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Wirksamer Einbruchschutz für Fenster und Türen

Alle vier Minuten wird in ein Wohnhaus eingebrochen. Diese Zahlen aus Polizeistatistiken sind erschreckend und lassen das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit wachsen. Einbrecher kennen die Schwachpunkte Ihres Hauses genau. Deshalb sollten auch Sie diese kennen und für wirksamen Einbruchschutz sorgen. In 90 Prozent der Fälle kommen die Täter über Fenster und Terrassentüren ins Haus, aber auch Kellerfenster und Haustüren sind gefährdet. Wie schützen Sie diese neuralgischen Punkte wirksam?

Verbessern Sie die Schwachstellen Ihres Hauses und setzten Sie gezielt Sicherheitssysteme ein.

Schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern! (Foto: ginasanders / clipdealer.de)

Wirksamer Einbruchschutz beginnt beim eigenen Verhalten

Der Einbruchschutz setzt sich idealerweise aus verschiedenen Maßnahmen zusammen, die hier in absteigender Priorität aufgelistet sind:

  • Verhaltensmaßnahmen
  • Mechanische Maßnahmen (Verriegelungssysteme, Spezialschlösser etc.)
  • Elektronische Maßnahmen (Alarmsensoren, Überwachungskameras, Bewegungsmelder).

Der essentielle Einbruchschutz sind Verhaltensmaßnahmen. Sie sind die Grundvoraussetzung dafür, dass mechanische und elektronische Maßnahmen überhaupt ihren Zweck erfüllen können. Denn was nützt Ihnen das beste Sicherheitsschloss, wenn Sie die Tür offen lassen?

Gelegenheit macht Diebe!

Dies ist nicht nur eine Redewendung. Neben organisierten Banden, die gezielt vorgehen und die Schwachstellen ihres Zielobjektes genau auskundschaften, werden Einbrüche nicht selten von Gelegenheitstätern verübt. Eine unverschlossene Kellertür oder ein offenes Fenster sind eine willkommene Einladung. Eine Leiter, die ungesichert und frei zugänglich ist, kann als Kletterhilfe dienen, um über offene Fenster und Balkontüren im Obergeschoss einzusteigen.

Wichtige Verhaltensmaßnahmen für den Einbruchschutz sind:

  • Verschließen und verriegeln Sie Fenster und Türen (insbesondere Haus-, Keller- und Terrassentüren) vor dem Verlassen des Hauses.
  • Schließen Sie Haustür und Nebeneingänge immer ab, wenn niemand Zuhause ist.
  • Schließen Sie Kletterhilfen wie Leitern ein oder sichern Sie diese mit einem Fahrradschloss.
  • Leeren Sie täglich ihren Briefkasten.
  • Lassen Sie am Abend die Rollläden herunter.

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Kennen Sie die Schwachstellen Ihres Hauses?

Einbrecher kennen sie nämlich genau und nutzen die Schwachstellen, um auf dem einfachsten Weg in Ihr Haus zu gelangen. Zu den Voraussetzungen für einen wirksamen Einbruchschutz gehört es, die Schwachstellen zu identifizieren und zu beseitigen bzw. diese zusätzlich zu sichern.

Mögliche Schwachstellen Ihres Hauses sind:

  • Die Rückseite des Hauses, die nicht von angrenzenden Straßen eingesehen werden kann.
  • Von Gartenhecken oder Mauern verdeckte Stellen.
  • Gekippte Fenster. Auch im Obergeschoss, wenn diese über Nebengebäude wie Carport und Garage oder über hohe Bäume in unmittelbarer Nähe zu erreichen sind.
  • Ungesicherte Fenster im Erdgeschoss und Keller.
  • Ungesicherte Haustüren.
  • Ungesicherte Terrassen- und Nebeneingangstüren.
  • Schlecht ausgeleuchteter Garten und Außenbereich.

Wie können Sie diese Schwachstellen beseitigen? Bei nicht einsehbaren und verdeckten Stellen sind Überwachungskameras hilfreich, mit denen Sie Ihr gesamtes Grundstück immer im Blick haben. Die Bilder moderner Netzwerkkameras können Sie via App sogar von unterwegs kontrollieren. Zudem haben Überwachungskameras eine abschreckende Wirkung. Mit Bewegungsmeldern können Sie Ihr Grundstück sehr gut ausleuchten, ohne dass Ihre Stromrechnung in die Höhe schnellt. Gefährdete Türen und Fenster sollten Sie unbedingt sichern.

Türen und Fenster sichern!

Einbrecher kommen in den meisten Fällen über Fenster im Erdgeschoss und Keller sowie über Haustüren und Terrassentüren ins Haus. Fast immer versuchen sie zunächst, Türen und Fenster auszuhebeln, da dies fast geräuschlos ist. Einbruchhemmende Verriegelungssysteme können dies effektiv verhindern. Mit großem Erfolg: Wenn Einbrecher mechanische Sicherungen nicht in weniger als 5 Minuten (laut Polizeistatistiken) aushebeln können, suchen sie sich fast immer ein neues „Opfer“.

Schon gewusst?

Sicherheitsbeschläge mit Pilzkopfverriegelung statt einfacher Zapfen zeigen gute Erfolge in der Praxis. Der Pilzkopf am Fensterflügel verhakt sich in einer Aussparung in der Montageplatte des Rahmens. Dadurch sind Fensterrahmen und Flügel fest miteinander verbunden und können nicht aufgehebelt werden.

Sicherheitssysteme bei Fenstern

  • Sicherheitsbeschläge mit Pilzkopfverriegelung
  • abschließbarer Fenstergriff
  • durchschlaghemmende Verglasung
  • Verbundsicherheitsglas, das nicht so leicht bricht, weil die Fensterscheiben mit einer Kunststoffschicht zusammenlaminiert sind
  • Stahlschließbleche für Pilzzapfenverschlüsse
  • dickwandige Profile, welche die Ausreißbeständigkeit der Beschläge erhöhen
  • Gitterstäbe an Kellerfenstern
  • Gitterroste über Keller- und Lichtschächten, die von unten zusätzlich fixiert sind.

Sicherheitssysteme bei Haustüren

  • verdeckt liegende Drehbänder
  • schwere Haustürbänder, welche die Angriffspunkte zum Aushebeln der Tür minimieren
  • verdeckter Türrahmen
  • geschützte Türschilde
  • mit Stahlrosetten abgedeckter Schließzylinder
  • 3-Punkt-Sicherheitsverriegelung
  • Widerstandsschlösser
  • Kastenzusatzschlösser
  • Sperr¬rie¬gel¬-Schlösser
  • automatisch verriegelnde Mehrfachschlösser, die weder mit einer Scheckkarte noch mit einem Federstahl schnell geöffnet werden können.
  • aufbohrgeschützte Sicherheits-Schließzylinder
  • Stahl-Schließleiste anstelle der üblichen drei Schließbleche, die das Aufbrechen mittels Brechwerkzeugen verhindert.

Achten Sie auf die Widerstandsklassen!

Wie gut der Schutz vor Einbrechern ist, den Türen und Fenster bieten, zeigen die sechs Widerstandsklassen bzw. Resistance classes (RC) nach der europäischen Prüfnorm DIN EN 1627. Je nach Widerstandsklasse erschweren Türen und Fenster den Einbruch erheblich oder machen ihn sogar unmöglich. RC 1 entspricht dabei dem niedrigsten, RC 6 dem höchsten Sicherheitsstandard. Je höher die Widerstandsklasse, desto höher die einbruchhemmende Wirkung.

Die sechs Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 sind folgendermau00dfen definiert:
RC 1Fenster und Tu00fcren weisen nur sehr geringen Einbruchschutz auf. Sie halten einem Einbruchsversuch mit ku00f6rperlicher Gewalt in Form von Gegentreten oder Gegenspringen stand.u00a0
RC 2Geringer durchschnittlicher Einbruchschutz gegen Gelegenheitstu00e4ter, die einfache Werkzeuge wie Schraubendreher oder Zange verwenden.u00a0
RC 3Fenster und Tu00fcren weisen hohen Schutz vor Einbrechern auf, die z. B. einen zweiten Schraubendreher oder einen Kuhfuu00df (Spezialwerkzeug zum Herausziehen von eingeschlagenen Metallnu00e4geln) einsetzen.u00a0
RC 4Sehr hoher Schutz gegen erfahrene Tu00e4ter, die zusu00e4tzlich Su00e4ge- und Schlagwerkzeuge oder einen Akku-Bohrer benutzen.
RC 5Sehr hoher Einbruchschutz auch gegen Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Stichsu00e4gen oder Winkelschleifer mit einem maximalen Scheibendurchmesser von 12,5 cm.u00a0
RC 6Fenster und Tu00fcren bieten hu00f6chstmu00f6glichen Schutz gegen Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Stichsu00e4gen oder Winkelschleifer mit einem maximalen Scheibendurchmesser von 23 cm.u00a0

Unser Praxistipp

Welche Widerstandsklasse für Ihre Situation am besten geeignet ist, ist abhängig davon, welches der Täterprofile, wie sie in den Definitionen der Resistance Classes beschrieben sind, in ihrer Wohngegend zu erwarten ist. Am besten holen Sie sich diesbezüglich Rat bei der örtlichen Polizeidienststelle.

Kaufen Sie nur Fenster und Türen, die den Widerstandsklassen der DIN Prüfnorm entsprechen, da diese einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen werden. Für Privathaushalte sind einbruchhemmende Fenster und Türen der Widerstandsklassen RC 2 und RC 3 zu empfehlen.

Achten Sie weiterhin beim Thema Einbruchschutz für Fenster und Türen auf Zertifizierungen, welche sicherstellen, dass die gleichbleibende Qualität durch Fremdprüfung regelmäßig kontrolliert wird. Zertifizierungen dieser Art stellen zum Beispiel aus:

  • DIN-CERTO, Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH Berlin
  • ift Rosenheim GmbH
  • dS Schadensverhütung.

Bauen Sie Haustüren und Fenster der Widerstandsklassen 2 und 3 ein!

Haustür und Fenster, die RC 2 oder RC 3 entsprechen, bieten in der Regel für Privathaushalte ausreichenden Schutz vor Einbrechern. DIN EN 1627 legt fest, mit welchen Schlössern, Schließzylindern oder Schutzbeschlägen Fenster und Türen einer Widerstandsklasse ausgestattet sein müssen.

Schon gewusst?

Die Polizei empfiehlt für Privathaushalte Haustüren und Fenster, die mindestens RC 2 entsprechen. Üblicherweise sind die Widerstandsklassen RC 2 und RC 3 im privaten Bereich ausreichend. Bei Fenstern bedeutet RC 2 N, dass diese keine Sicherheitsverglasung besitzen. Dies ist aber nur zu empfehlen, wenn kein direkter Angriff auf die Verglasung zu erwarten ist. Die Polizei rät, sich diesbezüglich mit einer örtlichen polizeilichen Beratungsstelle in Verbindung zu setzen. Das gilt in gleicher Weise für den Einbau von Fenstern der Klasse RC 1. Grundsätzlich sind diese nur für Fenster im Obergeschoss zu empfehlen, die nur über eine Aufstiegshilfe (z.B. Leiter) und nicht über Nebengebäude oder Balkone zu erreichen sind.

Für RC 2 Haustüren sind die Anforderungen

  • Mehrfachverriegelung mit mindestens 2 massiven Schwenkriegeln (mit Hinterkrallung)
  • durchgehende Schließleiste im Türrahmen
  • geprüfte Griffgarnitur nach DIN 18257 ES 1 mit Aufbohrschutz
  • Profilzylinder nach DIN 18252 P2-BS mit Aufbohrschutz
  • Sicherheitsglas nach DIN 52290, Klasse A3, bzw. EN 356, Klasse P4A
  • Türfüllungen mit Sicherheitssonderverglasung gemäß EN 356, Klasse P4A.

Für RC 3 Haustüren sind die zusätzlichen Anforderungen zu RC 2

  • Zusätzliche Verriegelungspunkte (z. B. einer Winkhaus 5-fach-Verriegelung mit 4 Schwenkriegeln)
  • durchbruchhemmende Verglasung
  • Türfüllung nach DIN 52290, Klasse B1, bzw. EN 356, Klasse P5A.

Unser Praxis-Tipp

Lassen Sie einbruchhemmende Türen und Fenster von einem Fachmann einbauen. Dadurch ist gewährleistet, dass sie ihren Einbruchschutz erfüllen. Bei der nachträglichen Montage von Sicherheitssystemen ist unbedingt die Anleitung des Herstellers für deren Einbau zu befolgen. Auch dies sollte ein Fachmann erledigen.

Für RC 2 Fenster sind die Anforderungen

  • Flügelecken und Rahmen, die durch Sicherheitsschließteile und Pilzzapfen in geringem Abstand geschützt sind
  • Aufbohrschutz im Getriebe
  • Regenschiene, die im Stock verschraubt ist bzw. mit einer eine zusätzlich verklebten Glasleiste gesichert ist
  • Abschließbarer Griff
  • Sicherheitsverglasung mit 26 mm Gesamtstärke.

Verglasung für RC 2 und RC 3 Fenster

Neben dem Rahmen muss bei Fenstern auch die Scheibe einbruch- bzw. durchwurfhemmend sein. Können die Täter das Fenster nicht aufhebeln, werfen sie in 10 Prozent der Fälle die Scheibe ein. Nach der DIN Prüfnorm muss die Widerstandsfähigkeit der Verglasung umso höher sein, je höher die Widerstandsklasse ist. Durchwurfhemmende Verglasungen unterscheidet man in zwei Klassen, die wiederum in je 3 Gruppen unterteilt sind. Die Durchwurfhemmung wird geprüft, indem eine Metallkugel aus verschiedener Höhe auf das Glas fällt (A-Klasse) bzw. indem die Verglasung eine bestimmte Anzahl an Axthieben aushalten muss (B-Klasse). Je höher die Klasse, desto durchwurfhemmender die Verglasung.

Verglasungstyp
Scheibendicke
Maximale Fenstergru00f6u00dfe
Kugelfallhu00f6he/Axthiebe
A19 mm225 x 375 cm3,5 m
A210 mm225 x 375 cm6,5 m
A310 mm225 x 375 cm9,5 m
B116 mm225 x 375 cm30 u2013 50
B222 mm225 x 375 cm51 u2013 70
B322 mm225 x 375 cm> 70

Elektronische Sicherheitsmaßnahmen

Die letzten Maßnahmen, die Sie für den Einbruchschutz ergreifen können, sind elektronische Sicherheitsmaßnahmen. Die moderne Technik bietet effektive Sicherheitssysteme, die der Abschreckung und dem Schutz vor Einbrechern dienen.

Elektronische Sicherheitsmassnahmen sind eine Möglichkeit zur Abschreckung und zum Schutz vor Einbrechern.

Elektronische Sicherheitsmassnahmen zur Abschreckung von Einbrechern (Foto: kenishirotie / clipdealer.de)

Hierzu gehören

  • Überwachungskameras, die Sie zur Abschreckung deutlich sichtbar anbringen sollten.
  • Funk-Alarmanlagen mit Sensoren an den Fenstern, die das Öffnen oder das Zerbrechen der Scheibe melden
  • Intelligente Haussysteme, die das automatische Steuern der Rollläden und der Beleuchtung ermöglichen. So kann simuliert werden, dass die Bewohner Zuhause sind, auch wenn Sie sich im Urlaub befinden.

Sie müssen selbstverständlich nicht alle hier genannten Maßnahmen ergreifen. Welche Maßnahmen sinnvollsten sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Eine Kombination aus Verhaltensmaßnahmen sowie mechanischen und elektronischen Maßnahmen lässt jedoch so schnell keine Einbrecher in Ihr Zuhause.

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Checkliste: Einbruchschutz Fenster und Türen

  • Entsprechen Fenster und Türen den Widerstandsklassen RC 2 oder RC 3?
  • Besitzt Ihre Haustür einen Schutzbeschlag, der mit dem Sicherheitszylinder bündig abschließt und von außen nicht abschraubbar ist?
  • Schließt Ihre Haustüre an mehreren Punkten in ein Sicherheitsschließblech?
  • Bestehen die Glasteile Ihrer Haustür aus Verbundsicherheitsglas oder durchwurfhemmendem Glas?
  • Sind Nebeneingänge mit einbruchhemmenden Türen verschlossen?
  • Sind Fenster im Erdgeschoß mit einbruchhemmenden Beschlägen gesichert?
  • Haben Sie bei Ihren Fenstern Alarm- und Fensterbruchsensoren eingebaut?
  • Haben Terrassentüren bzw. leicht erreichbare Balkontüren zusätzliche Verriegelungen?
  • Sind Garagen- und Kellerfenster oder Kellerschächte mit Gitterstäben oder Sicherheitsriegeln gesichert?
  • Sind Gitterroste bei Lichtschächten zusätzlich von unten fixiert?
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