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Baumängel kosten Milliarden

Die Konfrontation mit gravierenden Baumängeln zählt noch immer zum Repertoire für so manchen Bauherren während der Bauphase. Die Lage bessert sich nicht, ergaben neueste Umfragen. Die traurige Bilanz: Satte 4,3 Milliarden Euro fallen allein durch Baumängel an.

Baumängel

Die Kosten der Baumängel betragen inzwischen satte 4,3 Milliarden Euro (Foto: Emu / Clipdealer.com)

Das Thema Mängel am Bau trägt das Potenzial in sich, zum Dauerbrenner zu werden. Bei Bauprojekten entstehen nach wie vor horrende Kosten, die durch erhebliche Mängel verursacht werden. Eine aktuelle Umfrage von Bauinfoconsult offenbart das aktuell traurige Ausmaß. Befragt wurden jeweils 180 Bauträger, Architekten, Bauunternehmen und SHK-Installateure. Die Befragten äußerten, dass durchschnittlich etwa fünf Prozent des kompletten Umsatzes der Baubranche von Fehlerkosten aufgezehrt werden. Umgerechnet handelt sich damit um die satte Summe von 4,3 Milliarden Euro, die allein durch Baumängel anfällt.

Baumängel – die Liste der Klagen ist lang

Fehler am Bau sind kein neues Phänomen sondern ein Ärgernis, das sich kaum eindämmen lässt. Viele Studien und Untersuchungen beweisen dies anschaulich. Auch eine interne Untersuchung des Verbandes Privater Bauherren (VPB) ergab keine erfreulicheren Nachrichten. Demnach verfügen über 70 Prozent aller Neubauten über Mängel im energetischen Bereich. Ob fehlerhafte Planungen und Berechnungen oder handwerklich miserable Ausführungen – die Liste der Klagen ist lang. Das Institut für Bauforschung e.V. in Hannover geht nach Recherchen davon aus, dass im Bereich Wärmedämmung inzwischen jedes dritte Projekt von mangelhaften Ausführungen betroffen ist.

Baumängel – mangelhafte Kommunikation

Einig sind sich die Experten, dass die Ursachen der vielen Baumängel nicht selten in der äußerst mangelhaften Kommunikation zwischen Bauherren und den Bauträgern liegt. Anlässlich einer Befragung unter Bauunternehmern mit der Fragestellung, wie sich Baumängel eindämmen ließen, gaben über 30 Prozent eine Verbesserung ihrer Kommunikationsstrategie an. Sie wollen sich künftig mit ihren Bauherren deutlich besser absprechen. Auch bessere Planungen nehmen sich Beteiligten als Maßnahme zu einer Reduktion der Baumängel vor. Für klare Verantwortlichkeiten sowie Erkenntnisse aus Lernprozessen sprachen sich zwischen 16 und 18 Prozent der Befragten aus, damit Baumängel künftig besser verhindert werden. Erschreckend hoch zeigte sich allerdings die Zahl jener Bauunternehmer, die nichts tun wollen. Etwa 25 Prozent aller Befragten sehen sich nicht gezwungen, ernsthaft über eine Vermeidung von Fehlern am Bau nachzudenken.

 

Verweise:

Hitliste der Baumängel
Pfusch am Bau
Unter Druck bei der Bauabnahme
Baumängel – rügen, aber richtig
Bauabnahme – Interview mit Dipl. Ing. Ulrich Schiffler
Wenn das Traumhaus Mängel hat
Baumängel – Vorschuss statt Schadenersatz

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Autor: Ursula Pidun
Veröffentlicht in: Finanzierung, Hausbau
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