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Unebene Fußböden vor Renovierung ausgleichen

Viele Fußböden sind unter dem Bodenbelag schief und krumm. Sie haben eine Neigung, Risse oder geben beim Betreten knarzende Geräusche von sich. Ausgleichsmasse, Schüttungen oder Trockenunterböden sind die Mittel der Wahl, wenn es um das Ausgleichen schiefer Fußböden geht.

Handwerker der Fliesenkleber auf den Boden streicht

Mit Fliesenkleber lassen sich nur kleine Unebenheiten ausgleichen (Bild: info.fotodrobik.pl / clipdealer.de)

Vorarbeiten zum Ausgleich der Fußböden

Bei einem Neubau dürfte es selten vorkommen, dass der Fußboden schief ist und wenn, ist der Bauunternehmer oder die Estrichfirma der richtige Ansprechpartner. In solchen Fällen gehört der unebene Fußboden zu den Gewährleistungen, bei denen der Bauherr selbst nicht Hand anlegt. Doch bei einer Sanierung eines bestehenden Gebäudes oder im Rahmen einer Renovierung kann es sein, dass der Eigentümer mit dem schiefen Boden konfrontiert wird. Nun ist guter Rat teuer! Oder auch nicht, denn der Ausgleich eines unebenen Fußbodens ist weder so teuer noch so kompliziert, wie gemeinhin angenommen wird. Wichtig ist dabei jedoch die ausreichende Vorbereitung.

Unebenheiten feststellen

Je nach Art des Schadens kommt ein anderes Verfahren zum Ausgleich des schiefen Bodens infrage. Ein Richtscheit mit Wasserwaage hilft dabei, das Maß der Unebenheiten festzustellen. Dazu wird zuerst die Bodenhöhe im Raummittelpunkt gemessen, auch in den Ecken müssen die entsprechenden Messungen stattfinden. Bei Vorhandensein größerer Ungleichheiten sollten die entsprechenden Ausgleichsarbeiten erfolgen. Handelt es sich um ausgeschlagene Stellen oder Risse, die sich im Fußboden befinden, reicht in der Regel die bloße Sichtbeurteilung.

Vorbereitung des Fußbodens

Vor Beginn der Ausgleichsarbeiten muss der Fußboden gründlich gesäubert werden. Die Reste des Teppichbodens werden dafür entfernt, eine eventuell vorhandene Trittschalldämmung muss ebenfalls beseitigt werden. Der Boden muss für die weiteren Arbeiten trocken und sauber sein. Bei Korrektur eines alten Dielenfußbodens mit einer speziellen Ausgleichsmasse sind die folgenden Punkte zu beachten:

  • Befestigung loser Dielen und Abschleifen der Schlüsselungen
  • Verschluss der Fugen im Boden mit Acryl
  • Auslegung der Randbereiche mit Dämpfstreifen, um Schallbrücken auszuschließen

Mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich der Schäden

Ebenso, wie es verschiedene Arten von Bodenbelägen gibt, sind auch unterschiedliche Arten zum Ausgleich von Schäden und schiefen Fußböden möglich. Dabei ist es wichtig, unbedingt eine passende Variante zu wählen, um die Haltbarkeit des Bodenbelags aufzubringen. Fliesen würden sich bei einem unebenen Boden schnell lösen oder sogar brechen, auch Laminat oder Parkett braucht einen geraden Untergrund, um plan aufzuliegen und sich nicht zu verziehen.

1. Ausgleichsmasse bei starken Unebenheiten nutzen

Ausgleichsmasse ist bei großen Unterschieden im Boden die richtige Wahl. Die Unebenheiten können hier mehrere Zentimeter betragen – die Mischung aus Zement und Sand wird in Schichten aufgetragen und gleicht diese Fehler aus. Ausgleichsmasse kann auch gut verwendet werden, um Löcher oder Risse aufzufüllen. Die Masse ist perfekt geeignet, wenn ein Untergrund stabilisiert oder wenn eine gleichmäßige Basis für den Aufbau von Bodenbelägen geschaffen werden soll.

Bei geringeren Schäden kann selbstnivellierender Spachtel verwendet werden. Er ist fast flüssig und gleicht sich damit selbst aus.
Experten raten allerdings davon ab, Ausgleichsmasse auf Parkett oder Holzdielen einzusetzen. Bei einem beschädigten Holzboden kann diese Masse das Problem sogar noch verschlimmern, außerdem muss ein Boden aus Holz ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt werden, ehe die Ausgleichsmasse aufgetragen wird. Es gibt hier viele Unwägbarkeiten, daher sollte zur Begradigung von Holzböden eine andere Methode gewählt werden.

2. Fliesenkleber zum Ausgleich der Unebenheiten verwenden

Es liegt nahe, einen schiefen Boden, auf den ohnehin Fliesen aufgebracht werden sollen, mit Fliesenkleber auszugleichen. Doch dieser sollte nicht die erste Wahl sein, denn er ist vorrangig dafür geeignet, Fliesen zu befestigen. Bei starken Unebenheiten wird der Kleber allein nicht reichen, um sowohl für einen Ausgleich als auch für haltbare Fliesen zu sorgen. Große Höhenunterschiede lassen sich damit nicht ausgleichen, bis zu wenige Millimeter sind jedoch unter Umständen möglich. Fliesenkleber ist zudem weniger stabil und gegenüber Belastungen nicht ausreichend widerstandsfähig.

3. Unebenheiten mit Platten ausgleichen

Um eine ebene Oberfläche zu erhalten, können Platten auf den Boden aufgebracht werden. Schwierig wird diese Methode jedoch, wenn nicht nur Beschädigungen ausgeglichen werden sollen, sondern wenn der gesamte Boden schief ist. Die Platten liegen auf dem vorhandenen Boden auf und führen die Schiefe sozusagen fort.

Generell sind verschiedene Platten einsetzbar, diese können aus Kunststoff, Metall oder Holz bestehen. Sie müssen durch Zuschneiden an die Form des Raumes angepasst werden. Um Platten haltbar zu bekommen, werden sie mit Klebstoff oder Befestigungselementen gesichert. Wichtig: Solche Ausgleichsplatten sollten immer auf sauberem und trockenem Boden verwendet werden. Nach dem Verlegen wird die Ebenheit geprüft, um notfalls Nachjustierungen vornehmen zu können. Nach Beendigung der Ausgleichsarbeiten kann direkt der gewünschte Bodenbelag aufgebracht werden.

Boden für die Fußbodenheizung anpassen

Die Entscheidung, eine Fußbodenheizung installieren zu lassen, ist in den meisten Fällen goldrichtig. Der Grund: Diese Art der Heizung arbeitet sehr energiesparend, weil die Wärme nach oben aufsteigt und nicht nach vorn abstrahlt. Die Zimmer erwärmen sich gleichmäßig und das Wohnklima ist selbst bei niedrigerer Heiztemperatur angenehm. Da die Heizelemente aber im Boden verbaut sind, muss dieser zusammen mit dem Bodenbelag auf die Fußbodenheizung abgestimmt werden.

Dabei gibt es einige Besonderheiten zu beachten:

Der Boden muss gleichmäßig ausgeglichen sein, damit sich die Wärme überall verteilen kann. Ein unebener Boden kann die Effizienz der Heizung beeinträchtigen, denn es können sich Kältezonen und Hotspots entwickeln.Es ist sinnvoll, Ausgleichs- oder Spachtelmassen speziell für die Anwendung bei einer Fußbodenheizung zu nutzen. Sie bieten eine gewisse Dämmung und können dazu beitragen, die Heizung effizienter werden zu lassen.

Die Materialien, die für den Ausgleich verwendet werden, sollten mit der Fußbodenheizung kompatibel sein und auch durch die direkte Wärme nicht brüchig werden oder schneller reißen. Außerdem sollte die Spachtelmasse Wärme leiten und darf sich auch bei Hitze nicht verformen.

Der Bodenausgleich darf nicht zu dick sein, denn ansonsten ist die Wärmeleitfähigkeit der Fußbodenheizung beeinträchtigt. Der Raum würde nur noch unzureichend erwärmt werden. Eine zu dünne Schicht hingegen ist oft nicht ausreichend, um die Unebenheiten wie gewünscht auszugleichen. Die Fußbodenheizung darf in der Trocknungszeit der Ausgleichsmasse nicht betrieben werden, um eine gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Hausbau
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