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Wohneigentum ist günstiger als die Mietwohnung

Immobilienportale haben den Vergleich gemacht und festgestellt, dass unter bestimmten Voraussetzungen das Kaufen günstiger ist als das Mieten. Dies ist aber in Abhängigkeit von der Region, in der sich die Immobilie befindet, und des betrachteten Zeitraums zu sehen. In manchen Metropolen bleibt das Mieten sogar dauerhaft günstiger.

Kleines Haus mit Rasen und kleinem Baum

Ist das Kaufen günstiger als das Mieten? (Bild: Zveiger / clipdealer.de)

Regionale Unterschiede bei den Kosten für Wohnraum

Immer noch gilt Deutschland als Land der Mieter, doch der Traum vom eigenen Heim ist bei vielen Menschen nach wie vor vorhanden. Bei der Überlegung, ob ein Eigenheim gekauft werden soll oder nicht, stehen oft die Kosten im Mittelpunkt, die über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Am Ende solcher Betrachtungen zeigt sich, was günstiger ist: viele Jahre lang eine Wohnung zu mieten oder längere Zeit einen Kredit abzuzahlen, dafür aber ins eigene Heim zu investieren. Spannend: In den Großstädten ist das Wohnen zur Miete häufig günstiger als der Kauf, da gerade in den Innenstädten die Immobilienpreise in die Höhe geschossen sind. In vielen Regionen Ostdeutschlands sieht das anders aus.

Kaufen oder Mieten als regionale Entscheidung

Analysen haben gezeigt, dass in rund 55 Prozent der Regionen Deutschlands der Kauf günstiger ist als die langfristige Miete. Vor allem in Ostdeutschland, wo der Immobilienmarkt weniger angespannt ist, bleibt das Kaufen von Wohneigentum deutlich attraktiver. Insgesamt lohnt sich der Kauf vor allem in ländlichen Regionen, der Kauf ist hier innerhalb von fünf Jahren günstiger als das Mieten. Auch im Umland der großen Metropolen Deutschlands bleibt der Hauskauf günstiger gegenüber der Miete.

Wer sich also fragt, ob Kaufen oder Mieten besser ist, sollte unbedingt die gewünschte Region in einen Vergleich einbeziehen. Unter anderem hat die Analyse gezeigt, dass sich ein Kauf in Leipzig innerhalb von fünf Jahren rechnet, auch in Berlin gilt dies trotz hoher Erwerbspreise. Anders in München, dort zahlen Käufer nach fünf Jahren immer noch deutlich mehr, als wenn sie eine Wohnung gemietet hätten. Das gilt ebenso für Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Köln und Frankfurt. Wichtig für den Vergleich ist aber immer, dass ein ähnlicher Wohnraum gesehen wird: Die Mietwohnung muss eine vergleichbare Ausstattung und Größe wie das Kaufobjekt haben, um realistische Ergebnisse zu erhalten.

Besonders günstig ist der Kauf in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands, denn hier im Kreis Sömmerda sowie im Kyffhäuserkreis, in Gera, Görlitz und Zwickau sowie in Dessau-Roßlau können Käufer wirklich sparen. Im Kreis Oder-Spree am Rand von Berlin sinkt die Rate für Wohneigentum innerhalb von fünf Jahren auf 73 Prozent der ortsüblichen Miete, damit ist das Wohneigentum hier so günstig wie sonst nirgendwo in Deutschland.

Immer auf dem Land kaufen?

Wer sich möglichst viel Wohnraum für sein Geld kaufen möchte, zieht entsprechend den aktuellen Preisverteilungen aufs Land. Doch das ist nicht immer zu empfehlen, denn auch das Wohnen im ländlichen Raum kann teuer werden. Dann nämlich, wenn die Infrastruktur dort schlecht ausgebaut ist und dementsprechend schlechte Anbindungen über den öffentlichen Nahverkehr bestehen. Muss dann für alle Erledigungen auf das Auto zurückgegriffen werden, können Einsparungen schnell zum Gegenteil werden. Vor dem Kauf ist es daher empfehlenswert, sich sämtliche Gegebenheiten vor Ort näher anzusehen und erst nach einer ausgiebigen Kosten-Nutzen-Analyse den Kauf zu tätigen oder sich eben in einer anderen Region umzusehen. Dies gilt vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Mobilität generell immer teurer wird.

Wohneigentum oder Miete im Vergleich

Aktuell wieder steigende Preise für Wohnraum sorgen dafür, dass viele Menschen ins Grübeln kommen: Ist das Mieten vielleicht doch besser als der Kauf von Wohneigentum, auch wenn die Kosten dafür später Darlehens- und Unterhaltungskosten eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung übersteigen? Um diese Frage entscheiden zu können, spielen einige weitere Faktoren eine wichtige Rolle.

1. Flexibilität

Wer nur zur Miete wohnt, bleibt flexibler, denn hier muss maximal die Kündigungsfrist eingehalten werden, ehe ein anderer Wohnort gewählt wird. Muss jedoch aus dem Eigenheim gezogen werden, braucht es einen Käufer oder einen Mieter, in letzterem Fall auch einen Hausverwalter, wenn die nötigen Leistungen nicht durch den Eigentümer selbst erbracht werden können. Ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, dass der gewählte Wohnort von Dauer sein wird, sollte die Mietwohnung gewählt werden. Diese schränkt die Freiheit weniger ein.

2. Reparaturarbeiten

Bei Mietern ist meist eine bestimmte Summe im Mietvertrag vereinbart, bis zu deren Höhe nötige Reparaturarbeiten durch den Mieter auszuführen oder zu veranlassen sind. Für teurere Reparaturen, die der Mieter nicht zu verantworten hat, sondern die beispielsweise im normalen Wohnen begründet sind, muss der Vermieter aufkommen. Das ist besonders bei größeren Instandhaltungsarbeiten wie dem Neueindecken des Daches oder der Neuinstallation der Heizung relevant.

Ein Hausbesitzer muss alle dafür nötigen Kosten selbst tragen. Das gilt auch bei Modernisierungsarbeiten, die ebenfalls durch den Vermieter zu tragen sind. Selbst eine damit verbundene Mieterhöhung wird nicht so teuer, als wenn alles aus eigener Tasche bezahlt werden muss, wie es beim Eigenheim der Fall ist.

3. Feste monatliche Kosten

Sowohl beim Wohnen zur Miete als auch beim Kauf eines Eigenheims fallen fest monatliche Kosten an. Auf der einen Seite stehen hier Mietzahlungen und auf der anderen Seite, die Zinszahlungen nebst Tilgung für den Immobilienkredit. Letzterer ist jedoch nach absehbarer Zeit abbezahlt, dann bleiben nur noch die laufenden Kosten für den Kredit zurück. Mietzahlungen bestehen dauerhaft und können sogar durch den Vermieter erhöht werden, ohne dass der Mieter darauf Einfluss nehmen kann.

4. Nebenkosten

Die Nebenkosten lassen sich bei einer Mietwohnung nur bis zu einem gewissen Maß beeinflussen. Auch wenn der eigene Verbrauch von Strom, Wasser und Heizkosten geregelt werden kann, bleiben doch die Kosten für die Müllentsorgung, für Versicherungen, Hausmeistertätigkeiten und viele weitere bestehen. Aus diesen Kosten kann sich der Mieter nicht herauswinden, er ist dazu verpflichtet, sie zu zahlen. Sparmöglichkeiten ergeben sich daher nicht.

5. Nachbarschaft

Der Mieter nebenan hat ständig etwas zu meckern oder macht jede Nacht Lärm? Am Ende hilft vielleicht nur noch, die eigene Wohnung zu verlassen. In einer Mietwohnung ist das kein Problem, bei einem Eigenheim sehr wohl. Allerdings sind viele Eigentümer achtsamer bezüglich ihrer Nachbarn, weil sie genau wissen, dass sie mit ihnen auskommen müssen.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Ratgeber
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