Als „Haus der Zukunft“ gilt nicht mehr nur eine Vision des künftigen Wohnens, sondern vieles davon ist längst Realität geworden. Ein Haus aus dem 3D-Drucker, ein autarkes Haus oder eines, das den Ansprüchen an das gemeinsame Wohnen im Alter genügt, ist inzwischen normal.

Das Haus der Zukunft befriedigt vielschichtige Anforderungen (Bild: franckito / clipdealer.de)
Das ist das Haus der Zukunft
Das Haus der Zukunft ist ein vielschichtiges Bild, das verschiedenen Anforderungen gerecht werden muss. Es geht um die Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Barrierefreiheit, Anpassungsfähigkeit und gemeinschaftliches Wohnen mehrerer Generationen. Mithilfe fortschrittlicher Technologien ist es längst möglich, kreative Ansätze architektonisch umzusetzen, wobei das gesteigerte Umweltbewusstsein vieler Bauherren natürlich berücksichtigt wird.
Künftige Wohnkonzepte werden aber auch von den stark gestiegenen Energiepreisen beeinflusst, die dazu beigetragen haben, dass moderne und künftige Häuser deutlich energieeffizienter sind. Vielleicht können diese in Zukunft sogar Energie im Überschuss bereitstellen und sich damit auch dann versorgen, wenn die erneuerbaren Energiequellen aktuell nicht genutzt werden können?
Entsprechende Speicher, die auch große Energiemengen bereithalten können, sind längst in der Erprobung. Auch sogenannte „energiepositive Häuser“ sind das Ziel: Sie produzieren mehr Energie, als sie selbst verbrauchen und können diese in ein gemeinsames Netz einspeisen.
Grüne Baustoffe dominieren
Das Wohnen in der Zukunft soll „grüner“ werden – nachhaltige Büro- und Wohngebäude werden üblich sein. Ein großes Augenmerk liegt hier auf der Verwendung grüner Baustoffe, die für mehr Umweltfreundlichkeit und ein gesünderes Wohnklima sorgen sollen. Stahl und Beton sind zwar einfach zu verarbeiten und deutlich kostengünstiger als viele nachhaltige Alternativen, doch die Produktion großer Mengen CO2 bei der Herstellung und Verarbeitung dieser Baustoffe macht sie zukunftsuntauglich.
Zu den neuen Baustoffen zählen unter anderem:
- Hanfbeton
- Holz
- Pilze
- Textilbeton
- Kunststoffe
Vor allem die Wiederentdeckung des Baustoffes Holz ist besonders hervorzuheben, denn es vereint alle positiven Eigenschaften eines Baustoffs in sich. Es trägt zudem zur Energieeffizienz eines Hauses bei, denn es ist für die Wärmedämmung nutzbar.
Die Baubranche denkt schon lange um, denn die für den Bau nötigen Rohstoffe wie beispielsweise Sand könnten irgendwann knapp werden. Nun braucht es neue Produktionsprozesse und andere Baumaterialien, um dennoch robust und für ein ganzes Leben bauen zu können. Beton, der CO2 aufnimmt, spielt dabei eine große Rolle. Auch die Gewinnung von Zement aus neuen Rohstoffen wird derzeit erprobt. Normalerweise wird Zement aus Calciumcarbonat gewonnen, doch hierbei entsteht viel CO2. Ersatzstoffe können beispielsweise Flugasche und ähnliche Stoffe sein.
Häuser aus dem 3D-Drucker? Auch das ist längst keine Zukunftsvision mehr und so entstehen immer mehr Gebäude, die vollständig aus dem 3D-Drucker kommen. Sie können frei gestaltet werden und überzeugen nicht nur durch Umweltfreundlichkeit beim Bau, sondern auch durch kurze Bauzeiten.
Sich selbst versorgende Häuser
Häuser der Zukunft müssen nicht mehr von außen mit Energie versorgt werden. Vielmehr nutzen sie erneuerbare Energien wie Wind, Sonnenlicht oder Wasserkraft, um sich zu beheizen. Schon heute ist die Nutzung der Sonnenstrahlen über Photovoltaikanlagen üblich, sogar bei Sanierungen wird diese Technologie mittlerweile angewendet. Derartige Anlagen sollen das Haus der Zukunft aber völlig autark mit Strom und Heizenergie versorgen. Um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, sind auch Wärmepumpen und Pelletheizungen geeignet.
All diese Varianten sind jedoch auf eine optimale Wärmedämmung und auf ein perfekt abgestimmtes Belüftungssystem angewiesen, um die gewünschte Autarkie in Bezug auf die Energieversorgung des Hauses zu erreichen.
Haus der Zukunft schont die Ressource Wasser
Wer im Effizienzhaus nachhaltig wohnen möchte, muss sich überdies mit der Ressource Wasser auseinandersetzen. Vor allem die Brauchwassernutzung steht im Fokus, hierbei wird verstärkt Regenwasser genutzt. Die Toilette mit teurem Trinkwasser spülen? Warum, wenn genügend Regenwasser zur Verfügung steht?
Auch der Garten kann besser mit Regenwasser bewässert werden, was nicht nur kostengünstiger und umweltschonender, sondern auch gesünder für die Pflanzen ist. Diese mögen kein kaltes, oft kalkreiches Leitungswasser und gedeihen unter Einsatz von Regenwasser deutlich besser. Um das Regenwasser nutzen zu können, braucht ein Haus:
- eine unterirdische Zisterne als Großwassertank
- ein Filtersystem zur Reinigung
- eine Pumpstation
- ein separates Rohrsystem
Auch in der Waschmaschine kann Regenwasser verwendet werden, wenn dieses ausreichend gereinigt worden ist. Für das Waschen unbrauchbar ist das Wasser aber, wenn sich in der Nähe große Umweltverschmutzer wie Kraftwerke oder Autobahnen befinden, oder wenn das Hausdach, über welches das Wasser abfließt, Kupfer- und Bleibestandteile aufweist.
Das Haus der Zukunft fördert das soziale Miteinander
Soziale Interaktion und die Gemeinschaft wird in Zukunft größer als bisher geschrieben. Es braucht genügend Raum für die ganze Familie oder für das Zusammenleben mit Freunden. Menschen verschiedener Kulturen werden näher zusammenleben, was neben ausreichend Verständnis füreinander auch Möglichkeiten braucht, um sich zu begegnen.
In vielen Wohngebäuden werden daher Gemeinschaftsräume entstehen, auch Mehrgenerationenhäuser werden verstärkt gebaut. Schon jetzt ist das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach gefragt wie schon lange nicht. Doch nicht nur das Wohnen in der Gemeinschaft stellt sich als Trend der Zukunft dar, auch das Arbeiten wird neu überdacht. Co-Working-Spaces werden benötigt, um flexibler arbeiten zu können und sich leichter miteinander zu vernetzen.
Im besten Fall wächst das Haus der Zukunft einfach mit und passt sich den Bedürfnissen der Bewohner an. Möchte die jüngere Generation, dass die Eltern mit im Haus leben, sollte ein Anbau kostengünstig und ohne großen baulichen Aufwand möglich sein. Wandelbare Grundrisse sind für das zukünftige Wohnhaus ebenso wichtig wie das modulare Bauen, das eine jederzeitige Veränderung erlaubt.
In puncto Barrierefreiheit gilt, dass diese möglichst direkt bei der Erstplanung berücksichtigt werden sollte. Breite Türen, ebenerdiger Bau oder ein Zugang zur oberen Etage mithilfe eines Lifts sind neben der barrierefreien Badgestaltung die wichtigsten Kriterien, die diesbezüglich erfüllt sein sollten.
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