MEIN BAU

Main Section

Blogs

Share

Das Gästebad als kleine Schönheit des Hauses

Bei Sanierungen und Renovierungen steht das Gästebad oft ganz unten auf der To-do-List. Selbst bei Hausneubauten wird dieser Raum oft zurückgestellt. Doch ein hübsches Bad für Gäste ist zum einen ein Pluspunkt für das eigene Image, zum anderen ganz einfach umzusetzen.

Großformatige Fliesen mit geringem Fugenanteil sind im Trend (Bild: toonpang / clipdealer.de)

Funktionalität und Luxus vereint

Viele Hersteller haben sich umgestellt und bieten luxuriöse Badmöbel und Sanitärkeramik nicht nur für große Bäder an, sondern auch in kompakten Maßen. Damit ist es möglich, ein Gefühl von Luxus mit der nötigen Funktionalität zu vereinen. Diese Platzsparer bringen das Gästebad ganz groß raus, bieten sie doch alles, was nötig ist, ohne den Raum zusätzlich zu verkleinern. Vorbild sind häufig Hotelbäder, denn auch bei ihnen muss bei geringem Platzangebot alles, was der Gast benötigt, untergebracht werden.

Wichtig: Ein stimmiges Gesamtkonzept sollte vorab festgelegt werden. Wer nach dem Motto „Das wird schon“ saniert oder renoviert, erhält am Ende häufig ein Badezimmer, das weder den eigenen noch den Wünschen der Gäste entspricht.

Die Wände luxuriös gestalten

Viele Hauseigentümer wollen ihren Gästen etwas Besonderes bieten. Im Gästebad beginnt dieser Luxus bei der Wandgestaltung. Der Fliesenspiegel über dem Waschbecken wird mit ausgewählten, besonders hochwertigen Fliesen oder Mosaikfliesen gestaltet. Die restlichen Wände erhalten großformatige Fliesen, die mit wenigen Fugen auskommen und so dafür sorgen, dass eine gleichmäßige Fläche entsteht. Alternativ kann eine Latexfarbe als Anstrich gewählt werden, diese ist abwischbar und lässt sich somit leicht reinigen. Im Duschbereich ist Feinsteinzeug erste Wahl, als Spritzschutz eignen sich zudem Paneele aus Glas oder Kunststoff. Sie können sogar über bereits vorhandenen, nicht mehr ansehnlichen Fliesen installiert werden.

Tipp: Geschickte Heimwerker können das Fliesen der Wände selbst vornehmen. Altfliesen sollten unbedingt auf Festigkeit überprüft werden, damit sie sich später nicht lösen. Laien fliesen leichter auf Beton oder Estrich. Gefliest wird im Dünnbett-Verfahren im Mörtelbett oder mit Fliesenkleber. Bei besonders anspruchsvollen Projekten ist der Fliesenleger jedoch die bessere Wahl. Die Mehrkosten, die für seine Arbeit entstehen, rentieren sich durch seine hochwertigere Arbeit schnell.

Sanitärkeramik ergänzt den hochwertigen Eindruck

Aktuelle Trends im Badezimmer lassen sich natürlich auch für das Gästebad anwenden. Die Keramik sollte platzsparend sein, außerdem sind Vorwandinstallationen sinnvoll. Optische Vorteile bieten wandhängende Toiletten mit verdeckten Wasserläufen und Anschlüssen. Damit wird mehr Bodenfläche frei, die sich einerseits besser sauber halten lässt, andererseits auch den Eindruck eines größeren Raumes vermittelt. Besonders platzsparend sind dabei WC-Installationssysteme, die eine geringe Einbautiefe für den Spülkasten haben. Das Element wird nach dem Einbau mit Gipskartonplatten verkleidet, welche wie der Rest des Bades gestaltet werden können.

Noch mehr Freiraum gewinnen die Gäste, wenn das Waschbecken eine Ecklösung ist. Hierbei sind Kombiobjekte sinnvoll, bei denen eine Ablage oder ein Handtuchhalter integriert sind. Sie wirken sehr hochwertig und sind gleichzeitig überaus funktional.

Tipp: Besonders pflegeleicht sind sensorgesteuerte Armaturen, die auf Berührung oder Annäherung funktionieren. Sie helfen zudem dabei, mehr Wasser zu sparen.

Die häufigsten Fehler bei der Gestaltung eines Gästebades

Der wohl häufigste Fehler: Selbstüberschätzung. Eigenheimbesitzer, die handwerklich nur wenig geschickt sind, sollte die Sanierung oder Renovierung des Gästebades lieber Profis überlassen. Auch wenn die Planung selbst vorgenommen wird, sollte doch die Umsetzung der Arbeit besser von Fachleuten durchgeführt werden. So wird sichergestellt, dass die Fliesen an den Wänden halten, alle Anschlüsse dicht sind und sich Gäste am Ende wirklich wohlfühlen. Mögliche Kosteneinsparungen sind an dieser Stelle relativ, denn meist sind umfangreiche Nacharbeiten nötig, um den Traum vom perfekten Gästebad zu erfüllen oder diesem wenigstens annähernd nahezukommen. Gleichzeitig gilt, dass schon bei der Planung des Bades an später gedacht werden sollte. Oberflächen sollten sich leicht und hygienisch reinigen lassen, allzu empfindliche Dekore sind ungünstig.

Die Fehler bei der Gästebadgestaltung in der Übersicht

Die folgenden Fehler lassen sich in der Praxis besonders häufig beobachten:

1. Unzureichende Planung

Wie beim Hausbau selbst ist die richtige Planung maßgeblich für einen erfolgreichen Abschluss des Bauprojekts. Eigentümer sollten sich vorab überlegen, welche Bestandteile das Gästebad haben soll und welche Funktionen erwartet werden. Soll nur eine Toilette mit Waschbecken vorhanden sein? Oder sollen die Gäste eine Dusche oder auch eine Badewanne geboten bekommen? Ist noch Platz für ein Urinal? Und braucht das Gästebad einen Schrank für Handtücher, Seife etc.? Ein detaillierter Plan hilft dabei, nichts zu vergessen und das Gästebad zum Wohlfühlbad werden zu lassen.

2. Wenig Licht

Gästebäder werden häufig in kleinen Nischen eingerichtet, die jedoch selten über ein eigenes Fenster verfügen. Damit kommt nur wenig natürliches Licht in den Raum. Doch: Eine kleine Lichtquelle an der Decke ist selbst im Gästebad nicht ausreichend. Wandstrahler sowie eine ausreichende Beleuchtung des Spiegels sind nötig, um die Deckenleuchte zu ergänzen und den Gästen ein dunkles Bad zu ersparen. Wichtig ist dabei die Lichttemperatur, die warmweiß sein sollte. Ist das Licht dimmbar, haben alle Nutzer die Möglichkeit, die Helligkeit individuell nach Bedarf zu regeln.

3. Keine ausreichende Lüftung

Fensterlose Gästebäder sollten unbedingt über eine sehr gute Lüftung verfügen, die starke Gerüche rasch eliminiert und Feuchtigkeit abtransportiert. Ein leistungsstarker Abluftventilator ist das A und O, damit es im Gästebad weder müffelt noch binnen kürzester Zeit schimmelt. Letzteres stellt neben der unattraktiven Optik eine Gesundheitsbelastung dar: Viele Menschen reagieren mit starken Allergieanzeichen auf Schimmelsporen, die sich in einem dauerhaft zu feuchten Badezimmer besonders gut vermehren können.

4. Optische Überladung

Ein kleiner Raum kann schnell überladen wirken und sollte daher nach dem oben genannten Vorbild der Hotelbadezimmer eher spartanisch eingerichtet werden. Der minimalistische Stil ist umso wichtiger, je farbenfreudiger und musterreicher ein Gästebad eingerichtet wird. Gezielte Akzente sind besser als ein zu häufiger Griff in den Farbtopf.

5. Keine Barrierefreiheit

Es ist empfehlenswert, auch das Gästebad barrierefrei umbauen zu lassen bzw. es von Anfang an derart zu gestalten. So können auch körperlich eingeschränkte Gäste diesen Raum problemlos nutzen. Zudem können die Hausbewohner, sollten sie älter werden und derartige Einrichtungen benötigen, das Gästebad auch selbst nutzen und sparen sich teure Umbauten des zweiten Badezimmers.

Share
Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Wohnen
Tags: ,

Das könnte Sie ebenfalls interessieren