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So klappt es mit dem eigenen Kräutergarten

Der Garten soll nicht nur Gemüse liefern, sondern auch aromatische Kräuter? Oder soll eine kleine Ecke neben der Terrasse zum Kräutergarten umgestaltet werden? Hobbygärtner können beruhigt sein: Das ist leichter als gedacht.

Verschiedene Kräuter in einem Beet

Mit dem richtigen Standort, dem richtigen Boden und der geeigneten Kräuterkombination klappts! (Bild: PicciaNeri / clipdealer.de)

Eine erste Bestandsaufnahme

Einfach in den Baumarkt gehen und Kräuterpflanzen holen, die dann zu Hause wortwörtlich ausgesetzt werden? Das ist keine gute Idee, denn einige wichtige Vorüberlegungen zum eigenen Kräutergarten sollten getätigt werden.

Erst einmal: Die meisten Kräuter brauchen einen sonnigen und windgeschützten Platz, das sollte bei der Standortwahl des Kräuterbeetes oder der Kräuterspirale berücksichtigt werden. Auch die folgenden Fragen bzw. die Antworten auf diese Fragen sind wichtig:

  • Welche Kräuter nutze ich und welche möchte ich demnach anpflanzen?
  • Welchen Standort brauchen die Kräuter meiner Wahl?
  • Habe ich die passende Erde oder kann ich diese beschaffen?
  • Welche Kräuter sind beste Freunde und welche gedeihen nebeneinander nicht?
  • Soll das Kräuterbeet besonders gestaltet sein und auch ein optischer Hingucker werden?

Die meisten Kräuter sind überaus pflegeleicht und sind mit dem passenden Standort und einem regelmäßigen Wasserschwall zufrieden. Vor allem Bohnenkraut, Schnittlauch und Basilikum wachsen ohne Probleme. Letzteres muss lediglich vor Schneckenfraß geschützt werden, denn Basilikum ist nicht nur bei Menschen überaus beliebt. Was ebenfalls wichtig ist und gern vergessen wird: Die einzelnen Kräuter müssen im Beet noch gut erreichbar sein, damit die Ernte ohne Probleme möglich ist.

Der passende Standort als Voraussetzung für gutes Aroma

Fast alle Kräuter lieben die Sonne und brauchen täglich mindestens fünf Stunden lang Licht, um zu wachsen und um die Aromen auszubilden. Idealerweise bekommt der Kräutergarten einen südlichen Standort, um die Vormittags- und Mittagssonne nutzen zu können. Die Vorliebe für Sonne sollte auch bei der Anordnung der Pflanzen berücksichtigt werden: Größere Gewächse kommen weiter nach hinten, kleinere müssen im vorderen Bereich stehen, wo sie die meiste Sonne bekommen.

Ein Standort vor einer Mauer ist ebenfalls ideal, hier staut sich die Wärme und wird in den kühleren Abendstunden reflektiert. Allerdings ist die Erde an solchen Standorten auch schneller trocken, das muss bei der Planung der Gießfrequenz bedacht werden.

Der passende Boden für den Kräutergarten

Kräuter wollen einen wasserdurchlässigen Boden ohne Staunässe. Schwere und sandige Böden sind ungeeignet, besser sind humushaltige Erden. Bietet der eigene Garten leider nur Sandboden, kann dieser durch die Gabe von Kompost ökologisch verträglich aufgewertet werden und bietet danach die passenden Nährstoffe für Kräuter.

Generell gilt bei Kräutern: Weniger ist mehr! Das bezieht sich auf das Düngen ebenso wie auf die Feuchtigkeit im Boden. Wer beispielsweise auf zu viel Stickstoff im Kräutergarten setzt, bekommt zwar schnell wachsende und große Pflanzen, diese schmecken aber weniger aromatisch. Vor allem mediterrane Kräuter brauchen kaum zusätzliche Mineralien und reagieren bei Düngung sehr empfindlich. Petersilie, Kerbel, Dill und Schnittlauch hingegen lieben nährstoffreiche Böden.

Tipp: Mulchen verhindert, dass der Boden rund um die Kräuter zu schnell austrocknet. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Feuchtigkeit gehalten wird, um der Bildung von Schimmel vorzubeugen.

Zum Gießen von Kräutern haben erfahrene Kräutergärtner einige Ratschläge parat:

  • regelmäßiges Hacken lockert den Boden auf und erleichtert das Eindringen von Feuchtigkeit
  • Mulchen am besten mit Grasschnitt oder Stroh
  • in der sonnenreichen Zeit häufig gießen
  • vormittags gießen, damit die Laubblätter nicht zu lange nass bleiben (sonst droht Pilzbefall)
  • handwarmes Wasser verwenden, um einen Kälteschock zu vermeiden

Die passenden Pflanzen für den Kräutergarten auswählen

Der richtige Standort ist gefunden, der Boden vorbereitet oder die Kräuterspirale angelegt. Nun gilt es, die passenden Pflanzen für das Kräuterbeet auszuwählen. Idealerweise wird auf eine Vielzahl von Kräutern gesetzt, wenngleich diese nicht alle in der häuslichen Küche verwendet werden. Der Grund ist, dass sich von einem solchen Kräutergarten auch Tiere angezogen fühlen und das Kräuterbeet schon bald zu einem Paradies für Insekten aller Art wird. Eine bunte Kräutermischung im Beet sieht somit nicht nur hübsch aus, sondern hat auch einen ökologischen Nutzen.

Bei der Auswahl der passenden Pflanzen für den Kräutergarten sollte gut überlegt werden, was benötigt wird und was welche Ansprüche hat. Es ist zu berücksichtigen, dass manche Pflanzen beste Freunde sind und dass sich andere gegenseitig so stark beeinflussen, dass sie nicht richtig gedeihen. Ideale Beetpartner sind:

  • Basilikum: mag Oregano, Rosmarin und Petersilie
  • Petersilie: mag Basilikum, Dill, Kerbel, Schnittlauf und Gartenkresse
  • Pfefferminze: mag fast alle anderen Kräuter (siehe unten)
  • Koriander: mag Ingwer und Chili
  • Rosmarin: mag Oregano, Basilikum, Salbei, Lavendel und Thymian
  • Thymian: mag Rosmarin, Salbei, Zitronenmelisse, Bohnenkraut und Estragon

Die verschiedenen Kräuter haben aber nicht nur beste Freunde, sondern mögen auch einige Pflanzen gar nicht. Sie reagieren auf ihre ungeliebten Nachbarn mit einem geringen Wuchs, mit verkrüppelten Trieben, geringer Blühfreude und wenig Aroma. Die oben genannten Pflanzen haben ihre Antipathie gegen diese Kräuter verteilt:

  • Basilikum: mag keine Pfefferminze und Zitronenmelisse
  • Petersilie: mag Pfefferminze, Koriander und Lavendel nicht
  • Pfefferminze: verabscheut Basilikum, Thymian, Petersilie und Bohnenkraut
  • Koriander: hasst Kerbel, Schnittlauch und Petersilie
  • Rosmarin: mag weder Schnittlauch noch Senf
  • Thymian: will nicht neben Pfefferminze oder Majoran stehen

Sie sollten je nach Größe geordnet werden und können dabei auch als Lückenfüller dienen. Ein wenig Kreativität ist bei der Bepflanzung durchaus erlaubt. Idealerweise stehen die Pflanzen zusammen, die einen ähnlichen Bedarf an Sonne, Wasser und Nährstoffen haben. Sind die Bedürfnisse zu verschieden, sollte eine räumliche Trennung über zwei verschiedene Kräuterbeete vorgenommen werden. Es ist zudem denkbar, Kräuter mit anderen Standortanforderungen als Randeinfassung zu pflanzen.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Garten
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