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Kältebrücken vermeiden und Energie sparen

Kältebrücken, von Experten als Wärmebrücken bezeichnet, sind Bereiche am Haus, wo die Wärmeenergie deutlich schneller entweicht als an anderen Stellen. Es gibt verschiedene Methoden, diese Kältebrücken zu vermeiden.

Es gibt Stellen im Haus, wo die Wärmeenergie schneller entweicht.

Es gibt Stellen im Haus, wo die Wärmeenergie schneller entweicht. (Bild: highwaystarz/clipdealer.de)

Kältebrücken vermeiden: Welche Risiken entstehen durch den Energieverlust?

Energetische Schwachstellen zu vermeiden, ist sehr wichtig, um die Energiesparziele zu erreichen, denn an diesen Stellen entweicht zu viel Wärme aus dem Gebäude. Fachleute bezeichnen diese Bereiche am Haus deshalb als Wärmebrücke.

Um geeignete Maßnahmen gegen den übermäßigen Energieverlust ergreifen zu können, muss man die Kältebrücken zunächst genau lokalisieren. Da es unterschiedliche Gründe für das Entstehen einer Wärmebrücke gibt, muss die Beseitigung an der Ursache ansetzen und kann somit auf unterschiedlichen Wegen erfolgen.

Welche Risiken entstehen durch Wärmebrücken?

Wenn die Wärme zu schnell, an manchen Stellen vielleicht sogar ungehindert, aus dem Haus entweicht, ist das nicht nur ärgerlich, sondern hat auch ernsthafte Konsequenzen:

  • übermäßiger Energieverlust
  • mangelnde thermische Behaglichkeit
  • Bildung von Tauwasser
  • Bildung von Schimmel

Eine Kältebrücke begünstigt Energieverschwendung

Möglichst jede Kältebrücke sollte vermieden werden, weil ansonsten Energiesparziele nicht erreicht werden können. An diesen Stellen entweicht Wärme, die vorher aufwendig in der Heizungsanlage des Hauses erzeugt werden musste. Das Institut Wohnen und Umwelt rät dringend dazu, Kältebrücken zu vermeiden, die laut einer Studie Wärmeverluste von bis zu 20 Prozent verursachen.

Reduzierter Wohnkomfort durch mangende thermische Behaglichkeit

Die Wärmebrücke führt nicht nur zum Energieverlust. An der entsprechenden Stelle sinkt außerdem die Temperatur im Innenbereich des Hauses. Die Bewohner spüren diese Kälte und haben teilweise das Gefühl, ständig unangenehmer Zugluft ausgesetzt zu sein. Das ist meistens nicht der Fall, dem Körper wird jedoch wesentlich mehr Strahlungsenergie entzogen. Um dieses unbehagliche Gefühl zu beseitigen, wird die Heizung weiter aufgedreht, sodass der Verbrauch an Heizenergie weiter ansteigt.

An entsprechenden Stellen sinkt die Temperatur im Inneren des Hauses.

An entsprechenden Stellen sinkt die Temperatur im Inneren des Hauses. (Bild: richterfoto/clipdealer.de)

Die Bildung von Tauwasser beeinträchtigt die Bausubstanz

Kältebrücken sollten auch deshalb vermieden werden, weil sich an diesen Stellen Tauwasser bildet, sodass feuchte Stellen an den Innenwänden entstehen. Taubildung über einen längeren Zeitraum führt dazu, dass das Bauelement durchfeuchtet wird. Dadurch entstehen Bauschäden und die Bausubstanz ist gefährdet. Sind die Wände feucht, wird der Effekt der Wärmebrücke weiter verstärkt, sodass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich werden, um die Schäden zu beseitigen.

Ist ein Gebäude ansonsten sehr gut gedämmt, wird die Wirkung der Kältebrücke sogar noch verstärkt. Schwachstellen in der Dämmschicht von Neubauten sind ein häufig auftretender Baumangel, der dazu führt, dass sich Feuchtigkeit in eigentlich gut gedämmten Häusern schneller ausbreiten kann.

Kältebrücken begünstigen die Bildung von Schimmel

Eine feuchte Wand zu vermeiden, ist auch aus hygienischen Gründen notwendig. Die Feuchtigkeit bildet zusammen mit Staub, Tapetenkleister und Farbe einen perfekten Nährboden für Schimmelsporen. Schimmel wird oft erst dann bemerkt, wenn sich die typischen schwarzen Stellen bilden. Der Pilzbefall ist jedoch bereits vorher vorhanden und in hohem Maße gesundheitsgefährdend.

Welche Arten von Kältebrücken werden unterschieden?

Eine Kältebrücke kann verschiedene Ursachen haben und deshalb gibt es auch unterschiedliche Wege, sie zu vermeiden oder zu beseitigen. Eine Kältebrücke ist entweder

  • geometrisch bedingt oder
  • konstruktiv bedingt oder
  • stofflich bedingt

Geometrisch bedingte Wärmebrücken treten auf, wenn die Außenfläche wesentlich größer ist als die Innenfläche. In diesem Fall gibt die äußere Fläche sehr viel Wärmeenergie ab, die von der inneren Fläche nachfließen muss, sodass diese kleinere Innenfläche auskühlt.

Wenn in einem Bauelement unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten entstehen, spricht man von einer konstruktiven Kältebrücke. Stofflich bedingte Kältebrücken liegen vor, wenn Baumaterialien verwendet werden, deren Wärmeleitfähigkeit sich stark unterscheidet. Diese Art der Kältebrücke wird überwiegend durch eine nicht sachgemäße Bauausführung verursacht und wäre somit am einfachsten zu vermeiden.

Wie erkennt und beseitigt man Kältebrücken?

Da das Problem bereits seit längerer Zeit bekannt ist, gibt es sowohl für die Lokalisierung als auch für die Beseitigung der Wärmebrücken bewährte Verfahren. Ziel aller Maßnahmen ist die Verbesserung der Dämmung. Es stehen verschiedene Dämmsysteme zur Verfügung, mit denen sich alle Arten von Kältebrücken beseitigen lassen.

Thermografie zeigt die Schwachstellen in der Dämmung

Nahezu an jedem Haus sind diese Schwachstellen zu finden. Es gibt einige typische Bereiche, an denen häufig mehr Wärme entweicht als an anderen Stellen:

  • mangelhaft isolierte Fenster
  • offene Fugen
  • Rolllädenkästen
  • unzureichend schließende Türen
  • Dachsparren
  • Übergänge vom Mauerwerk zur Betondecken oder zum Fundament
  • herausragende Betonteile wie Erker und Balkone
  • Ecken des Hauses
  • Bohrungen im Dämmstoff

Mit einer Thermografie-Aufnahme wird jede Kältebrücke am Haus sichtbar gemacht. Dafür wird das Gebäude mit einer Wärmebildkamera fotografiert, während es innen auf eine bestimmte Temperatur aufgeheizt wurde und draußen eine kalte Witterung herrscht.

Das auf diese Weise entstandene Foto zeigt an welchen Stellen viel und an welchen Stellen wenig Wärme aus dem Gebäude entweicht. Je dunkler die Farbe, umso kälter ist der Bereich. An diesen Stellen bleibt die Wärme also im Haus. Warme Stellen an der Gebäudehülle sind ein Signal für das Existieren einer Kältebrücke. In diesen Bereichen wird Heizenergie verschwendet und deshalb müssen dort die Maßnahmen ansetzen, um den Wärmeverlust zu vermeiden.

Kältebrücken vermeiden oder beseitigen

Ziel ist es, dass die Gebäudehülle lückenlos gedämmt ist. Lücken in dieser Dämmschicht entstehen durch mangelhafte Bauausführung oder sind vorhanden, weil noch gar keine entsprechenden Maßnahmen zum Dämmen des Hauses ergriffen wurden. Dies ist immer noch bei einem großen Anteil der Altbauten der Fall.

Zu den Baumängeln gehört neben der lückenhaften Dämmung eine Durchfeuchtung der Dämmstoffe. Das kann beispielsweise geschehen, wenn die Dämmstoffe nicht geklebt, sondern gedübelt werden. Es entstehen kleine Löcher, die als Eintrittspforte für Feuchtigkeit ausreichen. Auch die Zwischensparrendämmung führt oft zum Entstehen einer Kältebrücke. Dabei werden die Dämmstoffe zwischen den Dachsparren befestigt. Das Holz der Dachsparren leitet Wärme stärker als die Dämmstoffe und es entsteht eine Kältebrücke, die man durch eine Aufsparrendämmung vermeiden kann. Bei Flachdächern sorgt eine Gefälledämmung dafür, übermäßigen Wärmeverlust zu vermeiden. Mit der Gefälledämmung wird eine leicht geneigte Dachfläche hergestellt, an der Regenwasser abfließen kann. Auf diese Weise wird die Bildung von Pfützen auf Flachdächern verhindert.

Es ist nicht empfehlenswert, ein Gebäude nur innen zu dämmen, da oft Kältebrücken an den Anschlüssen der Decken und Innenwände entstehen. Hat die Thermografie-Aufnahme ergeben, dass die Gebäudedämmung Schwachstellen aufweist, können diese dann gezielt beseitigt werden. Das kann bedeuten, dass alte Fenster und Türen ersetzt und Dichtungen erneuert werden müssen. Liegt ein Baumangel vor, sollte man den Mangel durch ein Gutachten belegen lassen und beim Bauträger die Nachbesserung einfordern.

Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen

Ein Haus energetisch zu sanieren, ist mit umfassenden Investitionen verbunden. Es reicht nicht aus, die Dichtungen zu erneuern. Meist sind umfassende Maßnahmen erforderlich, damit das Gebäude optimal gedämmt wird und dadurch der übermäßige Verlust von Wärmeenergie verhindert wird. Innovative Dämmsysteme tragen wesentlich dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.

Um die Hauseigentümer finanziell zu entlasten, gibt es staatliche Förderprogramme für diese Art von Modernisierung. Die KfW-Förderbank unterstützt mit dem Programm „Wohnraum Modernisieren“ diese Maßnahmen durch die Vergabe von zinsgünstigen Krediten. Besonders Eigentümer von Altbauten profitieren von der staatlichen Förderung. Werden nach den Sanierungsmaßnahmen bestimmte CO2-Werte unterschritten, kann sogar ein Tilgungszuschuss beantragt werden.

Häuser energetisch zu sanieren, ist mit einigen Investitionen verbunden.

Häuser energetisch zu sanieren, ist mit einigen Investitionen verbunden. (Bild: auremar/clipdealer.de)

Werterhalt der Immobilie durch energetische Sanierung

Oft wird argumentiert, dass feuchte Wände durch ausreichendes Heizen und Lüften vermieden werden könnten. Wenn sich jedoch Tauwasser bildet und Schimmel ausbreitet, reicht das mit Sicherheit nicht aus. Jetzt hilft nur noch, genau zu lokalisieren, wo eine Kältebrücke besteht und diese mit einer entsprechenden Maßnahme zu beseitigen. Das ist der einzige Weg, um ein gesundes Raumklima herzustellen, in dem sich die Bewohner wohlfühlen und in dem keine Gefahr für die Gesundheit besteht. Besonders empfindliche Menschen wie Kinder und Allergiker reagieren auf eine erhöhte Konzentration von Schimmelsporen in der Luft, bevor der Schimmelbefall sichtbar wird. Darüber hinaus ist die Beseitigung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Hausbau
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