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5 Tipps für die richtige Bodenauswahl

Wer in Haus oder Wohnung neue Böden verlegen möchte, steht zunächst vor der großen Materialfrage. Was soll es sein: Fliesen, Holz oder Teppich? Jedes Material hat bestimmte Vor- und Nachteile. So wirkt Holz sehr warm und natürlich, es ist aber wesentlich kratzempfindlicher als Fliesen aus Feinsteinzeug. Diese wiederum sind sehr pflegeleicht, dafür aber kälter als Teppichboden. Und der Teppich schließlich ist schmutzempfindlicher und daher pflegeintensiver. Wenn Sie sich bei der Entscheidung auch schwer tun, dann lesen Sie in unseren 5 Tipps, welche Kriterien Ihnen die Auswahl erleichtern.

Fliesen, Holz oder Teppich? Womit soll ich meine Böden verlegen? (Bildquelle: bialasiewicz / clipdealer.de)

Fliesen, Holz oder Teppich? Womit soll ich meine Böden verlegen? (Bildquelle: bialasiewicz / clipdealer.de)

Ihre Lebenssituation berücksichtigen

Wenn Sie sich für einen neuen Boden entscheiden, sollten Sie an erster Stelle Ihre Lebenssituation berücksichtigen. Denn sie beeinflusst alle weiteren Auswahlkriterien. Haben Sie kleine Kinder oder planen Nachwuchs sind warme Böden aus Holz, Kork oder Teppich besser geeignet als Fliesen, da diese ohne Fußbodenheizung sehr kalt sind. Auch die Rutschhemmung des Materials ist ein wichtiger Faktor bei Kindern, aber auch bei Senioren, um die Sturzgefahr zu minimieren. Für ältere Menschen ist außerdem die Pflegeleichtigkeit des Bodens sehr wichtig. Haben Sie Haustiere, sollten Sie das ebenfalls in Ihre Entscheidung einfließen lassen. Holz-Böden verkratzen beispielsweise schnell durch Hunde- und Katzenkrallen und müssen dann häufiger abgeschliffen und gepflegt werden. Teppichböden hingegen sind schwer zu reinigen, wenn mal „etwas danebengeht“.

Angenehm, aber nicht immer ganz pflegeleicht: der Teppichboden. (Bidquelle: alenkasm / clipdealer.de)

Angenehm, aber nicht immer ganz pflegeleicht: der Teppichboden. (Bidquelle: alenkasm / clipdealer.de)

Haben Sie Fußbodenheizung?

Wenn Sie eine Fußbodenheizung haben, ist das der zweite wichtige Punkt in Ihrer Entscheidung. Nicht alle Materialien sind gleich gut für diese Art der Heizung geeignet. Achten Sie auf den Wärmedurchlasswiderstand der Böden. Dieser ergibt sich aus der Wärmeleitfähigkeit des Materials sowie deren Dicke und sollte laut Experten-Empfehlungen nicht höher sein als 0,15 m²K/W. Das ideale Bodenmaterial bei Fußbodenheizung sind Fliesen aus Naturstein oder Feinsteinzeug: Sie haben eine hohe Wärmeleitfähigkeit, speichern lange die Wärme und geben sie dann allmählich wieder ab. Bei Teppichböden kommt es vor allem auf deren Dicke an, ob sie sich gut für die Fußbodenheizung eignen. Zudem sollten sie mit einem Spezialkleber auf den Untergrund geklebt werden. Holz und Kork haben einen hohen Wärmedurchlasswiderstand und empfehlen sich nur bei leistungsstarken Fußbodenheizsystemen. Bei schwimmender Verlegung von Klick-Böden wie Parkett, Vinyl und Laminat müssen Sie ebenfalls mit einer größeren Trägheit der Fußbodenheizung rechnen, als wenn Sie diese Materialien verkleben.

Wärme und Haptik des Bodens sind ebenfalls entscheidend

Die tatsächliche Raumtemperatur entspricht nicht immer der empfundenen. Obwohl ein Raum 20 Grad warm ist, kann es trotzdem sein, dass man fröstelt. Neben anderen Faktoren wie Heizungsart und Farbgestaltung des Raumes trägt der Fußboden maßgeblich zum individuellen Temperaturempfinden bei. Laut verschiedener Untersuchungen fühlt man sich in einem Raum mit Teppichboden behaglicher, die Raumtemperatur wird um 2 Grad höher eingeschätzt als in Räumen mit anderem Bodenbelag. Deutlich kühler als die tatsächliche Raumtemperatur empfindet man geflieste Räume. Eine warme Ausstrahlung haben neben Teppichböden auch Holz- und Korkböden, da es sich um natürliche Materialien handelt. Wenn Sie gerne barfuß in Ihren Räumen laufen, sollten Sie außerdem prüfen, ob Ihnen die Haptik des Bodenbelags gefällt. Am besten können Sie das mit einem größeren Musterstück testen.

Die Pflegeintensität abwägen

Die verschiedenen Fußbodenmaterialien unterscheiden sich zum Teil deutlich im Reinigungs- und Pflegeaufwand. Zu den pflegeleichten Materialien gehören Fliesen und Vinyl. Sie lassen sich problemlos absaugen und auch feucht wischen. Bei Kork, Laminat und Parkett müssen Sie hingegen vorsichtig sein, wenn Sie diese feucht wischen. Diese Böden vertragen nicht zu viel Feuchtigkeit. Während bei Kork- und Laminat ein entsprechender Pflegereiniger ausreicht, sollten Echtholzböden öfters mit geeigneten Pflegemitteln behandelt werden, damit sie lange schön bleiben. Nach einigen Jahren kann es zudem sein, dass man die Verschleißspuren im Parkett abschleifen sollte. Teppichböden können abgesaugt werden. Jedoch ist hier zu bedenken: hochfloriger sie sind, desto mühsamer ist das Saugen. Flecken können mit Spezialreiniger aus den Textilien entfernt werden. Ist der Teppich über die Jahre vergilbt, hilft jedoch meist nur noch eine Behandlung mit dem Nasssauger.

Echtholzböden sollten mit geeigneten Pflegemitteln behandelt werden. (Bildquelle:  	piovesempre / clipdealer.de)

Echtholzböden sollten mit geeigneten Pflegemitteln behandelt werden. (Bildquelle: piovesempre / clipdealer.de)

Lassen Sie Ihren persönlichen Geschmack entscheiden!

Am Ende zählt trotz allem, was Ihnen gefällt. Wenn Sie sich in einen Holzdielen-Boden verliebt haben und mit der höheren Pflegeintensität leben können, dann nehmen Sie ihn auch. Wenn Sie die coole Optik von Fliesen mögen, dann haben Sie mit einer Fußbodenheizung darunter trotzdem eine angenehme Bodenwärme. Zudem gibt es immer gute Alternativen zu den einzelnen Materialien. Wenn Sie die Optik von Holz schätzen, nicht aber dessen Pflegeintensität, dann wäre ein Vinylboden vielleicht eine gute Wahl für Sie. Dieser ist nicht nur sehr strapazierfähig, sondern auch in Holz- und Steinoptik erhältlich. Und auch Fliesen gibt es inzwischen in schöner Holzoptik. Bei der Bodenwahl lässt sich also durchaus auch leicht ein Kompromiss eingehen.

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Autor: Beatrice Isgro
Veröffentlicht in: Ratgeber
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