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Schallschutz im Hobbyraum: An die Details denken

Der neue Hobbyraum soll eingerichtet werden? Auch wenn sich dieser wahrscheinlich im Keller befindet, ist ein Schallschutz zum Wohle des gesamten Umfelds wichtig.

Der richtige Schallschutz soll dafür sorgen, dass der Lärm im Inneren des Raumes bleibt.

Der richtige Schallschutz soll dafür sorgen, dass der Lärm im Inneren des Raumes bleibt.
(Bild: krsmanovic / clipdealer.de)

Schallschutz im Hobbyraum: Darum ist er wichtig

Wird ein Hobbyraum neu eingerichtet, ist der Schallschutz wichtig. Immerhin soll hier gewerkelt werden, was mit einer nicht unerheblichen Geräuschkulisse verbunden ist. Wer als Heimwerker nicht möchte, dass die gesamte Familie oder gar noch die Nachbarn ärgerlich werden, weil es aus den Tiefen des Hauses mal wieder hämmert, bohrt und sägt, sollte an das Dämmen von Wänden, Boden und Decke denken. Eine Möglichkeit dafür stellen Gipsplatten dar, die die Wände verkleiden oder einen Raum teilen können. Sie bringen keine Feuchtigkeit in den Bau und sind robust. Doch um den Schallschutz zu verbessern, braucht es mehr als nur Gipsplatten an der Wand.
Der richtige Schallschutz soll dafür sorgen, dass der Lärm im Inneren des Raumes bleibt und nicht nach außen dringt. Gleichzeitig wird die Raumakustik verbessert sowie der Schall in der Werkstatt oder im Hobbyraum gemindert. Die Wände schlucken ihn bestenfalls, was zur geringeren akustischen Belastung des Heimwerkers führt.

Dabei stellt sich die Frage: Was wollen wir hier eigentlich verhindern? Was ist Schall?
Schall entsteht durch Bewegung: Schallwellen stellen sich als Bewegungen in Luft, festen Stoffen oder Wasser dar. Ein Geräusch bringt sozusagen Bewegung in die Luft, versetzt diese also in Schwingungen, die je nach Medium mehr oder weniger gut übertragen werden. Je weiter die Schallwellen von der Geräuschquelle entfernt sind, desto leiser wird der Ton, die Schallwellen schwächen sich ab. Dieses Prinzip der Abschwächung wird beim Schallschutz genutzt. Hierbei trifft die schwingende Luft auf eine Barriere, die je nach Material mehr oder weniger Schallwellen durchlässt. Wenn eine Werkstatt gedämmt wird, geht es also darum, Wand, Boden und Decke vom Schall zu isolieren bzw. diesen so wenig wie möglich auf die andere Seite zu lassen.

Möglich wäre es, eine sehr dicke Wand zu errichten, denn je dicker diese ist, desto weniger Schall gelangt hindurch. Auf der anderen Seite ist dies kontraproduktiv, verringert sich doch damit der nutzbare Raum. Praktikabler ist es, das sogenannte Masse-Feder-Prinzip einzusetzen. Hierbei werden zwei Wände untereinander federnd gelagert. Wand Nummer eins nimmt den Schall auf, die Weiterleitung desselben an die zweite Wand ist jedoch nicht möglich, weil die Feder in der Mitte dies verhindert. Wie das erreicht wird? Ganz einfach: Es braucht zwei Gipskartonwände für den Schallschutz, wobei diese eine Zwischendämmung besitzen müssen.
Um Schall wirksam zu isolieren, müssen die folgenden Bereiche im Hobbyraum berücksichtigt werden:

  • Wände (mit Zwischendämmung)
  • Decke
  • Türen
  • Boden
  • Hohlräume

Verschiedene Schaumstoffarten für den Schallschutz

Die Schaumstoffart, mit der der Schallschutz im Hobbyraum erreicht werden soll, muss nach dem gewünschten Maß der Dämmung gewählt werden. Dabei unterscheiden sich die Arten in Bezug auf ihre Oberfläche. Es gibt geraden Schaumstoff, der teilweise sogar als Deko verwendet werden kann, Pyramidenschaum und Noppenschaumstoff. Ein glatter, planer Schaumstoff absorbiert mehr Schall und verbessert die Raumakustik, die anderen Schaumstoffarten sind dabei weniger effektiv. Ein planer Schaumstoff ist vor allem für den breitbandigen Schallschutz im Hobbyraum oder in der Werkstatt geeignet, er dämmt auch im niedrigeren Bereich der Frequenzen. Der höhere Bereich wird eher durch Pyramidenschaum und Noppenschaumstoff abgedeckt.

Die Fläche, die mit dem Schaumstoff bedeckt werden soll, ist maßgeblich für die zu erwerbende Menge. Es ist empfehlenswert, mindestens 60 Prozent der Decke mit Schaumstoff auszukleiden, häufig wird aber auch die komplette Decke damit bestückt. Der Vorteil: Gespräche werden selbst bei lauter Musik einfacher, weil sich der Schall nicht mehr überlagert. Die Schallreflexionen nehmen deutlich ab, Hall wird besser zurückgegeben. Es ist daher durchaus sinnvoll, den Schaumstoff an die gesamte Decke zu bringen. Wichtig ist hierbei auch, das ausgewählte Material direkt auf die Wand oder die Decke zu bringen, damit sich dort kein Zwischenraum ergibt.

Hohlräume füllen als A und O

Ebenso, wie es beim Dämmen der Hauswände zu Wärmebrücken kommen kann, treten beim Schallschutz Lücken auf. Immer dort, wo ein Hohlraum zu finden ist, kann der Schall ungehindert weiter vordringen und breitet sich aus. Die Schallwiedergabe ist hier nicht unterbunden. Es ist daher wichtig, diese Hohlräume zu füllen. Dafür eignen sich besonders gut weiche Materialien. Bei Trockenbauwänden, die doppelt montiert wurden, bietet sich Dämmwollen an. Der Schall wird damit im Inneren „ausgebremst“ und trifft auf eine Barriere. Die Schallwellen werden geschluckt und können sich in der Folge nicht weiter ausbreiten. Ist es nicht möglich, im Hobbyraum alle Wände wirklich zu dämmen, können auch Vorhänge oder aufgehängte Stoffe ein wenig Schall schlucken. Dieses Prinzip macht man sich im Theater zur Verbesserung der Raumakustik zunutze, dort werden große Vorhänge aufgehängt, die selbige unterstützen sollen. Eine Raumakustik wie im Theater ist im Hobbyraum sicherlich nicht gefragt, doch es kann nicht schaden, sich diese zum Vorbild zu nehmen.

Hobbyraum mit Schallschutztüren ausstatten

Besonders massive Türen oder Modelle mit einem speziellen Aufbau werden als Schallschutztüren bezeichnet. Sie sind nicht in jedem Hobbyraum wirklich vonnöten, es kommt immer darauf an, wie groß die Lärmentwicklung in diesem Raum sein wird. Doch generell gilt, dass Heimwerker beim Schallschutz auch an die Türen denken sollten. Wer auf spezielle Türen verzichten und trotzdem ausreichend dämmen möchte, kann auch einen dicken Stoff oder Schaumstoff an die vorhandene Tür bringen, schon das verbessert die Raumakustik in diesem Bereich.
Wichtig: Was für die oben dargestellten Hohlräume in den Wänden gilt, muss bei der Tür ebenso beachtet werden. Denn hier findet sich zum Beispiel an der unteren Türkante häufig ein Schlitz, der teilweise bis zu einem Zentimeter breit ist. Beim Dämmen sollte dieser Schlitz berücksichtigt werden, denn hier kann sich der Schall ungehindert ausbreiten. Eine Gummilippe an der Tür verhindert bereits effektiv das Weiterleiten des Schalls durch diese Schwachstelle.

Boden im Hobbyraum dämmen

In jedem anderen Bereich des Hauses kann der Boden gut durch dicke Teppiche gedämmt werden. Im Hobbyraum ist dies kaum möglich, schon allein aus Gründen der leichteren Reinigung wird hier eher auf einen feucht zu wischenden Fußboden gesetzt. Dennoch sollte versucht werden, so wenig Schall wie möglich auf den Boden zu übertragen. Sind im Hobbyraum feste Geräte, die Lärm verursachen, aufgebaut, sollten diese nach unten hin abgeschirmt werden. Durch das Dämmen der Füße werden weniger Vibrationen übertragen. Möglich ist dies durch dicke Gummimatten, die unter die jeweiligen Geräte gestellt werden. Übrigens können im Hobbyraum auch Teppichreste ein neues Zuhause finden. Sie dämmen besonders wirksam und können dank ihrer geringen Größe draußen zur Reinigung ausgeschüttelt werden.

Auch bei festen Geräten sollte versucht werden, so wenig Schall wie möglich auf den Boden zu übertragen.

Auch bei festen Geräten sollte versucht werden, so wenig Schall wie möglich auf den Boden zu übertragen.
(Bild: iriana88w / clipdealer.de)

Schallschutz gut planen

Es ist ideal, wenn der Hobbyraum bereits beim Hausbau eingeplant wird, dann können entsprechende Dämmmaßnahmen direkt beim Bau erfolgen. Eine spätere Nachbesserung erreicht nie den gleichen Schallschutz, wie wenn dieser gleich berücksichtigt werden konnte. Somit gilt auch, dass die Lage des Raums gut überlegt sein möchte. Natürlich kann ein Hobbyraum in einem ehemaligen Kinderzimmer entstehen, wenn die Kleinen groß geworden und ausgezogen sind. Doch der Keller ist besser geeignet. Er hat keine Nachbarräume, die direkt angrenzen und vor dem Bastellärm geschützt werden müssen. Ein Raum im oberen Bereich hingegen stellt deutlich höhere Anforderungen an die Schalldämmung. Wenn möglich, planen Sie die eigene Werkstatt daher direkt beim Bau mit ein, auch wenn Sie diesen Raum vielleicht anfangs noch gar nicht nutzen wollen. Wie immer liegt der Teufel im Detail und selbst wenn die eigene Werkstatt von Anfang an eingeplant werden, werden sich im Nachhinein sicherlich mögliche Verbesserungen zeigen.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Architektur, Hausbau
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