Es gehört zum Gärtnerleben dazu, die Pflanzen nicht nur zu ziehen und zu pflegen, sondern sie auch – mitunter täglich – zu gießen. Verschiedene Bewässerungssysteme kommen dafür in Betracht. Hier ein Überblick und die wichtigsten Tipps zum Gießen.

Die richtige Bewässerung träg zu gesundem Wuchs aller Pflanzen bei (Bild: elenathewise / clipdealer.de)
Grundlegende Aspekte rund um das Gießen des Gartens
Jede Pflanze, jeder Strauch und jeder Baum braucht Wasser, um die Nährstoffe bis in jede Zelle zu transportieren und um die Blätter zu kühlen. Gerade im Sommer stehen viele Hobbygärtner vor der großen Herausforderung, alle Pflanzen im Garten ausreichend zu gießen und das regelmäßig, zum richtigen Zeitpunkt und mit dem idealen Wasser. Die wichtigsten Überlegungen, um Pflanzen richtig gießen zu können, vorab:
- Unterschiedlicher Wasserbedarf: Während die einen scheinbar endlose Dürreperioden überstehen können, lassen andere Pflanzen bereits nach einem warmen und trockenen Tag im Sommer den Kopf hängen. Wie oft und wie viel gegossen werden muss, hängt nicht nur von der Pflanze und ihrem Wasserbedarf selbst ab, sondern auch vom herrschenden Klima und vom Boden.
- Bodenqualität: Profis empfehlen, Pflanzen auf lockeren Böden alle drei bis vier Tage oder sogar öfter zu gießen. Wachsen die Pflanzen auf schweren Böden, reicht es, sie einmal wöchentlich zu wässern.
- Wassermenge: Jeden Tag ein paar Tropfen Wasser? Es ist aber besser, die Pflanzen ausreichend zu gießen und das in einer Menge, mit der auch tiefere Schichten erreicht werden. Nur so lassen sich die tiefergehenden Wurzeln erreichen und die Pflanzen können die sommerliche Witterung mit trockener Luft und Hitze gut überstehen.
- Wassermenge: Meist reicht es, die Pflanzen ein- bis zweimal in der Woche zu wässern. Dabei bitte darauf achten, dass nicht einseitig gegossen wird, sondern rund um den Wurzelstock. Der Boden sollte dabei mindestens 15 cm tief gut durchfeuchtet werden.
- Richtiger Zeitpunkt: Erfahrene Gärtner wissen, dass das Gießen um die Mittagszeit herum nicht gut ist. Pflanzen können durch das kalte Wasser einen Schock erleiden, der sich schädlich auf das weitere Wachstum auswirkt. Zudem können bei Pflanzen, die kleine Härchen auf der Blattoberfläche haben, Wassertropfen zurückbleiben. Diese wirken wie ein Brennglas und können zu Verbrennungen an der Pflanze führen.
Es ist besser, in den Morgen- oder Abendstunden zu gießen. Morgens zu gießen hat den Vorteil, dass sich der Schneckenbefall begrenzen lässt – die kleinen Schleimer bevorzugen feuchte Pflanzen abends und nachts.
Das ideale Bewässerungssystem für den Garten finden
Es gibt verschiedene Bewässerungssysteme für den Garten, wobei das Gießen mit der Gießkanne die traditionelle und arbeitsintensivste Methode ist. Bei kleinen Gärten, Vorgärten und einzelnen Pflanzen sowie für die Terrassenpflanzen ist die Gießkanne aber das ideale Hilfsmittel. Dabei bitte unbedingt mit Aufsatz gießen, wenn nicht gerade ein Obstbaum mit Baumscheibe oder ein Strauch mit Mulchschicht gegossen wird. Andernfalls ist der Strahl zu groß und kann die Erde rund um die Pflanze wegspülen.
Doch was ist bei einem größeren Garten? Auch hier gibt es Bewässerungsmöglichkeiten, die wenig arbeitsintensiv und doch sehr effektiv sind. Hier ein Überblick:
- Bewässerung per Gartenschlauch: Muss nicht regelmäßig bewässert werden und es geht nur darum, einzelne Pflanzen zu versorgen, kann der Gartenschlauch gute Dienste leisten. Zusammen mit einer Spritze oder Brause kann der Wasserstrahl nach Bedarf eingestellt werden.
Bei ausreichender Länge des Schlauchs sind die Ecken und Winkel im Garten gut erreichbar. Wichtig ist ein hochwertiger Schlauch, der nicht knickt und ausreichend lang ist. Zum Wegräumen ist ein Schlauchwagen ideal, hiermit wird der Schlauch einfach aufgerollt und kann an jeden Ort im Garten transportiert werden. - Bewässerung mit dem Sprenger: Große Flächen und Beete lassen sich besser mit dem Sprenger bewässern. Ideal ist, wenn nicht nur die Wurfweite, sondern auch die Sprühform eingestellt werden kann.
Der Vorteil: Die Bewässerung ist gleichbleibend und flächendeckend möglich. Zusammen mit einer Zeitschaltuhr entsteht ein günstiges Bewässerungssystem, das per App oder über das manuelle Einstellen der Uhr gesteuert werden kann. - Bewässerung per Micro-Drip: Für kleine Flächen eignen sich sogenannte Micro-Dip-Systeme, die das Wasser direkt an die Wurzeln der Pflanzen bringen. Damit bekommt jede Pflanze die ideale Menge an Wasser. Als einfache Variante gibt es Gartenschläuche mit kleinen Löchern.
Die Schläuche werden entlang der Pflanzen, die bewässert werden sollen, verlegt. Per Zeitschaltuhr ergibt sich auch dabei wieder ein Bewässerungssystem. Für größere Flächen sind sogenannte Pipeline-Systeme möglich, die aus Wasserleitung und versenkbarem Regner bestehen.
Angepasste Bewässerung für jeden Bedarf
Gemüsepflanzen sind empfindlich und verzeihen Trockenheit nicht. Wichtig ist, sie direkt am Boden zu bewässern, damit das Wasser die Wurzeln optimal erreichen kann. Für einzelne Pflanzen bietet es sich an, einen Blumentopf in die Erde einzugraben, über den das Wasser zielgerichtet an die Pflanze gelangt. Auch eine Mulchschicht kann helfen und sorgt dafür, dass die Pflanzen weniger schnell austrocknen. Ebenfalls wichtig: Gemüsepflanzen nicht direkt gießen und am Morgen wässern.
Zierpflanzen und Stauden müssen regel- und gleichmäßig bewässert werden, damit die Pflanzen gesund bleiben. Auch sie sollten das Wasser direkt an die Wurzeln bekommen, was über Bewässerungssysteme und das Anlegen des Gartenschlauchs leicht möglich ist. Wer wenig gießen möchte, sollte auf Pflanzen setzen, die für trockene Standorte gut geeignet sind. Dazu gehören Graslilien, Gewöhnlicher Natternkopf, Goldhaaraster und Sandnelke.
Um Obst ernten zu können, muss der Baum in der Lage sein, Äpfel, Birnen und Co. reifen zu lassen. Das wiederum geht nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist. Das heißt, dass auch Obstgehölze gewässert werden müssen. Als Faustregel gilt, dass die Wurzeln, die sich unterhalb des Kronenrandes befinden, mit Wasser versorgt werden müssen. Der Obstbaum wird daher besser flächig gegossen und nicht nur im Bereich des Stammes. So werden selbst die feinen Wurzeln erreicht.
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