Die Nachrichten sind voll von Meldungen über durch Sturm oder Hochwasser zerstörte Gebäude. Bauherren sollten Wetterextreme daher schon bei der Planung berücksichtigen. Und auch bestehende Gebäude müssen entsprechend geschützt und versichert werden.

Blitzschutzanlagen sind inzwischen Standard (Bild: Image-Source / envato.com)
Vielfältige Gefahren bedrohen Gebäude
Die Freude über die eigenen vier Wände ist groß – endlich wohnt die Familie im Eigenheim. Durch den idyllischen Ort in den Bergen führt ein kleiner Fluss, dessen Wasser friedlich dahinplätschert. Sicher, im Winter sind Schneeketten Pflicht, weil die Straßen mit Schnee und Eis bedeckt sind und das eine oder andere Gewitter kann auch Hagel im Sommer bringen.
Doch wer hätte gedacht, dass der sanfte Fluss zum reißenden Strom werden kann, weil sich durch eine veränderte Wetterlage wahre Sturzfluten vom Himmel ergießen? Und wer konnte ahnen, dass die Sommer plötzlich so heiß werden, dass sich selbst das Innere des Hauses trotz angeblich ausreichender Dämmung aufheizt wie ein Backofen?
Wetterextreme durch Sturm, Hagel, Starkregen und Hitze sind in jüngster Vergangenheit verstärkt aufgetreten und Klimaforscher gehen davon aus, dass sie auch künftig häufiger und kräftiger sein werden. Selbst in Gegenden, die aufgrund ihrer Lage eher gemäßigt waren, können sich verschiedene Gefahren durch starke Stürme und Hitzeperioden zeigen.
Bauherren tun gut daran, schon bei der Planung an den Schutz des zu errichtenden Gebäudes vor Wetterextremen zu denken. Und auch Eigentümer sollten nicht nur auf den Versicherungsschutz achten, sondern zusätzlich geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.
Gefahren vor dem Bauen analysieren
Um den geeigneten Schutz für das Gebäude zu finden, ist es wichtig, die Gefahren zu kennen. Überschwemmungen treten verständlicherweise dort nicht auf, wo es keine größeren Gewässer oder Flüsse gibt. Lawinen sind im Flachland nicht zu finden.
Hagel, Starkregen, Hitze und Sturm hingegen können überall auftreten und für große Schäden sorgen. Somit ist es wichtig, verschiedene Bausteine zum Schutz zu kombinieren, denn erst ihr Zusammenspiel bedeutet mehr Sicherheit für das Gebäude. Zu bedenken sind vor allem diese Punkte:
- Auswahl der Lage des Grundstücks nicht nur nach Traumvorstellungen
- Sicherstellung eines Regenschutzes
- Auslegung der Dachkonstruktion auf schwere Belastungen durch Schnee und Wind
- Hitzeschutz durch bauliche Maßnahmen sicherstellen
Bei Neubauten ist es deutlich leichter, den Wetterschutz zu installieren, doch auch bestehende Gebäude können entsprechend nachgerüstet werden.
Wetterschutzmaßnahmen im Überblick
Die Wahl der Lage eines Grundstücks und des späteren Hauses ist das A und O. Denn: Flusstäler, Hanglagen und Senken sind zwar bei Idealwetter idyllisch, grundsätzlich jedoch eine schlechte Wahl. Hangrutschungen, Überschwemmungen und nach oben drückendes Grundwasser stellen sich dort als Probleme dar, die noch zusätzlich zu den üblichen Wetterereignissen auftreten können.
Wichtig ist zudem die konsequente Wartung des Hauses. Einmal jährlich und vor allem nach dem Auftreten von Unwettern muss das Dach auf Festigkeit und Dichte überprüft werden. Um einen zuverlässigen Schutz bei Starkregen zu gewährleisten, sind Rückstauklappen ein- bis zweimal im Jahr zu warten. Auch Regenrinnen und Fallrohren müssen überprüft und sollten zweimal jährlich gereinigt werden.
Blitzschutzanlagen müssen vom Fachmann kontrolliert werden, wobei dabei Intervalle von zwei bis vier Jahren als ausreichend gelten. Zuletzt ist es sinnvoll, den Kellerabgang und Bodeneinlauf einer Sichtprüfung zu unterziehen, um zu erkennen, ob hier Wasser eintritt.
1. Schutz vor Wasser
Der Keller des Hauses braucht eine mehrschichtige Abdichtung, damit das Grundwasser von unten nicht hereindrücken kann. Außerdem sind Rückstauklappen sinnvoll. Sie sorgen dafür, dass Abwasser nicht zurückgedrückt werden kann, wenn die Kanalisation überlastet ist. Zu berücksichtigen ist zudem ein Bodenablauf im Eingangsbereich, denn der Zugang zum Keller gilt als kritisch.
Zudem sollte er mit einer Überdachung geschützt werden, damit das Regenwasser nicht noch zusätzlich von oben eindringen kann. In schneereichen Regionen sind Schneefanggitter auf dem Dach empfehlenswert, sie verhindern Dachlawinen.
2. Schutz vor Sturm
Um die Fenster vor Sturm zu schützen, sind stabile Rollos an den Außenseiten hilfreich. Äste und Hagelkörner können damit keine Schäden anrichten. Hilfreich ist zudem die Technik des Smart Home, denn durch die intelligente Steuerung werden starke Windböen direkt erkannt und die Rollläden werden automatisch geschlossen.
Das funktioniert auch dann, wenn die Hausbewohner nicht daheim sind. Der Schutz ist somit rund um die Uhr gegeben. Auch bei intensiver Sonneneinstrahlung lassen sich die Rollläden durch die smarte Steuerung rechtzeitig herunterlassen.
Auch das Dach ist bei Sturm gefährdet und sollte mit einer belastbaren Unterkonstruktion versehen werden. Die Dachziegel müssen fachgerecht verankert werden. Nötigenfalls sind Sturmklammern anzubringen, die vor Windsog schützen. Diese Maßnahmen sind übrigens nicht freiwillig, sondern bereits in den Bauvorschriften verankert.
Wichtig: Auch Solaranlagen und Satellitenschüsseln müssen vor Wind geschützt werden. Hochwertige Montagesysteme sind das A und O. Dies gilt zudem für Dachfenster, die natürlich bei Sturm geschlossen bleiben müssen.
Ebenfalls wichtig: Bäume sollten nicht zu dicht am Haus stehen und erst gar nicht in Hausnähe gepflanzt werden. Ein bereits vorhandener Baumbestand muss nötigenfalls fachgerecht gekürzt werden. Zudem sind Bäume in der Nähe des Hauses regelmäßig auf trockene Äste und Standfestigkeit zu kontrollieren.
3. Schutz vor Hitze
Helle Fassaden schützen vor der Hitze, indem sie das Sonnenlicht reflektieren. Wärmeschutzverglasung und Rollläden (automatisch steuerbar im Smart Home) sorgen für zusätzlichen Wärmeschutz. Doch schon bei der Hausplanung sollten Hitzeperioden berücksichtigt werden: Fenster sind am besten so zu platzieren, dass sie nicht nach Süden oder Westen zeigen, sofern es sich um große Fensterflächen handelt.
Auch die Dämmung des Gebäudes muss ausreichend sein, möglich ist hier jedoch auch der Verzicht auf künstliche Dämmmaterialien. Dicke Mauern und biologische Dämmungen sind heute erste Wahl. Um die Maßnahmen zu finanzieren, können staatliche Förderungen für den Hitzeschutz des Hauses in Anspruch genommen werden.
4. Schutz vor Gewitter
Kein Haus kann wirklich vor Gewitter geschützt werden, doch ein Schutz vor Überspannung und Blitzschlag ist möglich. Eine Blitzschutzanlage ist heute inzwischen Standard, Bestandsbauten sollten damit unbedingt nachgerüstet werden. Hinzu kommt ein mehrstufiger Schutz vor Überspannung, dank dem auch die Elektrogeräte des Hauses gesichert werden. Der Elektriker berät dazu und führt die Maßnahmen aus.
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