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Strompreise – Steuern und Abgaben wiegen schwer

Verbraucher werden nahezu pausenlos dazu ermuntert, sich angesichts steigender Stromkosten nach Alternativen umzusehen. Eine müßige Angelegenheit, denn der Löwenanteil der Kosten besteht aus Steuern und Abgaben. Auf die aber haben Anbieter keinen Einfluss.

Strompreis

Strompeise sind mit hohen Steuern und Abgaben belastet (Foto: winterling / Clipdealer.de)

Der Tipp, sich angesichts immer üppigerer Strompreise praktisch pausenlos neue Energieanbieter zu suchen, führt langsam aber sicher ins Nirwana und dies aus gutem Grund.

Die Schuld daran liegt nicht etwa im mangelnden Engagement der Verbraucher. Diese opfern schon seit geraumer Zeit einen Teil der wohlverdienten Freizeit, um sich auf einem der vielen Vergleichsportale nach bezahlbarer Energie umzuschauen. Allerdings mit abnehmender Tendenz, denn die Resultate sind für Verbraucher unter dem Strich dürftig.

Strompreise
können nicht nicht billig sein

Inzwischen haben die meisten Kunden und Verbraucher bemerkt, dass der größte Teil des Strompreises durch extrem hohe Steuern und Abgaben belastet wird. Auf diese Posten haben Anbieter jedoch überhaupt keinen Einfluss. Gewisse Strompreishöhen sind daher geradezu erforderlich, will der Anbieter nicht in Kürze Pleite gehen.Wechseln Kunden vorschnell zu einem Anbieter, der vermeintlich günstiger ist, schlittern sie nicht selten mit ihm gemeinsam in die absehbare Pleite.

Der Staat verdient kräftig mit

Die Strompreise sind inzwischen extrem durch Steuern und Abgaben belastet. Wie stark diese Belastung ist, zeigen Zahlen, die schon im Jahr 2008 erhoben wurden und noch heute gültig sind. Bei einem durchschnittlichen Haushalt schlagen demnach die Steuern und Abgaben laut Angaben der Netzagentur mit sage und schreibe 38,4 Prozent des gesamten vom Versorger in Rechnung gestellten Kosten zu Buche. Lediglich ein Drittel der gesamten Stromkosten und zwar genau 34,2 Prozent nehmen Strombeschaffung, Stromerzeugung und Vertrieb in Anspruch. Der Anteil für Nutzung der Netzleitungen und damit für den Betrieb und die Durchleitung liegt bei 27,4 Prozent des Gesamtendpreises. Hierauf hat hach nicht der Anbieter sondern ausschließlich die Netzagentur Einfluss. Die ARD-Sendung Plusminus ermittelte hierzu kürzlich folgende Beispielrechnung:

Beispiel veranschaulicht Anteile der Strompreise

Eine Familie mit Wohnsitz in Hamburg verbraucht 4.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und muss dafür einen Preis von 950 Euro an den städtischen Versorger Hamburg Energie. Von diesem Gesamtbetrag muss der Versorger allein rund 480 Euro an Steuern und Abgaben weitergeben. Hinzu kommen Netzgebühren für die Durchleitung von 230 Euro. Nur 240 Euro zahlt das Unternehmen für die eigentliche Beschaffung des Stroms. Wechseln Kunden, dann kommen zumeist folgende, überlegenswerte Faktoren ins Spiel:

  • Relativ schnelle Preiserhöhung
  • Forderung einer Kaution
  • Zahlung per Vorkasse
  • Strompakete
  • Gratisstrom
  • Bonus

Das Märchen von den günstigen Strompreisen

Sowohl Boni, als auch Gratis-Strom-Angebote hören sich gut an, bringen jedoch allenfalls im ersten Jahr eine Ersparnis, Bei den Strompaketen kann es sich zudem um Mogelpackungen handeln, denen das dicke Ende erst noch kommt. Ein Wechsel sollte also gut überlegt sein, denn Stromanbieter müssen bestimmte Preise nehmen, um angesichts der horrende3n Steuern und Abgaben überhaupt noch solvent zu bleiben. Staatlich geregelt werden die Strompreise in der BRD schon lange nicht mehr. Wird ein Missbrauch bei der Preisgestaltung vermutet, so kann sich das Bundeskartellamt einschalten. Es fungiert in solchen Fällen als zuständiges Kontrollorgan. Die Rechte diese Organs wurden seit der Energierechtsreform deutlich gestärkt und die Behörde erhielt mehr Befugnisse. Im Rahmen der Energierechtsreform unterstehen Tarif und Preiserhöhungen der Anbieter auch nicht mehr einer Genehmigungspflicht.

 
Strompreise im Visier:

Verweise:
Fenster der Zukunft –
Interview mit Prof. Dr. Andreas Neyer, Technische Universität Dortmund

Wenn der Energieberater versagt
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Autor: Ursula Pidun
Veröffentlicht in: Wohnen, Finanzierung
Tags: , , ,

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