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Amerikanische Häuser: Leben wie in der Wisteria Lane

Amerikanische Häuser begeistern mit typischen Merkmalen wie der überdachten Veranda auch hierzulande viele Bauherren. Auf diesen Trend haben sich Baufirmen eingestellt und bieten diese Häuser in unterschiedlichen Bauweisen und Ausbaustufen an.

Ein amerikansiches Haus mit klassischem Eingang. (Fotoquelle:iriana88w / clipdealer.de)

Ein amerikansiches Haus mit klassischem Eingang. (Fotoquelle: iriana88w / clipdealer.de)

Amerikanische Häuser in Deutschland bauen

Die US-TV-Serie “Desperate Housewives” faszinierte die Zuschauer auf der ganzen Welt nicht nur mit den Geschichten um Liebe, Lügen und Intrigen, sondern auch mit der ganz speziellen Location. Schauplatz war die Wisteria Lane in einer typisch amerikanischen Vorstadt-Siedlung mit ebenso typischen Häusern. Die schmucken Eigenheime in der Wisteria Lane strahlen einen besonderen Flair aus. Überdachte Veranden, eine in hellen Farben gestaltete Holzverschalung und große Sprossenfenster gehören zu den Merkmalen, die amerikanische Häuser ganz entscheidend von traditionellen deutschen Häusern unterscheiden.

Für die meisten Menschen ist Individualität sehr wichtig und dies äußert sich nicht nur durch die Wahl der Kleidung oder des Autos. Auch wenn die Entscheidung ansteht, ein Eigenheim zu bauen, blicken Bauinteressenten gern über die Grenzen hinaus und lassen sich von den Baustilen in anderen Ländern inspirieren. Neben Häusern im skandinavischen Stil sind besonders amerikanische Häuser beliebt. Das ist nicht verwunderlich, denn der gesamte deutsche Lebensstil ist stark vom amerikanischen beeinflusst. Da liegt es nahe, die Angebote der Baufirmen einzubeziehen, die sich darauf spezialisiert haben, typisch amerikanische Häuser zu bauen.

Wer sich für ein Haus im amerikanischen Stil entscheidet, kann zwischen unterschiedlichen Bauweisen wählen. Die meisten Anbieter bauen diese Einfamilienhäuser als Fertighaus in Holzrahmenbauweise. Dabei kann man zwischen einem Ausbauhaus wählen, bei dem durch Eigenleistung die Baukosten erheblich sinken, oder das Haus schlüsselfertig bauen lassen. Obwohl die Holzbauweise dominiert, gibt es auch die Möglichkeit, sich für ein Betonhaus zu entscheiden.

Merkmale des amerikanischen Baustils

Amerikanische Häuser unterscheiden sich bereits auf den ersten Blick deutlich von typisch deutschen Eigenheimen. Im Folgenden wird erläutert, welche Merkmale diese Einfamilienhäuser besonders auszeichnen und wie die Häuser modifiziert werden, damit sie deutsche Baustandards erfüllen. Ein wesentlicher Unterschied im Hinblick auf die Bauausführung besteht beispielsweise darin, dass die Einfamilienhäuser im amerikanischen Stil auf einem festen Fundament oder einem Keller errichtet werden.

Amerikanische Häuser verfügen über spezielle Merkmale:

  • Holzbauweise
  • überdachte Veranda
  • Dachschindeln
  • Giebel und Gauben
  • Sprossenfenster und Kassettentüren
  • spezieller Grundriss
Typisch und aus vielen Filmen bekannt: die überdachte Terrasse. (Fotoquelle: iriana88w / clipdealer.de)

Typisch und aus vielen Filmen bekannt: die überdachte Terrasse. (Fotoquelle: iriana88w / clipdealer.de)

Holzbauweise

Ein charakteristisches Merkmal eines amerikanischen Hauses ist, dass es aus Holz gebaut wird. Der Holzrahmenbau ist im Prinzip eine Weiterentwicklung des Fachwerkbaus. Ein Holzständerwerk übernimmt die Funktion, die Lasten vertikal zu tragen. Horizontal verteilen sich die Lasten auf die Wände, die aus Platten, Streben und diagonalen Brettern gefertigt werden.

Die Fassadenverkleidung besteht meist aus einer Holzverschalung, die typischerweise in einer hellen Farbe gestrichen wird. Die Holzfassade verleiht dem amerikanischen Haus sein spezielles Aussehen. Anders als bei den Schwedenhäusern besteht die Fassade aus schmalen, waagerechten Brettern. Damit geltende Energiestandards erfüllt werden können, erfolgt eine Dämmung innerhalb der aus Schichten aufgebauten Holzrahmenkonstruktion.

Die Holzrahmenbauweise wird nicht nur für amerikanische Häuser genutzt. Entscheidet sich ein Bauherr für ein Fertighaus, wird auch dieses überwiegend als Holzrahmenbau erstellt. Diese Bauweise hat einige Vorteile:

  • Vorfertigung von Decken und Wänden verringert die Bauzeit
  • niedrigere Baukosten durch kürzere Bauzeit
  • hoher Grad an Flexibilität bei der Grundriss-Gestaltung
  • einfache Realisierung von Nutzungsänderungen
  • gesundes Raumklima durch Verwendung des Baustoffs Holz
  • nachhaltige Bauweise mit nachwachsenden Rohstoffen

Überdachte Veranda

Dieses Stilmerkmal ist wahrscheinlich für viele Bauherren ein besonders wichtiger Grund, ein amerikanisches Haus zu wählen. Den Gedanken, gemütlich auf der Veranda sitzend – vielleicht sogar im Schaukelstuhl – den Feierabend zu genießen, finden sehr viele Menschen reizvoll. Diese sogenannte Porch ist anders als eine typisch deutsche Veranda zur Straßenseite ausgerichtet und meist sehr großzügig dimensioniert. Oft erstreckt sich die Veranda sogar über die gesamte Hausbreite.

Mit einer derartig großen überdachten Veranda wird der Wohnraum effektiv vergrößert, denn dort kann man sich selbst bei Regen aufhalten. Zur Gartenseite hin wird zusätzlich eine weitere Terrasse als Holzdeck gebaut, das allerdings meist nicht überdacht ist und als gemütlicher, blickgeschützter Sitzplatz für die Familie dient.

Dachschindeln

Auch das Eindecken des Dachs erfolgt grundlegend anders als bei einem deutschen Einfamilienhaus. Während hierzulande traditionell Dachziegel verwendet werden, wird das Dach eines amerikanischen Hauses mit Dachschindeln gedeckt. Dachziegel werden meist aus gebranntem Ton oder Lehm hergestellt, wohingegen die Dachschindeln aus Bitumen bestehen. Die Dachschindeln sind kleinformatiger, leichter und auch einfacher zu verarbeiten. Entgegen aller Befürchtungen sind Dachschindeln extrem sturmfest.

Giebel und Gauben

In Deutschland werden überwiegend Dachflächenfenster genutzt, um Licht ins Dachgeschoss zu bringen. Bei einem amerikanischen Haus erfolgt die Belichtung des Dachgeschosses mit Giebeln und Gauben. Es ist typisch für diese Bauweise, dass auf dem Dach mehrere verschiedene Gauben und Giebel verbaut werden, die dem Haus sein spezielles Aussehen verleihen.

Bei einem amerikanischen Haus erfolgt die Belichtung des Dachgeschosses mit Giebeln und Gauben. (Fotoquelle:  	iriana88w / clipdealer.de)

Bei einem amerikanischen Haus erfolgt die Belichtung des Dachgeschosses mit Giebeln und Gauben. (Fotoquelle: iriana88w / clipdealer.de)

Diese Stilelemente sorgen für eine interessantere Optik, wobei es Geschmackssache ist, mit wie vielen Gauben, Giebeln, Erkern und Türmen man sein Haus individuell gestalten möchte. Amerikanische Häuser, die im Neuengland-Stil erbaut werden, sind schlichter als eine Stadtvilla im opulenten Südstaaten-Stil. Wer sich für ein amerikanisches Haus entscheidet, hat jedenfalls mehr Gestaltungsmöglichkeiten, als dies hierzulande üblich ist.

Sprossenfenster und Kassettentüren

In den USA werden vielfach Kassettentüren verwendet. (Fotoquelle: alabn / clipdealer.de)

In den USA werden vielfach Kassettentüren verwendet. (Fotoquelle: alabn / clipdealer.de)

In Deutschland überwiegen Dreh-Kippfenster. Im amerikanischen Haus werden Schiebefenster mit Sprossen verwendet. Diese Fenster haben den Vorteil, dass sie beim Öffnen nicht in den Raum oder auf die Veranda ragen. Auch die Fensterlaibungen werden wie die gesamte Fassade mit Holz verkleidet. Im Innenbereich findet man besonders in den Schlafzimmern häufig die sogenannten “window seats”. Das sind gemütliche Nischen, auf denen man den Blick in die Natur genießt. Außerdem befindet sich unter diesen Fenster-Sitzen zusätzlicher Stauraum.

Sowohl die Haustür als auch die Innentüren verfügen meist über Kassettenprofile. Innentüren sind oft verglast und mit Sprossen gestaltet, was in Kombination mit den Sprossenfenstern eine harmonische Anmutung entstehen lässt.

Spezieller Grundriss

Beim Bau eines amerikanischen Hauses werden andere Grundrisse realisiert und hierin liegt neben der Optik der wohl wichtigste Unterschied zu typisch deutschen Häusern. Amerikanische Häuser sind mehr zur Straße hin orientiert. Das zeigt sich einerseits an der nach vorne gerichteten Veranda und andererseits an der Innenraumgestaltung. Wirtschafträume und die Küche befinden sich überwiegend auf der Gartenseite und Wohnräume auf der Straßenseite.

Außerdem sind die Wohnräume bis zum Dachfirst offen gestaltet (cathedral ceiling) und in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. Während in einem abgetrennten Teil Gäste empfangen werden, ist ein weiterer Bereich als Platz für gemeinsame Familienabende vorgesehen. Oft wird beim Bau direkt ein Kamin mit Sims integriert. Der Wohnbereich geht meist direkt in den Ess- und den Küchenbereich über, in dem der XXL-Kühlschrank nicht fehlen darf. Das Haus kann nicht nur durch die Eingangstür, sondern auch durch die Küche oder die Garage betreten werden.

Im Obergeschoss gibt es ebenfalls Unterschiede. In einem amerikanischen Haus sind die Schlafzimmer von Eltern und Kindern direkt mit einem eigenen Bad verbunden. Es gibt mindestens ein Bad für die Kinder, das von allen Kinderzimmern erreicht wird. Sehr praktisch sind die Einbauschränke, die sich in den meisten Zimmern befinden. Diese Einbauschränke dienen als begehbarer Kleiderschrank, als Bücherregal, als Vorratsraum oder als Stauraum für alles, was unsichtbar verschwinden soll.

Variationen beim Bau eines amerikanischen Hauses

Ein in Holzrahmenbauweise gebautes amerikanisches Haus wird in Deutschland mit einer zusätzlichen Dämmung, die in der Rahmenkonstruktion angebracht wird, ausgestattet. Auf diese Weise erfüllt das Haus die strengen Energiestandards. Auch das feste Fundament ist ein Unterschied zur amerikanischen Bauweise. Wer lediglich den amerikanischen Look mit einer Holzfassade wünscht, kann ein Betonhaus bauen lassen und entsprechend verkleiden.

Entscheidet man sich für ein Holzrahmen-Haus, gibt es die Option, ein günstiges Ausbauhaus bauen zu lassen und mit Eigenleistung die Baukosten zu senken. Es ist ebenso möglich, das amerikanische Haus schlüsselfertig bauen zu lassen. Obwohl die meisten amerikanischen Einfamilienhäuser im Hinblick auf die Wohnfläche großzügiger gestaltet werden und einer Stadtvilla gleichen, gibt es auch die Möglichkeit, die Häuser als Bungalow oder kleineres Einfamilienhaus zu bauen.

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