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Kräutergarten auf dem Balkon

Ein eigener Kräutergarten ist vielfach ein Traum. Doch mangels eines eigenen Gartens ist dieser Traum nicht umsetzbar. Ist aber wenigstens ein Balkon vorhanden, kann der Kräutergarten einfach dort angelegt werden und gelingt fast immer.

ein eigener Kräutergarten ist Learning by Doing in Reinform (Bild: Animaflora-PicsStock / clipdealer.de)

Einfach mit dem Kräutergarten beginnen

Einer der wichtigsten Tipps dazu, wie der Kräutergarten auf dem Balkon gelingt, lautet: Hobbygärtner sollten einfach beginnen! Ist der erste Schritt einmal gemacht, geht es ganz leicht, denn ein eigener Kräutergarten ist Learning by Doing in Reinform.

Was nicht gelingt, wird eben neu gemacht und schon im nächsten Jahr grünt der Kräutergarten, als wäre ein Profi am Werk gewesen. Um nun mit dem Kräutergarten erfolgreich zu starten, sind diese Vorüberlegungen wichtig:

  • Kräuter werden meist im April oder Mai gesät.
  • Beim Einpflanzen vorgezogener Kräuter fällt der Startschuss nach dem letzten Frost.
  • Kältebeständige Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Minze können schon früher in den Kräutergarten auf dem Balkon einziehen.
  • Mehrjährige Kräuter werden im Herbst gepflanzt.
  • Frisch gekaufte Kräuter sollten umgehend in ein passendes Pflanzgefäß mit gutem Substrat kommen.
  • Pflanzgefäße sollten mindestens 15 bis 20 cm Durchmesser haben. Zitronenmelisse, Minze und Salbei brauchen deutlich mehr Platz.
  • Kräuter mögen keine nassen Füße: Staunässe wird durch eine ausreichende Drainageschicht vermieden.
  • Als Substrat eignet sich nährstoffarme, sandige Erde für mediterrane Pflanzen bestens, heimische Kräuter lieben nährstoffreiche und feuchte Erde.
  • Auf einem sehr kleinen Balkon können Kräuter in Blumenampeln gezogen werden.

Den passenden Standort für die Kräuter finden

Der Standort für die gewünschten Kräuter mag der Balkon sein, doch auch hier gibt es unterschiedlich gut geeignete Stellen, an denen die einzelnen Kräuter stehen können. Stammen sie ursprünglich aus dem mediterranen Raum, benötigen sie viel Sonne und sollten entsprechend einen solchen Standort bekommen. Wahre Sonnenanbeter sind Salbei, Lavendel, Thymian, Oregano und Rosmarin.

Bei einem Balkon, der Richtung Osten oder Westen geht, sind andere Kräuter ideal, die weniger Sonne benötigen. Hierzu zählen Kerbel, Schnittlauch, Petersilie und Kresse. Auch Wildkräuter sind geeignet und kommen sowohl mit einem sonnigen als auch mit einem halbschattigen Standort klar.

Liegt der Balkon in Richtung Norden, muss sich ein Hobbygärtner leider von einem geplanten Kräutergarten verabschieden. Die Pflanzen würden ohne jegliche Sonne nur spärlich wachsen und keine Aromen ausbilden. Eventuell kann dann auf ein Fensterbrett in Südlage ausgewichen werden.

Diese Kräuter sind für den Balkonkräutergarten geeignet

Kräuter, die in Töpfen gezogen werden, sind leicht an verschiedene Standorte zu stellen. Sie können daher vergleichsweise einfach die nötigen Bedingungen geboten bekommen. Manche dieser Kräuter sind sogar im Topf besser aufgehoben als im Beet, da der Topf beispielsweise im Herbst ins Haus geholt werden kann. Somit sind diese Pflanzen leichter vor Frost zu schützen.

Wer nun Kräuter auf dem Balkon ziehen möchte, sollte wissen, welche dieser beliebten Pflanzen unter den gegebenen Bedingungen am besten gedeihen. Hier einige Beispiele:

  • Mediterrane Pflanzen: Rosmarin, Thymian, Oregano, Basilikum, Lavendel
  • Heimische Pflanzen: Petersilie, Kresse, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Zitronenmelisse

Diese Kräuter sind in verschiedenen Arten erhältlich, die sich unterschiedlich gut eignen. Bietet der Balkonkräutergarten nur wenig Licht, sind beispielsweise kompakte Sorten ideal: Kugel-Thymian, Ananas-Minze, Oregano „Compactum“ und Lavendelblättriger Salbei sind perfekt.

Sollen die Kräuter in Kästen und Blumenampeln angebaut werden, sind Arten mit überhängendem Wuchs optimal. Kapuzinerkresse, Hänge-Rosmarin und Indianische Minze sind gute Beispiele für aromatische Kräuter für den Balkongarten.

Kräuter im Balkonkräutergarten richtig pflegen

Nach der Anzucht der Kräuter geht es um die Pflege. Nur wenn diese optimal ist, gedeihen die Pflanzen gut und bilden die gewünschten Aromen aus. Dabei hat jedes Kraut eigene Bedürfnisse, wenngleich sich diese bei vielen Arten ähneln. Als Faustregel gilt: Mediterrane Kräuter werden seltener gegossen und können auch mal komplett durchtrocknen. Wichtig ist, dass sie vor Staunässe und Leitungswasser bewahrt werden. Letzteres ist aufgrund des Kalkgehaltes des Wassers wichtig.

Steht kein Regenwasser zur Verfügung, sollte das Leitungswasser wenigstens einige Zeit stehen bleiben, damit der Kalkgehalt geringer wird. Außerdem sollte das Gießwasser nicht zu kalt sein. Heimische Kräuter brauchen einen feuchteren Boden, vor Staunässe müssen sie aber ebenso bewahrt werden. Darüber hinaus lieben auch die einheimischen Pflanzen Regenwasser, das angenehm temperiert ist.

In der Zeit der Überwinterung müssen Kräuter nicht gedüngt werden, denn zwischen Oktober und April/Mai sollen sie keine Kraft ins Wachstum stecken. Nur während der Gartensaison ist die regelmäßige Düngung wichtig. Organischer Langzeitdünger ist ideal und deckt die Bedürfnisse der Pflanzen zuverlässig. Für die Kräuter in Kübeln und Töpfen kommen überdies mineralische Vorratsdünger infrage.

Bei Kräutern, die zum Verholzen neigen, gehört zur Pflege ein Schnitt dazu. Die Triebe des letzten Jahres werden daher zu Beginn des Frühjahrs um rund die Hälfte zurückgeschnitten. Ebenso wird Thymian ein wenig gestutzt. Er dankt den Schnitt mit einem kräftigen Wuchs.

Sträucher, die rasch wachsen, sollten jährlich an den Triebspitzen gekappt werden. Basilikum hingegen sollte nicht nur seine Blätter bei der Ernte lassen, sondern auch einen Teil der Stängel mit abgeben. Dies bewirkt einen kräftigen Neuaustrieb.

Der Balkonkräutergarten im Winter

Die meisten Küchenkräuter sind keine mehrjährigen Pflanzen. Das heißt, sie werden im Herbst abgeerntet und sterben dann ab. Daneben gibt es aber einige Stauden und Sträucher, die sich zur Überwinterung eignen. Dazu gehören unter anderem Lavendel, Salbei und Rosmarin.

Stehen diese Kräuter in Töpfen, müssen sie einen Frostschutz bekommen, damit die Wurzeln nicht durch die Kälte beschädigt werden. Bleiben die Töpfe im Winter draußen, sollten sie auf jeden Fall auf einer Styroporplatte stehen und mit einer Noppenfolie ummantelt werden. Zwischenräume werden ebenfalls mit Folie oder Jutesäcken ausgekleidet, zusätzlich ist das Abdecken der Pflanzen mit Reisig eine gute Idee.

Vorsicht: Im Winter darf nicht oder nur wenig gegossen werden, damit die Wurzeln nicht faulen. Die Pflanzen wachsen jetzt kaum und können das Wasser nicht verwerten. Außerdem kann der nasse Boden gefrieren und die Wurzeln beschädigen. Vertragen die Kräuter keinen Frost, müssen sie im Herbst ins Haus geholt werden. Ein helles Treppenhaus oder ein Keller mit Fenster ist ideal zum Überwintern.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Garten
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