Rindenmulch wird nicht nur als Frostschutz und als Abdeckung der Wurzelbereiche zum Schutz vor Austrocknung geschätzt. Auch im Kampf gegen Unkraut kann es verwendet werden und hat dabei noch höchst dekorative Eigenschaften.

Rindenmulch bekämpft Unkraut dekorativ und effektiv zugleich (Bild: mashiki / clipdealer.de)
Rindenmulch im Garten
Rindenmulch ist nichts anderes als zerkleinerte Rinde, die von verschiedenen Bäumen stammt. Meist werden Nadelbaumrinden zu Rindenmulch verarbeitet, seltener kommt die Rinde von Laubbäumen dafür zur Anwendung. Die geschredderte Rinde ist mehr oder weniger groß, sie lässt sich entsprechend dem angedachten Verwendungszweck größenmäßig anpassen.
Mithilfe von Rindenmulch lässt sich eine kleine Schutzschicht auf dem Boden errichten, durch die das Unkraut nicht gut durchkommt. Unkrautsamen findet keinen Halt, wenn er auf der Rinde landet, und kann keine Wurzeln bilden.
Sollten es doch einige Samen bis auf die unter dem Rindenmulch liegende Erde schaffen, kommen die zarten Triebe der Unkrautpflanzen nicht durch die Rindenschicht durch oder es ist ohnehin schon zu dunkel, um überhaupt einen Keim bilden zu können. Nutz- und Zierpflanzen aber, die über der Rindenschicht wachsen, haben freie Bahn und können ungehindert weiterwachsen.
Doch Rindenmulch hat noch weitere Vorteile bei der Anwendung im Garten:
- Schutz des Bodens vor Starkregen und damit verbundener Bodenerosion
- Schutz des Bodens vor Trockenheit und Hitze
- Schutz der Wurzeln vor Frost
- Bodenaktivierende Wirkung durch Umwandlung der Rinde in Humus, damit Verbesserung des Nährstoffgehaltes
- Schutz und Wohnraum für Nützlinge und Bodenlebewesen
Verschiedene Arten von Rindenmulch
Im Kampf gegen Unkraut werden verschiedene Rindenmulcharten verwendet. Besonders häufig kommen diese zum Einsatz:
- Mulch aus Kiefernrinde: Eine der beliebtesten Mulcharten, da Kiefernrinde gut verfügbar ist. Die Feuchtigkeit wird gut im Boden gehalten, das Unkraut unterdrückt. Die Zersetzungszeit ist lang, der Austausch der Mulchschicht ist daher seltener nötig.
- Mulch aus Fichtenrinde: Fichte besticht durch die helle Farbe und feine Struktur. Sie hilft als Mulch sehr gut gegen Unkraut und kann die Bodenstruktur effektiv verbessern. Fichtenrindenmulch wird gern für Blumenbeete und Pflanzkübel verwendet.
- Mulch aus Eichenrinde: Eichenrindenmulch ist überaus langlebig und robust, er zersetzt sich nur langsam. Damit bietet er einen hervorragenden Schutz vor Unkraut und das für eine lange Zeit. Darüber hinaus gibt Eiche Nährstoffe nur langsam an den Boden ab, die Bodenqualität wird stetig verbessert. Einer Bodenerosion wird zuverlässig vorgebeugt.
- Mulch aus Buchenrinde: Die rotbraune Farbe der Buchenrinde wirkt sehr attraktiv, außerdem ist diese Mulchvariante gut zu handhaben. Unkraut wird unterdrückt, die Ästhetik des Gartens deutlich verbessert.
- Mulch aus Pinienrinde: Pinie wirkt eher rustikal, die Farbe des Mulchs bleibt sehr lange erhalten. Damit ist Pinienmulch überaus dekorativ. Außerdem duftet Pinie angenehm, was Pinienmulch zu einer idealen Mulchvariante im Garten macht.
So kann Rindenmulch gegen Unkraut eingesetzt werden
Rindenmulch erfreut sich im Kampf gegen Unkraut größter Beliebtheit, dennoch sollte auf den Einsatz im Gemüsebeet besser verzichtet werden. Der Grund: Rindenmulch ist auch bei Schnecken und anderen Tierchen sehr beliebt und gerade die möchte sich kein Hobbygärtner ins Beet holen.
Stroh oder Grasschnitt ist zum Mulchen im Gemüsebeet besser geeignet. Viele Pflanzen kommen mit Mulch nicht klar, weil sie sehr wärme- und trockenheitsliebend sind. Ein Beispiel dafür sind Kräuter, die ursprünglich aus mediterranen Gegenden stammen. Diese Pflanzen vertragen es nicht, wenn der Boden zu lange feucht bleibt, was aber genau der Sinn des Rindenmulchs ist.
Die Anwendung von Rindenmulch im Kampf gegen Unkraut ist entsprechend dieser Anleitung möglich:
- Boden rund um die Pflanzen mit der Hacke auflockern.
- Bereits vorhandenes Unkraut entfernen, bestenfalls mitsamt den Wurzeln ausreißen.
- Langzeitdünger ausbringen, dieser soll den Stickstoffentzug durch den Rindenmulch ausgleichen.
- Erdoberfläche mit der Harke glätten.
- Rindenmulch ausbringen, dabei zwischen Pflanze und Mulch einige Zentimeter frei lassen, da hier sonst Fäulnis droht.
Der Rindenmulch sollte zwischen fünf und sieben Zentimeter hoch sein, denn nur eine ausreichend dicke Schicht kann dafür sorgen, dass das Unkraut nicht mehr durchwächst. Bei zu dünner Mulchschicht findet das Unkraut immer eine Chance, doch durchzuwachsen, was mit großem Aufwand bei der Beseitigung verbunden ist.
Tipp: Rindenmulch kann sogar in Blumentöpfen verwendet werden, was besonders bei Balkonpflanzen als Schutz vor Austrocknung sinnvoll ist. Dann bitte feine Körnungen wählen, damit der gewünschte Effekt des Mulchs nutzbar ist.
Die richtige Zeit zum Mulchen
Rindenmulch kann das ganze Jahr über ausgebracht werden, denn seine Vorteile sind sowohl im Sommer als auch im Winter nutzbar. Soll der Mulch auf Beete gebracht werden, sollten die Jungpflanzen schon einige Blätter gebildet haben, damit sie nicht faulen.
Ideal zum Mulchen sind Frühling und Herbst, denn die Vegetation bedeckt den Boden jetzt noch nicht und auch Unkraut ist nur in geringem Maße vorhanden. Soll der Mulch den verschiedenen Pflanzen dabei helfen, gut über den Winter zu kommen, ist das Ausbringen der Rindenschicht auch vor der kalten Jahreszeit möglich.
Nicht alle Pflanzen kommen mit Rindenmulch klar
Mediterrane Pflanzen und vor allem Kräuter lieben Trockenheit, Wärme und einen sandigen Boden. Dies erklärt auch, warum Thymian und Rosmarin, Lavendel oder andere Pflanzen aus dem Mittelmeerraum nicht gut mit Mulch klarkommen.
Doch auch Rosen und Präriepflanzen sind nur bedingt mulchgeeignet. Generell gilt, dass die Pflanzen, die normalerweise gut auf trockenen Böden oder in einem Steingarten gedeihen, nicht gemulcht werden sollten. Die Abdeckung ihrer Wurzeln sowie die organische Schicht ist zu viel für sie. Sollen sie vor der Witterung geschützt werden, ist das Ausbringen von Kies oder Splitt die bessere Alternative.
Zudem ist es möglich, bei empfindlichen Pflanzen eher auf Rasenschnitt oder Stroh zu setzen, denn diese Materialien zersetzen sich schnell und lassen dennoch genügend Luft an den Boden. Damit ist die Fäulnisgefahr geringer und auch empfindliche Pflanzen, die trockenere Böden lieben, kommen gut mit der Mulchschicht klar.
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