Um den Eingangsbereich vor Wind und Regen zu schützen, ist ein Vordach unverzichtbar. Gleichzeitig stellt es eine Art Visitenkarte dar und zeigt, welchen Stil die Bewohner des Hauses bevorzugen. Ob moderne Glasvariante oder mit traditionellen Balken und Dacheindeckung: Das Vordach kann selbst gebaut und installiert werden und setzt damit wichtige Akzente.

Ein Vordach muss zum Haus passen und soll den persönlichen Stil des Hauseigentümers unterstreichen. (Bild: kange / clipdealer.de)
Das passende Material für ein Vordach
Um den Hauseingang zu schützen und das Haus stilvoll wirken zu lassen, ist ein Vordach unverzichtbar. Es weist also sowohl einen praktischen Nutzen als auch dekorativen Charakter auf. Doch das gilt nur, wenn das Vordach zum Haus selbst passt. Ein Stilbruch ist an dieser Stelle nicht sinnvoll, vielmehr soll das Bauelement die Wirkung des Hauses unterstützen.
Genauso, wie Eigentürmer Hausanbauten planen und entsprechend passende Elemente auswählen müssen, darf auch das Vordach nicht unüberlegt installiert werden. Neben der Form ist daher vor allem das Material maßgeblich.
Das Vordach als Präsentation des eigenen Stils
Ein Vordach muss zum Haus passen und soll den persönlichen Stil des Hauseigentümers unterstreichen. Ein rustikales Haus harmoniert demnach nicht mit einem modernen Vordach aus Metall und Glas, umgekehrt wirkt ein massives Holzvordach nicht passend zu einem Neubau, der eher auf gerade Linien und einen modernen Stil setzt.
Um das passende Vordach zu finden, sollte daher von der Haustür ausgegangen werden. Wie ist diese gestaltet und welchem Stil gehört sie an? Vordach und Haustür werden gemeinsam den Eingangsbereich des Hauses prägen, daher sollten Eigentümer besonderes Augenmerk auf beide legen. Eine Einheit muss sich bezüglich Material und Stil beider Elemente ergeben. Besonders stimmig wird es, wenn auch noch die Fensterrahmen farblich und stilistisch zum Vordach sowie zur Haustür passen.
Material und Konstruktion auswählen
Verfolgt das Haus eine geradlinige Architektur, sind Vordächer aus Edelstahl oder Aluminium erste Wahl. Das transparente Glasdach sorgt bei diesen Konstruktionen für genügend Licht im Eingangsbereich, der bei einem geschlossenen Dach rasch dunkel und weniger einladend wirkt. Wer auf einen massiven Aufbau aus Holz setzt und das Vordach mit Dachziegeln oder Schieferplatten deckt, sollten einen Windfang aus Glas oder zumindest ein Fenster im Windfang haben, um für mehr Licht zu sorgen. Bei Metall und Glas sind die folgenden Aspekte wichtig:
- Edelstahl: V2A oder V4A wählen, V4A vor allem in Küstennähe und bei stark belasteten Fassaden
- Glas: Verbundsicherheitsglas (VSG) wählen, dieses besteht aus zwei Glasscheiben, die mit einer reißfesten Folie miteinander verbunden sind, somit ist eine hohe Bruchsicherheit gewährleistet, Einscheibensicherheitsglas ist für Überkopfverglasungen nicht zulässig, Mindeststärke ist 2 x 6 mm VSG (ca. 12,76 mm Gesamtstärke)
Stützkonstruktionen für ein Glasdach werden meist aus Edelstahl oder Aluminium gefertigt, wobei sich Letzteres durch die Pulverbeschichtung leichter an die Haustür anpassen lässt. Edelstahl hingegen setzt elegante Akzente, da es eine hochglänzende Oberfläche hat.
Bei einem klassischen Haus mit Holzfenstern und rustikaler Eingangstür ist ein traditionelles Vordach besser geeignet. Allerdings ist Holz an einem solchen Anbau deutlich pflegeintensiver. Kunststoff- oder Aluminiumpaneelen in Holzoptik sind die bessere Wahl, sie sind inzwischen so ästhetisch gestaltet, dass sie täuschend echt aussehen.
Freitragende Konstruktionen sind meist aus Aluminium gefertigt, da dieser Werkstoff leicht und pflegearm ist, zugleich ist er langlebig und kann für verschiedene Designs angepasst werden.
Vordach Marke Eigenbau
Wer handwerklich unbegabt ist, wird vielleicht lieber auf die Hilfe eines Fachmannes setzen und das Vordach professionell errichten lassen. Wer jedoch ein wenig Geschick aufweist, kann an dieser Stelle viel Geld sparen und das Vordach selber bauen. Dabei kommt es vor allem auf die Planung an, die sorgfältig und maßgetreu vorgenommen werden sollte. Steht dann das benötigte Material in korrekter Menge zur Verfügung, wird das Vordach fast zum Kinderspiel.
Die einzelnen Schritte bei der Anfertigung des Vordachs
Die folgende Anleitung gibt Anhaltspunkte, was bei der Planung und Anfertigung des Vordachs für den Hauseingang zu beachten ist:
1. Aufnehmen der Maße
Zuerst wird ausgemessen, wie weit das Vordach nach vorn ragen soll: Der Abstand zur Wand sollte mindestens 80 cm betragen, besser sind bis zu 120 cm, damit der Regenschutz gewährleistet ist.
Links und rechts neben der Haustür sollte das Vordach rund 30 cm überstehen: Bei einer Türbreite von 90 cm wird das Vordach demnach 150 cm breit sein.
Zwischen der Oberkante der Haustür und der Unterkante des Vordachs sollten wenigstens 20 cm Luft bleiben.
2. Funktionalität berücksichtigen
In schneereichen Regionen kommt auf das Vordach eine besondere Aufgabe zu, denn es muss dafür sorgen, dass kein Schnee auf die Menschen vor der Haustür fällt. Separate Stützpfeiler sind für das Vordach zu empfehlen, damit die nötige Stabilität gewährleistet ist. Seitenteile verstärken das Dach ebenso und sind vor allem dann wichtig, wenn das Haus in einer Windschneise steht. Sein zusätzliches Seitenelement sorgt dafür, dass die Personen vor der Tür vor dem Blick der Nachbarn geschützt sind. Sinnvoll ist es, ein Beleuchtungssystem zu installieren, auch das Anbringen einer Kamera über der Haustür kann empfehlenswert sein.
3. Befestigung wählen
Ein nicht fachgerecht verankertes Vordach kann Menschenleben gefährden. Es muss daher unbedingt ausreichend befestigt sein. Dafür ist zuerst der Untergrund zu prüfen: Ist die Wand an der gewünschten Stelle tragfähig genug? Oder sind spezielle Dübel und extra lange Schrauben nötig, weil es sich um eine WDVS-Fassade handelt? Bei breiten Dächern werden schräge Zugstangen verwendet. Punkt- oder Glashalter kommen bei einem minimalistischen Glasdach zur Anwendung. Ein freitragendes Dach wird mit einem Glasklemmprofil befestigt, sodass keine sichtbaren Stangen oder Stützen nötig sind. Dies ist jedoch nur bei einem statisch geprüften System zu empfehlen. Wichtig: Die Belastung, der das Vordach ausgesetzt sein wird, muss vorab geprüft werden. Bei Unsicherheiten sollte auf ein System mit Statiknachweis gesetzt werden.
4. Rechtliche Vorgaben beachten
In einigen Bundesländern sind Vordächer genehmigungsfrei, wenn sie in der Tiefe 1,5 m nicht überschreiten. Zu beachten sind zudem die Grenzabstände zum Nachbarn. Darüber hinaus sollte bei der Verwendung von Glas auf die Einhaltung der DIN 18008 (Glas im Bauwesen) geachtet werden, außerdem sind die Technischen Regeln für absturzsichere Verglasung (TRAV) relevant.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren