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2017 bundesweite Rauchmelderpflicht in Deutschland

Es ist ein Thema für jeden Hausbesitzer: Der Brandschutz und die Feuerprävention. Lebensrettend im Fall der Fälle ist eine schnelle Benachrichtigung – nicht nur der Feuerwehr, sondern auch der Bewohner selbst. Denn nicht immer wird ein Feuer im Haus sofort bemerkt, selbst wenn man sich darin gerade aufhält. In Deutschland wurde daher in den letzten Jahren schrittweise eine gesetzliche Rauchmelderpflicht eingeführt, die in der jeweiligen Landesbauordnung geregelt ist und 2017 endgültig in allen Bundesländern auch umgesetzt sein soll.

Rauchmelder retten Leben. (Fotoquelle: Sammy07 / clipdealer.de)

Rauchmelder retten Leben. (Fotoquelle: Sammy07 / clipdealer.de)

Umsetzung flächendeckend in allen Wohnhäusern

Die Pflicht zur Installation von Rauchmeldern betrifft alle Häuser und Räume mit Wohnungen, also ebenso Eigentumswohnungen und Einraumwohnungen. Für Neu- und Umbauten ist der Einbau bereits seit dem 1.1.2013 verpflichtend. Für bestehende Wohnungen bestehen Übergangsfristen, die in den verschiedenen deutschen Bundesländern zu unterschiedlichen Terminen enden. Ende 2017 endet die letzte Übergangsfrist, so dass dann endgültig eine bundesweite Rauchmelderpflicht in Neu- und Bestandsbauten besteht.

Stichtag 31.12.2017
Stichtag 31.12.2016
BayernNordrheinwestfalen, Berlin, Saarland

Wo und wie sind Rauchmelder einzubauen?

Die gesetzliche Rauchmelderpflicht in Deutschland sieht vor, dass in folgenden Räumen einer Wohnung mindestens ein Rauchmelder anzubringen ist:

  • Schlafräume
  • Kinderzimmer
  • Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen bzw. als Fluchtwege dienen
  • Schlafbereiche von Einraumwohnungen

Der Einbau muss so erfolgen, dass die elektronischen Melder den Brandrauch schnellstmöglich wahrnehmen und Alarm geben können. Bei Fluren kommt es auf die räumliche Trennung an. Flure, die mit einer Treppe einen gemeinsamen Raum- und Luftverbund bilden, gelten als zusammengehörend. Daher muss hier wenigstens in der obersten Ebene ein Rauchmelder montiert werden. Treppen, die außerhalb der Wohnung liegen, sind von der Rauchmelderpflicht befreit. Doch kann es auch hier sinnvoll sein, Melder freiwillig anzubringen, wenn man ohnehin dabei ist, die Wohnung damit auszustatten.

Die gesetzliche Pflicht bezieht sich aber nicht nur auf die reine Installation der Rauchmelder. Sie verpflichtet den Wohnungsbesitzer außerdem dazu, die Betriebsbereitschaft der Geräte sicherzustellen. Er soll demnach regelmäßig die Rauchmelder warten und ihre Funktionsfähigkeit überprüfen.

Warum wurde die Rauchmelderpficht eingeführt?

Der Grund für die gesetzliche Rauchmelderpflicht in Deutschland ist so simpel wie weitreichend: Rauchmelder retten Leben. Viel zu oft brechen Feuer in Wohnhäusern unbemerkt aus. Vergessene Kerzen, der nicht ausgeschaltete Herd oder gar ein Kabelbrand können von den Bewohnern zu spät bemerkt werden, insbesondere während der Schlafenszeiten. Sind dann die Fluchtwege schon aufgrund von Flammenbildung nicht mehr begehbar, kann dies schnell zu einer Katastrophe führen. Besonders wichtig ist eine frühzeitige Warnung bei alten und hilfebedürftigen Menschen, die sich nicht selbst ohne weiteres retten können. Bei diesen besonders gefährdeten Personengruppen ist es zu empfehlen, in mehr als in die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen und genormten Standard-Schutzsysteme zu investieren. Für Gehörlose und Schwerhörige kann der Signalton der standardmäßigen Rauchmelder zu leise sein. Eine Lösung wären Melder, die zusätzlich Lichtblitze und Vibrationen aussenden. Darüber hinaus kann man auch vernetzte Schutzsysteme installieren, welche die Rauchwarnmeldung an externe Stellen wie Nachbarn, Angehörige oder eine Hausnotrufzentrale weitergeben.

Rauchmelder leisten aber nicht nur einen lebensrettenden Beitrag, sondern können auch den Ausbruch eines großen Brandes verhindern. Sie schlagen bei der ersten Rauchentwicklung Alarm und geben den Bewohnern so die Möglichkeit mit einem Feuerlöscher oder einem anderen adäquaten Löschmittel den Brandherd zu beseitigen. In jedem Fall sollte natürlich die Feuerwehr verständigt werden, welche sicherstellen kann, dass der Brandherd tatsächlich erloschen ist und keine Gefahr mehr darstellt.

Kampagne wird zum Gesetz

Seit 2000 arbeiten in Deutschland bereits die Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen gemeinsam mit der Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ an der aktiven Brandschutzaufklärung. Mit bestem Erfolg: Denn es wurde nicht nur insgesamt das Bewusstsein in der Bevölkerung ebenso wie bei den zuständigen Behörden für diese Thematik geschärft, sondern die Kampagne hat schließlich auch zur gesetzlichen Rauchmelderpflicht in Deutschland geführt.

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Autor: Beatrice Isgro
Veröffentlicht in: Ratgeber
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