gegenstände darauf platzieren möchten, sollte sie noch dicker sein oder Sie gießen noch ein Betonfundament darunter. Beim Ausgraben der Fläche rechnen Sie dann zur Plattendicke noch weitere 20 Zentimeter dazu, die für die kapillarbrechende Schotterschicht benötigt werden. Bei einer ebenerdigen Terrasse mit einer Stärke von 15 Zentimetern graben Sie demnach 35 Zentimeter tief.

Letzter Planungsschritt ist die Neigung der Terrasse, die 0,3 Zentimeter pro 30 Zentimeter betragen sollte. Sie ist erforderlich, damit das Wasser ablaufen kann. Stehendes Wasser kann dauerhaft Schäden verursachen, zudem bekommen Sie so nasse Füße und die Rutschgefahr ist stark erhöht.

Der Zeitpunkt fürs Betonieren

Es ist nicht völlig egal, wann Sie Ihre Beton-Terrasse gießen. Idealerweise herrscht ab dem ersten Arbeitstag 14 Tage trockenes, nicht zu heißes Wetter. Doch das ist bei uns in der warmen Jahreszeit aber ja leider fast wie ein Sechser im Lotto. Wenn es sehr heiß ist, sollten Sie recht zügig arbeiten und außerdem den Beton vor einem zu schnellen Trocknen durch Planen schützen. Ein weiterer Tipp ist, den Untergrund und die Verschalung gut zu durchfeuchten.

Wenn Sie Ihre Terrasse in der kalten Jahreszeit betonieren, sollten Sie bedenken, dass die chemischen Prozesse verlangsamt sind und der Beton deutlich länger braucht um auszuhärten. Wenn Sie bei kalten 5 bis -3 Grad betonieren, muss der Beton mindestens 5 Grad warm sein. Er muss außerdem die folgenden drei bis vier Tage bei dieser Temperatur gehalten werden, was Sie beispielsweise durch wärmedämmende Matten erreichen können.

Tipps für gegossene Beton-Terrassen

Damit Sie lange Freude an Ihrer Terrasse haben, sollten Sie diese Tipps beherzigen:

  • Der Boden unter der Terrasse sollte möglichst eben sein. Ist das nicht der Fall, gleichen Sie die Unebenheiten aus, indem Sie Boden abgraben oder Bereiche auffüllen. Entfernen Sie auch Wurzeln und andere Pflanzenteile mit einem Rechen.
  • Als Frostschutz und um die Terrasse vor aus dem Erdreich aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen, ist eine kapillarbrechende Schotterschicht notwendig. Diese sollte 20 Zentimeter dick sein.
  • Der Beton sollte auf einmal und von einer Seite in die Verschalung gegossen werden, da sich sonst einzelne Platten bilden.
  • Besonders wichtig ist das Verdichten des Betons. Stochern Sie mit Stöcken in den flüssigen Werkstoff, damit die Luft, die durch das Einfüllen darin enthalten ist, entweicht.
  • Für eine dicht geschlossene Oberfläche drücken Sie den Beton mit einer Schaufel in alle Ecken und ziehen die Oberfläche dann in sägenden Bewegungen mit einer Richtlatte oder einer Aluminiumschiene ab.
  • Damit die Oberfläche eben wird, glätten Sie diese mit einem Abzieher. Anschließend sollten Sie eine Glättkelle zwischen Verschalung und Beton setzen und über die Kanten ziehen.
  • Bei Längen über 3,60 Meter benötigt die Betonplatte Dehnungsfugen, damit sich der Beton noch bewegen kann, bis er vollständig ausgehärtet ist. Schneiden Sie die Fugen etwa alle 2,40 Meter mit einer Tiefe, die ¼ der Plattenstärke beträgt, und einer Breite von 2,5 Zentimetern in den Beton.
  • Bedecken Sie die Betonterrasse während der Trocknungsphase mit einer Plane.
  • Wenn die relative Luftfeuchtigkeit unter 85 Prozent liegt, sollten Sie den Beton zusätzlich noch regelmäßig befeuchten.

Wenn der Beton dann vollständig ausgehärtet ist, entfernen Sie vorsichtig die Verschalung und können nun Ihre moderne Terrasse aus Beton genießen.

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Autor: Beatrice Isgro
Veröffentlicht in: Ratgeber
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