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Beim Immobilienkauf den richtigen Zeitpunkt abpassen

Der richtige Zeitpunkt, um eine Immobilie zu kaufen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Experten raten jedoch grundsätzlich dazu, so früh wie möglich in die eigenen vier Wände zu investieren. Darüber hinaus müssen jedoch die eigene berufliche und private Situation sowie aktuelle Preise und Bauzinsen beachtet werden.

Modellhaus neben einem Taschenrechner

So früh wie möglich in die eigene Immobilien investieren (Bild: ganchaonan1 / clipdealer.de)

Lieber warten oder besser gleich ein Haus kaufen?

Es gibt keine allgemeingültige Regel dafür, wann der beste Zeitpunkt für den Immobilienkauf ist. Das ist individuell verschieden und hängt von verschiedenen Aspekten ab. Gleichzeitig muss jeder Kaufwillige bedenken, dass es sich um eine große Investition handelt, die über viele Jahre abbezahlt werden muss und die eine mitunter lebenslange Bindung bedeutet.

Es gibt daher nicht den einen, besten Zeitpunkt, sondern je nach Lebenssituation können sich unterschiedliche Momente ergeben, zu denen der Kauf eines eigenen Hauses oder einer Eigentumswohnung sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass auch das passende Objekt gefunden werden muss, sofern nicht direkt selbst gebaut werden soll.

Persönliche Kriterien sind der Maßstab

Um die Frage, wann der beste Zeitpunkt für den Immobilienkauf ist, zu beantworten, muss sich jeder Interessent erst einmal selbst genauer durchleuchten. Die persönliche Situation sowie der geplante künftige Lebensweg sind wichtige Anhaltspunkte für die Antwort auf die Frage nach dem Kaufzeitpunkt. Wichtig sind unter anderem diese Aspekte:

  • Art der Immobilie: Nicht für jeden ist das eigene Haus ideal, vielleicht soll es lieber eine Eigentumswohnung sein? Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Größe des Grundstücks: Wer sich selbst mit Obst und Gemüse versorgen oder Haustiere halten möchte, braucht ein viel größeres Grundstück als jemand, der im Sommer lediglich gemütlich auf der Terrasse sitzen und vielleicht ein Blumenbeet haben will. Vielleicht ist auch gar kein Garten gefragt, sondern es soll lediglich eine Stadtwohnung zum neuen Zuhause werden?

  • Eigenkapital: Die Höhe des Eigenkapitals gibt ein Bild darüber, wie viel Haus sich jemand leisten kann. Als Faustregel kann von 30 Prozent Eigenkapital ausgegangen werden, was für einen Kauf vorhanden sein sollte. Gleichzeitig muss das Einkommen näher betrachtet werden. Reicht dieses in der Höhe und wird es auch künftig vorhanden sein? Mit einem befristeten Arbeitsvertrag wird es zum einen schwer, überhaupt ein Immobiliendarlehen zu bekommen, zum anderen ist die Finanzierbarkeit des Mammutvorhabens „eigene Immobilie“ nicht gewährleistet.

  • Persönliche Situation: Eine geplante berufliche Veränderung, ein Umzug oder der Wunsch, nicht mehr pendeln zu müssen, sind wichtige Punkte, die bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Immobilienkauf beachtet werden müssen. Sicherlich ist es möglich, das Haus oder die Wohnung später zu vermieten, wenn eine Eigennutzung nicht möglich ist. Doch wer Immobilien als Geldanlage erwerben will, setzt andere Anforderungen als jemand, der den Wohnraum selbst nutzen möchte.

  • Das eigene Alter: Das Institut der Deutschen Wirtschaft hatte für 1999 festgestellt, dass die Wohneigentumsquote für die 25- bis 34-Jährigen bei 23 Prozent lag. 2017 waren es dann nur noch zwölf Prozent in dieser Altersgruppe. Bei den 65- bis 74-Jährigen lag die Quote bei 58 Prozent, damit gilt Deutschland auch weiterhin als Land der Mieter. 2023 gab es eine Studie der Sparda-Bank, die sogar nur 42 Prozent Eigentumsquote in allen Altersklassen ermittelte. Vor allem bei Menschen unter 30 Jahren sind die Kaufpläne gesunken, nur noch ca. 25 Prozent haben den festen Wunsch, einmal Wohneigentum zu besitzen. Wichtig: Je jünger ein Immobilienkäufer, der den Erwerb über einen Hauskredit finanziert, ist, desto niedrigere Tilgungsraten sind möglich. Ältere Kreditnehmer werden seitens der Banken gern mit höheren Raten belegt, damit die Rückzahlung bis zum Eintritt ins Rentenalter erfolgen kann.

Immobilienmarkt und Bauzinsen beobachten

Schwieriger wird der Immobilienkauf, wenn dieser in einem ganz bestimmten Ort durchgeführt werden soll und hierbei keine Flexibilität herrscht. Denn: Wer ortsgebunden ist, muss das verfügbare Angebot nutzen und hat kaum Alternativen. Es ist sinnvoll, den Markt einige Zeit zu beobachten und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen.

Andererseits kann es ebenso ratsam sein, sich ein Baugrundstück zu sichern, sobald es auf den Markt kommt, auch wenn der eigentliche Bau des Hauses noch gar nicht starten kann oder soll. Allgemeingültige Ratschläge gibt es dabei nicht. Grundsätzlich gilt jedoch, dass mit der Beobachtung des Immobilienmarktes in der gewünschten Region oder Ortschaft lieber gestern als heute begonnen wird, um einen Eindruck von der Dynamik des Marktes zu bekommen und sicherzugehen, dass gute Angebote nicht verpasst werden.

Entwicklung der Bauzinsen beobachten

In der letzten Zeit haben sich die Immobilienpreise stabilisiert, auch wenn sie immer noch auf einem hohen Niveau liegen. In einigen Regionen lassen sich leichte Preissenkungen beobachten. Allerdings sind nicht nur die Kaufpreise für Immobilien maßgeblich, sondern auch die Bauzinsen. Sie sollten bei der Entscheidung für oder gegen den Immobilienkauf beachtet werden. Experten rechnen für 2025 mit nur leicht steigenden Bauzinsen, da sich die Staatsschulden erhöhen und somit die Renditen an den Anleihenmärkten steigen.

Wichtig ist zudem die Frage nach der Sollzinsbindung. Diese setzt einen Zinssatz für eine vereinbarte Zeit fest, sodass der Kreditnehmer genau weiß, was in dieser Zeit auf ihn zukommt. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist werden die Sätze neu verhandelt, was günstig oder ungünstig für den Darlehensnehmer sein kann. In Zeiten niedriger Zinsen sollten daher möglichst lange Zinsbindungen vereinbart werden, während in einer Hochzinsphase besser auf kurze Zinsbindungszeiten gesetzt wird.

Aktuell ist davon auszugehen, dass die Zinsen für Immobilienkredite in nächster Zeit steigen werden und dass ein flächendeckender Rückgang der Immobilienpreise nicht zu erwarten ist. Wenn privat keine Gründe dagegenstehen, ist es somit empfehlenswert, auch Bestandsimmobilien in ländlichen Gebieten in die Suche mit einzubeziehen, denn hier können häufig erstaunlich günstige Objekte erworben werden. Allerdings sollten Sanierungskosten und der erhöhte Aufwand für lange Wege in die Berechnung einbezogen werden. Sollten sich Unsicherheiten zeigen, ist es stets besser, den Kauf der eigenen Immobilie noch zurückzustellen, da der Wiederverkauf mitunter schwierig werden kann.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Ratgeber
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