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Tomaten ausgeizen: Regelmäßige Pflege fördert das gesunde Wachstum

Tomaten wachsen meist relativ schnell und außerdem sehr dicht. Mit dem Ausgeizen wird die Gesundheit der Tomatenpflanzen gefördert und das Wachstum der leckeren Früchte angeregt.

Tomaten wachsen meist relativ schnell und außerdem sehr dicht.

Tomaten wachsen meist relativ schnell und außerdem sehr dicht. (Bild: alho007/clipdealer.de)

Tomaten ausgeizen: Welche Tipps sollten Hobbygärtner beachten?

Tomaten sind in den meisten Gemüsegärten zu finden und können sogar in einem Kübel auf dem Balkon angepflanzt werden. Beim Tomatenanbau kann man sich für die unterschiedlichsten Sorten entscheiden, die sowohl im Aussehen und Geschmack als auch im Hinblick auf die Pflege stark variieren. Es gibt Tomatensorten, die fast gar keine Pflege außer dem regelmäßigen Wässern benötigen. Andere Sorten sind wesentlich anspruchsvoller und wachsen am besten, wenn man das regelmäßige Ausgeizen und Düngen nicht vergisst.

Im Folgenden wird erklärt, was unter dem Begriff “Ausgeizen” zu verstehen ist und welche Tipps man dabei beachten sollte. Es gibt auch Argumente, die gegen das Ausgeizen sprechen und es hängt von verschiedenen Faktoren ab, ob und wie häufig man Tomaten ausgeizen sollte.

Bevor man zur Gartenschere greift, sind folgende Fragen zu beantworten:

  • Welcher Effekt wird erzielt?
  • Welche Vorteile werden erreicht?
  • Welche Nachteile sind zu bedenken?
  • Wann ist der richtige Zeitpunkt?
  • Wie erkennt man Geiztriebe?

Welcher Effekt wird erzielt?

Mit dem Begriff Ausgeizen wird das Entfernen junger Triebe bezeichnet, die in den Blattachseln wachsen. Diese speziellen Triebe werden als Geiztriebe bezeichnet. Sie werden entweder abgeschnitten oder abgebrochen. Insbesondere bei hoch und aufrecht wachsenden Sorten ist das Ausgeizen wichtig, damit die Tomatenpflanze gesund bleibt und schöne Früchte hervorbringt.

Durch das Entfernen der Geiztriebe wird erreicht, dass die Tomatenpflanze gerade, schlank und aufrecht wächst. Demzufolge werden die Pflanzen beim Verzicht auf das Ausgeizen eine eher buschige Wuchsform aufweisen. Bevor man damit beginnt, korrigierend in das Wachstum der Tomatenpflanzen einzugreifen, sollte man sich über die Vor- und Nachteile des Ausgeizens informieren.

Welche Vorteile werden erreicht?

Die Geiztriebe sollten entfernt werden, weil sie der Tomatenpflanze Wachstumsenergie entziehen. Diese Energie fehlt der Pflanze, um kräftige Früchte zu bilden. Die Tomatenpflanze wird nach dem Ausgeizen mehr und auch größere Tomaten tragen und dennoch nicht raumgreifend wuchern oder sich sogar am Boden entlang schlängeln. Man kann durch die Maßnahme des Ausgeizens eine üppige Ernte auf kleiner Fläche erzielen.

Sind die Pflanzen weniger dicht, gelangt mehr Sonne an die Tomatenstaude und die Tomaten werden tendenziell süßer und aromatischer. Die herausgebrochenen Triebe können außerdem verwertet werden, um die Pflanzen zu düngen. Darüber hinaus nutzen Hobbygärtner diese Triebe zum Vermehren der Tomatenpflanzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil besteht darin, dass auf diese Weise die Ausbreitung von Pilzkrankheiten vermieden wird. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn die Tomatenpflanzen dicht beieinander stehen. Durch regelmäßiges Entfernen der kraftzehrenden Triebe wird erreicht, dass die Pflanzen luftiger wachsen und das Risiko eines gegenseitigen Ansteckens mit Pilzkrankheiten minimiert wird.

Welche Nachteile sind zu bedenken?

Unabhängig davon, wie ein Seitentrieb entfernt wird, entsteht immer eine kleine Wunde an der Pflanze. Diese offenen Wunden sind ein Risiko, denn sie schwächen die Tomatenpflanzen und dort können Krankheitserreger ganz einfach eindringen.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass eine schlank wachsende Pflanze weniger stabil ist und deshalb angebunden und gestützt werden muss, damit sie nicht bei einem stärkeren Windstoß umknickt.

Außerdem ist mit dem Entfernen der Triebe ein nicht unerheblicher Aufwand verbunden, denn der Vorgang sollte mindestens wöchentlich wiederholt werden. Pro Pflanze dauert es jedoch nur einige Minuten, jeden störenden Seitentrieb zu entfernen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Mit dem Ausgeizen kann man sofort beginnen, wenn man die Jungpflanze ungefähr im Juni ins Freilandbeet gesetzt oder im Kübel angepflanzt hat. Das Entfernen der Triebe wird dann wöchentlich wiederholt, bis alle Tomaten im September geerntet wurden.

Die Tomatenpflanze sollte ausgegeizt werden, wenn sich die Triebe gerade bilden und erst wenige Zentimeter lang sind. Auf diese Weise entstehen an der Pflanze nur kleine Wunden, die sich auch schnell wieder schließen und Krankheitserregern wenig Möglichkeiten bieten einzudringen.

Außerdem hat das Entfernen junger Triebe den Vorteil, dass diese der Pflanze noch nicht viel Kraft entziehen konnten. Es werden deshalb mehr Früchte gebildet, die darüber hinaus größer sind. Mit dem regelmäßigen Ausgeizen im Wochenrhythmus erzielt man somit bessere Erfolge als einmal monatlich radikal vorzugehen.

Wie erkennt man Geiztriebe?

Viele Hobbygärtner befürchten, dass es schwierig ist zu erkennen, welche Triebe fruchttragend sind und welche entfernt werden dürfen. Es ist jedoch ziemlich einfach zu entscheiden, welche Triebe kraftzehrend sind und demzufolge abgeschnitten oder abgebrochen werden sollten.

Die überflüssigen Triebe befinden sich nicht am Haupttrieb, sondern in den Blattachseln, das sind die Schnittstellen, die sich zwischen dem Haupttrieb und einem fruchttragenden Trieb befinden. Ein Geiztrieb sprießt zwischen zwei Stängeln der Pflanze, dem Haupt- und dem Seitentrieb. Das ist insbesondere dann sehr gut erkennbar, wenn diese Triebe noch klein sind. Deshalb ist es sinnvoll, wöchentlich auszugeizen.

Anleitung für das Ausgeizen von Tomaten

Für das Ausgeizen wird kein Werkzeug benötigt und es sollte idealerweise an einem Tag erfolgen, der trocken und warm ist und an dem ein leichter Wind weht. Damit die Wunden an den Bruch- oder Schnittstellen schneller trocken, sollten die Triebe möglichst morgens entfernt werden. Dabei wird wie folgt vorgegangen:

” 1. Zunächst wird die Pflanze auf das Vorhandensein kraftzehrender Triebe kontrolliert.
” 2. Bei einem kleinen Geiztrieb unter fünf Zentimeter Länge erfolgt das Abknipsen nah der Blattachsel mit Daumen und Zeigefinger. Sind größere Triebe zu entfernen, werden diese abgebrochen.
” 3. Befinden sich die überflüssigen Triebe im unteren Bereich der Pflanze wird auf das Entfernen verzichtet, denn diese Triebe verleihen den Tomatenpflanzen Stabilität.
” 4. Damit die entstandenen Wunden möglichst schnell trocknen, ist es empfehlenswert, diese mit einem Tuch sanft abzutupfen.

Sollte man die überflüssigen Triebe abbrechen oder abschneiden?

Es gibt bei beiden Vorgehensweisen Gründe, die dafür oder dagegen sprechen. Das Abbrechen oder Abknipsen mit den Fingern geht sehr schnell und kann quasi “im Vorbeigehen” erledigt werden. Außerdem ist die Gefahr gering, ohne Schnittwerkzeuge versehentlich zu viel zu entfernen.

Es ist aber einzuwenden, dass das Ansteckungsrisiko höher ist, wenn man sich nicht nach der Behandlung jeder Tomatenstaude sorgfältig die Hände wäscht oder die Gartenhandschuhe reinigt. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass beim Abknipsen oder Abbrechen ein gewisses Geschick erforderlich ist, damit keine großen, unregelmäßigen Wunden entstehen. Ein scharfes Messer oder eine scharfe Gartenschere verursachen gerade, saubere Wundstellen. Diese können problemlos mit einem Tuch, das mit etwas Desinfektionslösung benetzt wird, abgetrocknet werden.

Will man sehr kleine Triebe entfernen, gelingt dies allerdings mit dem Messer oder der Schere nicht sehr gut, weil es schwierig ist, tatsächlich ausschließlich den kraftzehrenden Trieb zu entfernen. Da ein Geiztrieb eine Bruchstelle besitzt und sich somit sehr einfach abbrechen oder abknipsen lässt, ist bei entsprechender Hygiene der Verzicht auf Messer und Schere vorzuziehen.

Welche Fehler sollte man beim Ausgeizen von Tomaten vermeiden?

Damit die Tomatenpflanzen nicht geschädigt werden, ist unbedingt auf Sauberkeit zu achten. Damit vermeidet man die gegenseitige Ansteckung der Tomatenstauden mit Pilzkrankheiten. Es sollte außerdem beachtet werden, dass man nicht versehentlich an der Pflanze reißt und dabei mehr abreißt als beabsichtigt.

Auch das Anbinden der Tomatenstauden gehört zu den regelmäßig zu erledigenden Aufgaben beim Tomatenanbau. Die Pflanzen wachsen sehr schnell und bilden schwere Früchte. Deshalb reicht schon ein heftiger Windstoß aus, damit Stängel abknicken oder sogar brechen.

Schließlich sollte auch das Wetter berücksichtigt werden. Wenn es regnet, ist der Zeitpunkt für das Ausgeizen der Tomaten nicht günstig. Die Wundstellen können nicht schnell genug trocknen und die Pflanze ist anfällig für Krankheitskeime.

Weiterverwendung der Geiztriebe

Sind die Triebe bereits ungefähr 15 Zentimeter lang, können sie für das Vermehren der Tomatenpflanzen genutzt werden. Sie werden etwa eine Woche ins Wasser gestellt, wo sie sehr schnell Wurzeln bilden und können dann direkt ins Freilandbeet oder in einen Topf gepflanzt werden. Mit etwas Glück kann man bereits im ersten Jahr Tomaten ernten. Kleinere Triebe werden direkt in die Erde eingearbeitet und düngen die Pflanzen.

Tomaten können sich dann vermehren, wenn die Triebe bereits 15 Zentimeter sind.

Tomaten können sich dann vermehren, wenn die Triebe bereits 15 Zentimeter sind. (Bild: DLeonis/clipdealer.de)

Wann sollte auf das Ausgeizen verzichtet werden

Strauchtomaten sollte man nicht ausgeizen, da bei diesen Sorten ein buschiger Wuchs beabsichtigt ist. Es ist auch nicht empfehlenswert, mit den Trieben gleichzeitig Blätter zu entfernen. Blätter rauben der Tomatenpflanze keine Energie, sondern sind im Gegenteil nötig, damit die Pflanze bei der Fotosynthese das Sonnenlicht in Wachstumsenergie umwandeln kann. Das Entfernen der Blätter wirkt also kontraproduktiv und schwächt die Tomatenstaude.

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Autor: Veröffentlichung durch Stefan Oberhauser
Veröffentlicht in: Garten
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