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Wohnung renovieren und Kosten im Blick behalten!

Wer seine Wohnung renovieren möchte, sollte sich vorher mit einer detaillierten Planung einen Überblick über die zu erwartenden Kosten verschaffen. Die genaue Planung erleichtert die Finanzierung und sorgt für einen reibungslosen Ablauf des Projekts.

Einen Überblick über die Planung der Renovierung zu haben, ist sehr wichtig.

Einen Überblick über die Planung der Renovierung zu haben, ist sehr wichtig. (Bild: nyul/clipdealer.de)

Welche Kosten fallen beim Renovieren einer Wohnung an?

Eine Wohnung komplett zu renovieren, ist ein umfangreiches Projekt. Die zu erwartenden Renovierungskosten hängen dabei von verschiedenen Einflussgrößen ab:

  • Alter der Immobilie
  • Zustand der Wohnung
  • Wohnfläche
  • Auswahl der Materialien
  • Höhe der Arbeitskosten
  • persönliche Ansprüche

Alter der Immobilie

Die Kosten für die Renovierung hängen ganz entscheidend davon ab, wann das Haus gebaut wurde. In Altbauten mit maroder Bausubstanz reicht es nicht aus, die Wände neu zu tapezieren, denn oft sind vorher Putzarbeiten nötig. Auch die Böden, Türen und Fenster müssen meist gründlich saniert oder sogar komplett erneuert werden. Wurde das Haus in den 50er bis 70er Jahren erbaut, sollte man sich außerdem darüber informieren, ob gesundheitsschädliche Baustoffe wie Asbest verwendet wurden. In diesem Fall ist die Sanierung schwierig und es sind teure Entsorgungskosten bei der Finanzplanung zu berücksichtigen.

Zustand der Wohnung

Abgesehen vom Alter ist außerdem der aktuelle Zustand der Wohnung ein Faktor für die Höhe der Renovierungskosten. Leider kann man den Zustand der Räumlichkeiten nicht immer einfach beurteilen. Elektroinstallationen liegen unter dem Putz verborgen und auch der Zustand der Rohre ist für Laien schwer einzuschätzen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, einen Bausachverständigen zu beauftragen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn es darum geht, eine Eigentumswohnung im nicht-renovierten Zustand zu kaufen.

Wohnfläche

Je größer die Wohnfläche ist, desto teurer wird die Sanierung werden. Es besteht ein direkter Zusammenhang mit den Kosten, denn es werden einerseits mehr Materialien gebraucht und andererseits steigen die Arbeitskosten erheblich an, weil das gesamte Projekt länger dauert.

Auswahl der Materialien

Mit der Entscheidung, welche Fliesen, Tapeten oder Bodenbeläge gewählt werden, kann der Wohnungsbesitzer die Renovierungskosten wesentlich beeinflussen. Obwohl die Preise in Zusammenhang mit der Qualität der Materialien stehen, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass die teuersten Fliesen, Tapeten oder Farben auch die besten sind. Ein Fachberater informiert über die verschiedenen Qualitäten und hilft dabei zu entscheiden, welche Materialien am besten für das konkrete Renovierungsvorhaben geeignet sind und an welchen Stellen man ohne Nutzeneinbußen sparen kann.

Höhe der Arbeitskosten

Der Arbeitslohn macht einen großen Teil der Handwerkerrechnungen aus. Wer also Einsparpotentiale bei der Renovierung der Wohnung sucht, sollte überlegen, welche Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden können. Es ist wichtig, dabei realistisch vorzugehen. Wer ambitioniert plant, das Bad selbst zu fliesen und dann aus Mangel an Erfahrung, Ausrüstung und Helfern schließlich dennoch einen Fliesenleger mit der Beendigung der Arbeiten beauftragen muss, zahlt doppelt.

Persönliche Ansprüche

Letztlich entscheiden die persönlichen Ansprüche darüber, wie hoch die Kosten für die Renovierung der Wohnung sind. Deshalb ist es nötig, sich vor Beginn des Projekts Gedanken über den zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmen zu machen. Wie hoch sind die Ersparnisse und welche monatlichen Raten für einen Renovierungskredit können problemlos bewältigt werden, ohne den Lebensstandard zu senken? Steht das Budget für die Wohnungsrenovierung fest, kann man sich daran orientieren. Die Verteilung des Budgets sollte nach Dringlichkeit erfolgen. Wenn das Badezimmer dringend renovierungsbedürftig ist, muss die neue Einbauküche eventuell noch ein paar Jahre warten.

Welche Renovierungsmaßnahmen fallen im Innenbereich einer Wohnung an?

Die Renovierung einer Wohnung kann in folgende Teilprojekte strukturiert werden:

  • Malerarbeiten
  • Erneuerung der Bodenbeläge
  • Austausch von Fenstern und Türen
  • Sanierung des Badezimmers
  • Erneuerung der Einbauküche

Malerarbeiten

Malerarbeiten gehören zu den typischen Renovierungsmaßnahmen. Darunter fallen das Streichen und Tapezieren der Wände. Wie hoch die Kosten der Malerarbeiten sind, hängt wiederum von den Ansprüchen des Wohnungsbesitzers ab. Wer die Wände in Eigenleistung tapezieren und streichen möchte, wird viel Geld sparen. Je ausgefallener die Materialwünsche sind, desto höher sind die Kosten für Tapeten und Farben. Extravagante Struktur- oder edle Seidentapeten sind um ein Vielfaches teurer als einfache Raufasertapeten.

Das Streichen und Tapezieren der Wände und Decken gehört zu den Renovierungsarbeiten, die viele Heimwerker selbst ausführen, um Kosten zu sparen. Wer sich entscheidet, die Renovierung der Wände in Eigenregie zu erledigen, sollte genug Zeit einplanen und sich hochwertige Werkzeuge kaufen oder diese im Baumarkt günstig mieten.

Erneuerung der Bodenbeläge

Auch im Hinblick auf das Sanieren der Böden ist die Preisspanne bei den Materialien sehr groß. Ein Echtholz-Parkett ist besonders luxuriös und darüber hinaus jahrzehntelang haltbar, kostet jedoch das Vielfache eines Laminatbodens. Gleiches gilt für die Fliesen im Badezimmer, bei denen ebenfalls eine sehr große Preisspanne die Auswahl erschwert.

Vor der Entscheidung für die Bodenbeläge sollte man sich fachmännischen Rat einholen und über die Vor- und Nachteile der Alternativen informieren. Ist die Wohnung beispielsweise mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, sollte kein Parkett gewählt werden, da dies den Wirkungsgrad der Heizung erheblich reduziert.

Außerdem ist entscheidend, ob man die Wohnung gemietet hat oder als Eigentümer renoviert. Eigentümer profitieren davon, beim Sanieren hochwertige Materialien zu wählen, da dies den Immobilienwert steigert. Mieter, die vielleicht einen Umzug in einigen Jahren planen, entscheiden sich demgegenüber eher für kostengünstigere Varianten.

Austausch von Fenstern und Türen

Der Austausch von Fenstern und Türen fällt in den Zuständigkeitsbereich des Eigentümers und sollte spätestens alle 30 Jahre erfolgen. Für das Auswechseln der Fenster können Zuschüsse beantragt werden, weil diese Maßnahme zur energetischen Sanierung eines Gebäudes gehört und dazu führt, Heizenergie zu sparen. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bieten verschiedene Möglichkeiten der Förderung, die von der Gewährung zinsgünstiger Kredite bis hin zu Tilgungszuschüssen reichen.

Mieter übernehmen beim Renovieren der Wohnung oft die Aufgabe, die Fensterrahmen innen sowie die Innentüren neu zu streichen. Aber auch bei diesen Arbeiten sollte der Aufwand nicht unterschätzt werden. Wer nicht über die nötige Erfahrung und das Werkzeug verfügt, sollte Handwerker mit diesen anspruchsvollen Malerarbeiten beauftragen.

Sanierung des Badezimmers

Ein Badezimmer zu sanieren, gehört zu den teuersten und aufwendigsten Aufgaben der Renovierung. Für die Erneuerung der Fliesen sowie den Einbau neuer Sanitärobjekte benötigt man umfangreiche Fachkenntnisse. Durch die Auswahl moderner Sanitärinstallationen wird das Bad zur Wellness-Oase, wobei die Baderneuerung je nach Anspruch Kosten von 9.000, aber auch von 30.000 Euro verursachen kann. Anstatt Arbeitskosten einsparen zu wollen, ist es empfehlenswert, günstigere Materialien zu wählen, die dann jedoch von professionellen Handwerkern perfekt verarbeitet werden.

Erneuerung der Einbauküche

Das Renovieren der Küche sollte ebenfalls ungefähr alle 15 bis 20 Jahre erfolgen. Neben der Erneuerung des Bodens und einem Anstrich der Wände, ist der Einbau neuer Küchenschränke und der Austausch der Elektrogeräte zu bewältigen. Die Kosten für das Renovieren einer Küche hängen von der Größe und der Ausstattung ab. Es ist möglich, eine kleine Küchenzeile für weniger als 2.000 Euro einbauen zu lassen, wohingegen bei den Kosten für eine luxuriöse Einbauküche mit Kochinsel und modernster Technik nach oben kaum Grenzen gesetzt sind.

Für technisch anspruchsvolle Aufgeben benötigt man meistens professionelle Hilfe.

Für technisch anspruchsvolle Aufgeben benötigt man meistens professionelle Hilfe. (Bild: aetb/clipdealer.de)

Wohnung renovieren und Kosten sparen

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, um beim Renovieren der Wohnung Kosten zu sparen. Handwerklich einfachere Tätigkeiten wie das Streichen und Tapezieren der Wände können Heimwerker in Eigenleistung erledigen und dabei Arbeitskosten sparen, die teilweise mehr als die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen. Für technisch anspruchsvolle Aufgaben wie das Verlegen von Fliesen oder den Einbau neuer Sanitärobjekte benötigen die meisten Heimwerker jedoch professionelle Hilfe.

Erhebliche Einsparungen sind bei der Auswahl der Materialien möglich. Der Wunsch, Kosten beim Renovieren zu sparen, sollte jedoch nicht dazu führen, eine minderwertige Qualität zu wählen. Bodenbeläge, Badezimmer, Fenster und Türen sowie die Einbauküche werden maximal alle 15 Jahre erneuert. Ein Parkettboden hält oft sogar 30 Jahre und länger. Deswegen lohnt es sich, in eine langlebige Qualität zu investieren. Reicht das Budget nicht aus, um alle Teilprojekte gleichzeitig durchzuführen, kann es sinnvoll sein, Prioritäten zu setzen und zunächst die dringlichsten Renovierungsarbeiten zu erledigen.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Finanzierung, Hausbau, Wohnen
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